Premiere im Projektcircus

„Manege frei!“

Doch, doch, das Dreimeterreptil ist echt - und ganz schön schwer! Foto: U. Scharrer2014/06/5_2_1_2_20140628_MANEGE.jpg

HERSBRUCK (us) – Mit Kunstnebel, einer Lasershow und einer poetischen Rahmengeschichte startete der von den Kindern „Kunterbunt“ benannte Zirkus seine Premiere. Eine beeindruckende Mannschaftsleistung verzauberte die Eltern und Großeltern von 220 Grundschulkindern im Zirkuszelt mit Artistik, Clownerie und Tierdressuren.

Ein kleines Schulmädchen stellt den Ranzen zur Seite und schminkt sich zum Clown. Zusammen mit Zirkusmaskottchen Tina begibt es sich auf eine Traumreise mit magischen Gegenständen und reist rund um den Erdball. Lasso schwingende Gauchos, Ziegen dressierende Lederhosenträger, turnende Raubtiere und kopfnickende Ägypter begegnen ihm und es darf in eine von Schwarzlicht in fluoreszierende Farben getauchte Unterwasserwelt abtauchen.

Die Rahmenhandlung ist eine Verbeugung der Zirkusfamilie Sperlich vor ihrer langen Tradition in einer vergehenden Zirkuswelt der schönen Illusionen. Gleichzeitig bündelt die Welt- und Fantasiereise die einzelnen Nummern und krönt damit die vielen Einzelanstrengungen in einer Gemeinschaftsdarbietung aller Kinder. In nur zwei Tagen haben sie mit den elf Trainern des 1. Ostdeutschen Projektcircus ein vielseitiges und an vielen Stellen anrührendes Programm erarbeitet.

Wo in den Proben noch manchmal Ratlosigkeit angesichts der ungewohnten Aufgaben herrschte, brachten nun die witzigen Kostüme, die Musik und das erwartungsvolle Publikum die konzentrierten Leistungen hervor, die für eine gute Show nötig sind. Natürlich purzelt einmal ein Jonglierball zu Boden, findet ein kleiner Artist nicht den Anschluss an seine abmarschierende Gruppe oder verliert ein Clown in seiner auswendig einstudierten Nummer kurz den Faden. Doch immer stehen die in zurückhaltendes Schwarz gekleideten Trainer ihren Schützlingen zur Seite, flüstern ein, feuern zur zackigen Verbeugung an und stützen wo nötig ab.

So wagen die Grundschüler Dinge, die sie sich vorher selbst nie zugetraut haben. Wer einmal am Trapez durch eine Zirkuskuppel geschwebt ist, eine lebendige Würgeschlange gestemmt hat, mit einem Pferd auf einer Wippe gestanden ist oder erfolgreich das Kaninchen in den Käfig gezaubert hat, der traut sich vielleicht auch im Schulalltag mehr zu. Zumal die Kinder in den zwischen den Grundschulen und dem Richard-Glimpel-Förderzentrum bunt gemischten Gruppen neue Kameraden gefunden haben, auf die Verlass ist, wenn man selbst auf dem Seil steht oder auf einer ganzen Pyramide aus Kindern.

Insofern ist der Wunsch des Fördervereins Grundschule Hersbruck, zum zehnjährigen Bestehen allen Grundschulkindern ein unvergessliches Geschenk zu machen, in Erfüllung gegangen. Wer in die strahlenden Gesichter der jungen Fakire, Seiltänzer, Schlangenbeschwörer und Feuerspucker gesehen hat, dem ist klar, dass diese Kinder von dem Projekt noch lange profitieren werden. Zirkusdirektor Marko fasst es in seinen Abschiedsworten zusammen: „Liebe Eltern, Sie haben nicht geträumt: Das waren nicht irgendwelche Kinder, das waren Ihre Kinder!“

Heute um 14 Uhr sind noch Plätze im Zirkuszelt frei. Für das leibliche Wohl sorgen der Förderverein und der Zirkus selbst. Weitere Eindrücke unter www.projektcircus.de

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