Bis zuletzt mit Herzblut am Gemeinwohl interessiert

Dobmeier bei der Thermeneinweihung mit Kurt Eckstein, Richard Bartsch und Günther Beckstein. F: Grzesiek2011/12/5_2_1_2_20111209_AKTUELL.jpg

HERSBRUCK (gz) – Gestern Vormittag ist der Träger der Hersbrucker Bürgermedaille und langjährige CSU-Politiker Anton Dobmeier im Krankenhaus verstorben. Bis zuletzt blieb der 90-Jährige an der Politik und am lokalen Geschehen interessiert. Die Beerdigung findet am kommenden Mittwoch statt.

Nächsten Dienstag laden die Hersbrucker Stadträte zu ihrer Jahresschlussitzung wieder Ehrenbürger und Träger der Bürgermedaille ein. Anton Dobmeier kam zu diesen Gelegenheiten immer gern, auch wenn ihn im Advent 2010 sein schwaches Herz schon sehr zu schaffen machte. Der ehemalige Forstamtleiter und spätere Kommunal- und Landespolitiker nahm bis fast zuletzt mit Interesse und klarem Urteil an vielen politischen Veranstaltungen teil — mit schick gefärbten Haaren und modischen Krawatten. Selbst bei der Feier seines 90. Geburtstags im Februar war er es, der Blumen verteilte: an seine langjährige Haushälterin und an seine letzte Lebensgefährtin Romy Volmarhaus.

Der Rentner im Unruhestand büffelte noch Englisch, fehlte auf keiner wichtigen CSU-Veranstaltung im Hersbrucker Raum, organisierte vor sechs Jahren noch den Bundestagswahlkampf von Marlene Mortler und war auch Ratgeber für junge Parteifreunde. CSU-Kreisvorsitzender Norbert Dünkel besaß in ihm eine Art Ziehvater: „Er war ein lebenslanger Weggefährte und Freund“, sagt er und lobt Dobmeiers Engagement für die Landkreis-Krankenhäuser, die Frankenalbklinik, Schul- und Straßenbauten. Bürgermeister Robert Ilg erinnert daran, dass Dobmeier 2001 als erster die Bürgermedaille der Stadt erhielt, weil er sich in München „stets für seine Heimatstadt eingesetzt hat“.

Mit 37 Jahren übernahm der geborene Oberpfälzer das Forstamt Hersbruck. Erst als 40-Jähriger stieg er in die Politik ein, dann aber gleich mit Macht. 1966 wurde er in den Kreistag des damaligen Landkreises Hersbruck und sogleich zum Vorsitzenden der CSU-Kreistagsfraktion gewählt und kam in den Bezirkstag. 1974 zog er als direkt gewählter Abgeordneter in den Landtag ein und gehörte ihm 16 Jahre lang an.

Beim 85. Geburtstag im HZ-Interview zu seinen politischen Vorbildern befragt, fiel Dobmeier „natürlich Strauß, aber auch Alfons Goppel“ (bayerischer Ministerpräsident 1962 – 78) ein. „Goppel war mein Vorbild, denn was der gesagt hat, hat er auch getan, mit dem wäre es zu der Forstreform, wie sie jetzt durchgeführt worden ist, nicht gekommen.“ Was zeigt: Wenn der Anton eine von seiner Partei abweichende Meinung hatte, hielt er damit nicht hinterm Berg. Frühzeitig erkannte er bei der Landratswahl 2008 auch die Chancen des „Bauernbuben“ Armin Kroder (FWG).

Zum 90. Geburtstag lobte Ex-Ministerpräsident und Weggefährte Dr. Günther Beckstein Dobmeier als „Berufspolitiker mit Leidenschaft und Hartnäckigkeit“. Der Jäger und Imker war aber auch ein leidenschaftlicher Naturliebhaber. Ganz früh schon wurde er Mitglied beim Bund Naturschutz und regte in Bayern das Umweltministerium mit an.

Hier geht es zur Gedenkseite für Anton Dobmeier auf dem Trauerportal der drei Heimatzeitungen „gemeinsamtrauern.com“.

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