Arbeiten an der Burg Veldenstein

Aussichtspodest steht

Monteure der Bamberger Stahlbaufirma platzieren die stählerne Grundkonstruktion der etwa 50 Quadratmeter großen Aussichtsplattform mit Hilfe eines Autokrans auf dem Fundament an der Lücke der Burgmauer. Foto: K. Möller2014/07/5_2_1_2_20140702_BURG.jpg

NEUHAUS – „Der Kreis schließt sich“, meinte Diplom-Ingenieur Uwe Holzinger vom Hersbrucker Architektenbüro Atelier 13. Vor gut einem Jahr leitete er gleich nach dem Felssturz die Sicherungsarbeiten an der Abbruchstelle der Burgmauer oberhalb des Osthangs. Am Montag überwachte er nun die Schließung der Mauerlücke durch den Einschub der tragenden Stahlkonstruktion für die geplante Aussichtsplattform.

In ihrer rund 1000-jährigen Geschichte wurde die Burg Veldenstein wiederholt zerstört und wieder saniert. Um den sicheren Fortbestand ihrer Burg fürchteten die Neuhauser, als im Mai vergangenen Jahres große Gesteinsmassen und Teile der Burgmauer auf die Plecher Straße hinunterdonnerten. Nach der Sanierung des Burgfelsens konnte jetzt mit der Ergänzung der fehlenden Mauerteile begonnen werden. Da ein originalgetreuer Wiederaufbau der alten Wehrmauer nicht möglich ist, entschlossen sich Architekten und Denkmalpfleger für den Einbau einer Aussichtsplattform an der Abbruchstelle.

Die Monteure der Bamberger Stahlbaufirma Scale GmbH schraubten an Ort und Stelle die etwa 8,5 Meter mal sechs Meter große Grundkonstruktion für das Aussichtspodest zusammen. Die vorgefertigten Montageteile hatte ein 18-Tonnen-Autokran zuvor auf den Platz unterhalb des Bergfrieds gehievt. Nach zentimetergenauer Ausrichtung – etwa drei Meter ragt die Konstruktion über die Felskante hinaus – wurden die Stahlträger mit dem angeschweißten Geländer auf dem vorgefertigten Fundament befestigt. Oberflächenbehandelte Betonfertigteile decken die stählerne Plattform später ab.

Die Verbindung zum alten Mauerwerk stellen quaderförmige Seitenverkleidungen aus Corten-Stahl-Platten her und sichern ebenso den Treppenaufgang zum Eingang des Burgturms. Auch das Geländer der Aussichtsplattform wurde aus Corten-Stahl gefertigt. Dieses witterungsbeständige, bei Künstlern beliebte Material, bildet durch Witterungseinflüsse eine rot-braune Patina und passt sich so farblich an das vorhandene Mauerwerk der Burg an.

Holzinger ist sich zur Freude von Bürgermeister Josef Springer sicher: Die wesentlichen Arbeiten zur Ergänzung der Burgmauer werden im Laufe der Woche abgeschlossen sein. Die Restarbeiten erfolgen in der kommenden Woche, so dass noch vor Mitte des Monats die Sicherheit auf Burg Veldenstein wieder hergestellt ist. Auch die Freunde des Veldensteiner Festivals können aufatmen. Mit dem Spektakel 2014 am 25. und 26. Juli erleben die Fans gewissermaßen eine Doppelausgabe, da das im letzten Jahr ausgefallene Konzert von „Stahlzeit“ nachgeholt wird.

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