Tiere sind nicht mehr zu beruhigen, wenn die SG Hartmannshof nebenan böllert

Böllerschüsse schrecken Pferde auf

Wenn Schützen – wie auf diesem Archivbild aus dem Jahr 2012 zu sehen – böllern, kann das ordentlich laut werden. In Hartmannshof sollen aufgrund solcher Böllerschüsse Pferde ausgebrochen sein. Foto: Porta2015/07/5_2_1_2_20150702_BOELLER.jpg

HARTMANNSHOF — Am Samstag haben die Böllerschützen der SG Hartmannshof ihr Brauchtum gepflegt und auf ihrem Vereinsgelände geböllert. Martina Schmauß, deren Hof angrenzt und die an diesem Abend nicht zu Hause war, musste später feststellen: Ihre Pferde sind ausgebrochen.

„Die Pferde sind nervös und nicht mehr zu beruhigen, wenn die Schützen böllern“, sagt Martina Schmauß zur HZ. Fünf Pferde hält sie auf ihrem Hof. Einmal sei sie gerade beim Füttern gewesen, als die Tiere sie wegen der Böllerei fast umgerannt hätten, erzählt sie. Ein andermal seien Kinder auf ihrem Hof gewesen. Und diesmal wären ihre ausgebrochenen Pferde auf eine Wanderreitgruppe zugelaufen. Die Reiter und die verständigte Polizei hätten die Tiere dann eingefangen und ihr Bescheid gegeben.

„Ich hab nichts gegen Traditionen, aber das Böllerschießen gefährdet Mensch und Tier“, sagt Schmauß. Die Polizei Hersbruck hat den Fall aufgenommen und ermittelt laut Polizeichef Hans Meixner nun hinsichtlich verschiedener Ordnungswidrigkeiten.

„Die Sicherheitsabstände waren mehr als ausreichend“, sagt dagegen Stephan Müller von der SG Hartmannshof, die etwa zweimal im Jahr auf ihrem Gelände böllert. Überhaupt seien die Pferde erst ein bis zwei Stunden nach den Schüssen ausgebrochen, als die Wanderreitgruppe vorbeikam.

50 Meter Abstand nach vorne und zehn Meter zur Seite schreiben die Richtlinien für Böllerschützen vor, erklärt Roman Sommerer vom Landratsamt auf Nachfrage der HZ. Schmauß zweifelt daran, dass die SG die Sicherheitsabstände wirklich eingehalten habe. Immerhin grenze ihre Pferdekoppel direkt an das Gelände der Schützen an und auch der Pferdestall sei nur gut 50 Meter entfernt.

Sommerer vom Landratsamt sieht das Problem mehr in der mangelnden Kommunikation. Zwar müsse das Böllern inzwischen nicht mehr bei Gemeinde und Polizei angemeldet werden, er empfehle es aber trotzdem. Denn dann könnten angrenzende Nachbarn rechtzeitig verständigt werden. „Wir werden künftig Frau Schmauß verständigen“, verspricht Müller von der SG. Am Samstag sei das wohl einfach vergessen worden.

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