„O’Bros“ treten am Herzschlagfestival auf

Der Beat des Glaubens

Die Brüder Maxi (links) und Alex O. sind als „O'Bros“ unterwegs und treten am Freitag in Hersbruck auf. | Foto: PR2019/05/index.jpg

HERSBRUCK – Das zweite „Herzschlagfestival“ auf dem Hersbrucker Plärrer steht in den Startlöchern. Mit dabei sind die „O’Bros“ – sie treten am Freitagabend im Festzelt auf. Die beiden Brüder Maxi und Alex O. aus München wollen mit selbst gemachter Musik ihren Glauben vermitteln. Was bewegt die 21- und 22-Jährigen dazu?

Hip-Hop verbindet man meist mit Gewalt, Drogen und dergleichen. Sie kombinieren es mit christlichen Texten. Wie passt das zusammen?

Alex O.: Wir lieben unseren Glauben, wir lieben Hip-Hop und wir finden, das passt super zusammen. Außerdem ist Hip-Hop eine Musikform, mit der man gut polarisierende Dinge ausdrücken kann – und heutzutage ist allein die Aussage „Ich bin Christ“ schon polarisierend.

Wieso?

Weil der Glaube zu einem höchst emotional geladenem Thema geworden ist. Für uns ist er das Fundament unserer Identität und wir glauben, dass die Werte, die die Bibel vermittelt, heutzutage extrem relevant sind.

Wie entstehen Ihre Texte?

Es sind Ideen und Inspirationen aus dem Alltag, die dann zu einer Songidee wachsen. Wir machen alles gemeinsam und produzieren auch unsere Musik selbst.

Sehen Sie in Ihrer Musik einen missionarischen Auftrag?

Nein, wir sehen sie nur als einen Ausdruck unseres Glaubens und halten uns an keine Agenda oder ähnliches.

Wurzelt Ihre Begeisterung für den christlichen Glauben in Ihrer Erziehung?

Unsere Familie hat uns die Grundlage dafür gegeben. Aber es war auch ein normaler Prozess des Erwachsenwerdens, sich zu fragen, ob wir das, was uns unsere Eltern mitgegeben haben, auch für uns anwenden können. Und wir sind zu dem Schluss gekommen, dass wir unseren Glauben voll vertreten können.

Was wollen Sie mit Ihren Liedern ausdrücken?

Wir wollen besonders junge Christen ermutigen, ihren Glauben zu leben. Denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich viele dafür schämen und er manchmal fast wie eine Krankheit angesehen wird. Wir wollen aber Vorbilder sein und vermitteln: Man kann selbstbewusst und mit breiter Brust dafür einstehen.

Fällt das den Leuten heutzutage schwerer?

Zwar leben wir in einer Zeit des Individualismus, in der die Akzeptanz gegenüber anders Denkenden generell größer ist. Aber wir merken, dass man sich für seinen Glauben häufig rechtfertigen muss und auch Anfeindungen zunehmen. Deshalb ist es wichtig, sich nicht dafür zu schämen.

Welcher Konfession gehören Sie eigentlich an?

Wir sind in einer evangelischen Freikirche aufgewachsen. Aber für uns spielt es keine Rolle, welche Konfession jemand hat. Uns ist es wichtig, auf die Schnittstellen zu schauen, denn die Essenz ist oft die Gleiche. Leider wird meist viel zu sehr die Trennung der Konfessionen hervorgehoben.

Werden Sie auch kritisiert – egal, ob von „weltlicher“ oder kirchlicher Seite?

Ja, von beiden Seiten. Es gab schon schlimme Beleidigungen und Anfang des Jahres einen regelrechten Shitstorm auf ein Youtube-Video von uns. Aber zum Glück überwiegt der Zuspruch. Die einen sagen zwar, sie können mit unserem Glauben nichts anfangen, finden aber unsere Musik gut. Andere Gläubige finden, dass wir unsere Sache nicht ernst genug nehmen – die wollen meist an einer gewissen Liturgie festhalten. Aber uns kommt es vor allem auf den Inhalt an.

Wollten Sie immer Musiker werden?

Die Musik war schon immer ein Teil von uns, aber wir wollten und wollen sie nicht zum Beruf werden lassen. Wir machen ja auch noch was „Gescheites“: Maxi studiert Zahnmedizin und ich BWL. Aber wir sind dankbar für die Möglichkeit, unsere Leidenschaft zu leben.

N-Land Marina Wildner
Marina Wildner