Neue Kriterien für LAGs in EU

Die Gesundheit muss wohl wachsen

Gudrun Donaubauer muss als Bürgermeisterin von Hauzenberg die LAG-Geschäftsführung abgeben. Foto: Archiv2012/08/donaubauer5.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Muss die Gesundheitsregion Hersbrucker Alb, seit über zehn Jahren mit EU-Geldern gefördert, auf Landkreisgröße wachsen, um fortbestehen zu können? Neue Richtlinien aus Brüssel drohen das für 2014 an. Auf jeden Fall braucht die AG eine neue Geschäftsführerin. Denn die bisherige, langjährige, ist inzwischen Bürgermeisterin in ihrer Heimat im Bayerischen Wald geworden. Neue Projekte: eine Trinkhalle fürs Thermenwasser und ein „Generationengarten“ in Reichenschwand.

Gudrun Donaubauer vom Büro Drexl und Donaubauer wurde am 1. Juli zur Bürgermeisterin von Hauzenberg im Bayerischen Wald gewählt. Das sowie Änderungen im Kriterienkatalog für die Anerkennung von LAGs ab 2014/15 warfen „Organisations- und Strukturfragen“, wie Bürgermeister und Vorsitzender Robert Ilg sagte, bei den Rathauschefs und den Vertretern aus Wirtschaft und Sozialem auf.

Denn: Die Verantwortlichen in der EU planen, dass eine LAG künftig nur anerkannt wird, wenn sie für eine bestimmte Fläche und Einwohnerzahl Projekte beantragt, wie Leader-Manager Ekkehard Eisenhut erläuterte. Derzeit bringt es die Gesundheitsregion aber gerade einmal auf rund 40.000 Bewohner und die Hälfte des geforderten Raumes. Eisenhut stellte daher eine landkreisweite Vergrößerung in den Saal.

Hier warf Ilg aber ein, dass die Frage sei, „inwieweit die Gesundheitsregion aber beliebig erweiterbar ist“. Auch Donaubauer stimmte in diesen Tenor ein, denn die LAG bräuchte dann auch einen neuen Namen. Einig waren sich alle über die Worte von Landrat Armin Kroder, diese Forderungen als „Chance auf Veränderung“ zu sehen und eine Landkreis-LAG bei der nächsten Bürgermeisterversammlung zu diskutieren.

Einher mit dieser Umstrukturierung und der neuen Förderperiode geht dann auch die Neuvergabe der Geschäftsführung. Da diese aber nun schon nötig ist, einigten sich die LAG-Mitglieder auf ein überbrückendes „Dreiecksverhältnis“: Der Vertrag mit dem Büro Donaubauer läuft weiter. So können auch die aktuellen Projekte noch fachkundig betreut werden — „eventuell mit einem Umweg über das Amtszimmer in Hauzenberg“, wie Ilg scherzte. Allerdings wird ein neuer Mitarbeiter mit LAG-Erfahrung im Büro Donaubauer die Chefin ersetzen. Dieser wird im September vorgestellt.

Nichts ändern wird sich laut Eisenhut bis 2020 daran, dass im EU-Landwirtschaftsfonds fünf Prozent für Leader reserviert sind. Die Größe der Summe und die Aufteilung auf die Staaten ist aber noch unklar. Ebenfalls sollen die Programmschwerpunkte sowie die Förderraten von 25, 50 und 60 Prozent bleiben. Die LAG werde also wohl künftig wieder über rund eine Million verfügen können.

Ihre derzeitigen Mittel hat die Gruppe nicht ausgeschöpft: „Im Bayerntopf sind noch acht Millionen“, sagte Eisenhut. Dem Aufruf, „attraktive Projekte“ zur Förderung anzumelden, kamen die Mitglieder umgehend nach, indem sie zwei Planungen einstimmig befürworteten:

Für 345.000 Euro (davon 145.000 Euro aus Leader) soll nördlich des Reichenschwander Neubaugebiets ein Generationengarten entstehen. Auf 4000 Quadratmetern werden sich unter den bestehenden Obstbäumen eine Sandspiellandschaft mit Boulderwand, Ballspielfläche, Boggiabahn, Baumschaukeln und ein behindertengerechter Multifunktionspavillon befinden.

Ein seiner Ansicht nach „herausragendes Projekt“ stellte Hersbrucks Verwaltungschef Karlheinz Wölfel vor. Die Stadt plant auf der Terrasse vor dem Haupteingang der Fackelmann-Therme den Bau einer für alle öffentlich zugänglichen Trinkhalle (180 qm) mit Trinkbrunnen. So kann das staatlich anerkannte Heilwasser, das gegen Osteoporose helfen soll, als Medizinalprodukt vermarktet werden und für Hersbruck werben. Da dem jetzigen Betonsteg jegliche technischen Voraussetzungen für den Bau fehlen, belaufen sich die Kosten auf eine hohe Summe von 610.000 Euro. Leader würde rund 256.302 Euro beisteuern.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren
N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch