Bauausschuss Hersbruck stimmte zu

Blumen-Küchle wird zum Biomarkt

Bioprodukte statt Blumen: Der Bauausschuss des Hersbrucker Stadtrates gab gern sein Okay zur neuen Nutzung des brach stehenden Geschäfts. | Foto: J. Ruppert2020/07/IMG-6235-scaled.jpg

HERSBRUCK – Mit einer kleinen Überraschung endete die Abstimmung über den Antrag auf Erweiterung der Altensittenbacher Firma Geru-Plast. Alle Mandatsträger im Bauausschuss des Hersbrucker Stadtrates votierten für das im letzten Jahr heiß diskutierte Projekt. In der Lohe gehen die Veränderungen weiter: Der ehemalige Blumen-Küchle verwandelt sich in einen Biomarkt.

Wie vielfach berichtet, möchte Geru-Plast seine Produktions-, Verwaltungs- und Lagerfläche am Standort in Richtung Kühnhofen stark vergrößern. Gegner wollten das Konzept stoppen, scheiterten aber im vorigen Jahr bei einem Bürgerentscheid. Norbert Thiel sagte, dass das Vorhaben ein wichtiger Schritt für die Infrastruktur der Stadt sei, dass wohnortnahe Arbeitsplätze geschaffen werden und dass der Standort für einen großen Gewerbebetrieb gesichert wurde.

Bei der Abstimmung setzte Martin Schaffer ein versöhnliches Zeichen. Er hatte das Bürgerbegehren, das zum Bürgerentscheid führte, maßgeblich angestoßen. Mit seinem „Ja“ zur Geru-Plast-Expansion respektierte der Stadtrat nun den Ausgang des Urnengangs. Christian Puppa war zwar grundsätzlich gegen das Projekt, stimmte dennoch wie sein Grünen-Kollege Marcus Seitz dafür.

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In Abweichung zur Hersbrucker Werbeanlagensatzung darf der Altensittenbacher Kunststoffbetrieb seinen Firmen-Schriftzug deutlich oberhalb der sonst üblichen 3,50 Meter am künftigen Bürogebäude anbringen. Christian Puppa regte an, dass die Beleuchtung dieses vermutlich blau-schwarzen Logos nachts ausgeschaltet werden soll. „Lichtmüll vermeiden“, begrüßte Norbert Thiel den Vorschlag, den Bürgermeister Robert Ilg mit den Verantwortlichen besprechen will.

Bauen darf Geru-Plast trotz des Einvernehmens noch nicht. Denn nach wie vor läuft das wasserrechtliche Verfahren am Landratsamt, was für das Inkrafttreten des Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes entscheidend ist. Es geht im Kern um die Verlegung des Rauschelbaches, Niederschlagswasser und Regenrückhaltebecken. Der Bauantrag erleichtert, dass die beteiligten Behörden mehrere Punkte parallel prüfen können.

Biomarkt zieht um

Als Revitalisierung bezeichnete Bürgermeister Robert Ilg das Gesuch des Biomarktes, einige Hausnummern weiter in den ehemaligen Laden „Blumen-Küchle“ umzuziehen. Dazu sind Umbauten im Inneren des Gebäudes an der Ecke Poststraße/Lohweg notwendig. Außerdem wird das Glasdach wegen Überhitzung im Sommer gegen ein begrüntes Flachdach ausgetauscht. Der Antrag fand einhellige Zustimmung, ebenso wie der zu einem neuen Einfamilienhaus am Michelsberg oberhalb des Lamborghini-Gebäudes.

Der Ausschuss erteilte das Einvernehmen zu einem großen Gebäudekomplex am Tausendbühlweg nahe der Johanneskirche in der Südstadt. „Es entstehen zwölf Wohnungen mit 63 bis 148 Quadratmetern, die wir bitter nötig haben“, sagte Robert Ilg.

Autos weg von der Straße

Stephan Krimm, Norbert Thiel und Christian Puppa lobten die Tiefgarage bei dem Projekt, durch die die „Blechkisten mit Rädern“, so Norbert Thiel schmunzelnd, weg von der Straße kommen und die Bodenversiegelung zugunsten von Grün verringert wird. „Eine Idealvorstellung“, schloss sich Martin Schaffer an. Marcus Seitz lobte die geglückte Gliederung des insgesamt 37 Meter langen Baukörpers. Christian Puppa warb für E-Auto-Ladestationen am oder im Neubau.

Nachträglich gab der Bauausschuss seinen Segen, dass die ehemalige Ratsapotheke am Oberen Markt teils als Marketing-Agentur, teils als Lottoladen genutzt werden darf. Fackelmann Immobilien bekam das Okay, Lagerhallen und ein Bürogebäude in der Ostbahnstraße abzureißen. Thomas Beygang berichtete, dass die Klärschlammentsorgung gesichert bleibt. Die Hersbrucker Firma Karei behält diese Aufgabe. Der Auftrag für rund 250.000 Euro läuft bis Ende Sommer des nächsten Jahres.

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