Blick in die Geschichte

Altensittenbacher Friedhofsmauer wird saniert

Rechts ist die Musterachse der Friedhofsmauer zu sehen. Der Abschnitt davor war noch in gutem Zustand. | Foto: A. Pitsch2021/09/IMG-8987.jpg

ALTENSITTENBACH – Wer regelmäßig durch Altensittenbach fährt, dem sind sie sicher schon aufgefallen – die Arbeiten an der Friedhofsmauer der evangelischen Kirche. Auch wenn es sich dabei nicht um archäologische Grabungen handelt, so förderten die Instandsetzungsmaßnahmen doch die ein oder andere Überraschung zu Tage.

Schon vor über zwei Jahren hatten sich Experten einen Teil – heute Abschnitt zwei, direkt in der Kurve liegend – angesehen. „Da war schon etwas kaputt, aber grundsätzlich war die Mauer noch in Ordnung“, erzählt Manuela Tessling. Mit dieser sogenannten Musterachse habe das Ingenieurbüro nun auch die weiteren Sanierungsmaßnahmen geplant, erklärt die zweite Vorsitzende des Bauausschusses des Kirchenvorstandes.

Nötig seien diese geworden, weil sich Risse im Mauerwerk vermehrt hatten; der Putz fiel ab. „Büsche, Wurzeln und Moos haben ihre Spuren hinterlassen.“ Außerdem bröckelten Steine im Portal. „Das kann ja gefährlich werden.“

Immer schlechter

Als die Arbeiter dann mit dem ersten Bauabschnitt – vom Häuschen an der Straße bis zur Musterachse – loslegten, schien sich der Zustand der Friedhofsmauer zu bestätigen. „Die war da noch gut in Schuss und es mussten nur einzelne poröse Ziegelsteine ausgetauscht werden“, berichtet Tessling.

Nach der Musterachse bis zum Tor veränderte sich das Bild aber: „Als der Putz abgeschlagen wurde, kam schon alles entgegen.“ Denn die Umfriedung besteht aus zwei Mauerschalen mit einer Auffüllung darin; die innere Schale war vollkommen brüchig und musste nun neu aufgemauert werden, führt Tessling weiter aus.

Noch katastrophaler war der letzte Mauerabschnitt. Eigentlich sah der Plan vor, das Fundament lediglich nachzugründen. „Aber es war zu schlecht, sodass wir es wie die Mauer neu machen mussten.“ Alles natürlich unter Beachtung des Denkmalschutzes. Immerhin stammt das Bauwerk mindestens aus dem Spätmittelalter.

Fugen und verpressen

„Als wir die letzten beiden Teile aufgemacht haben, dachten wir schon, wir können die Vorgabe vom Denkmalschutz, die Mauer zu erhalten, nicht einhalten“, gibt Tessling zu. Aber ein guter Austausch mit den Behörden führte zu Lösungen. So wurden so viele gute Steine wie möglich wieder verwendet – zum Beispiel für den Aufbau eines weiteren kleinen Mäuerchens.

Bei so vielen Überraschungen, leidet da nicht das Budget? „Nicht unbedingt, denn die Arbeit wurde ja nicht mehr, sondern anders“, macht Tessling klar: Beim Sanieren würden unter anderem die Fugen ausgekratzt und die Steine neu verpresst; „Jetzt musste halt teilweise komplett neu aufgemauert werden.“ Außerdem habe es Zuschüsse gegeben, verrät die Bau-Vize-Vorsitzende.

Warten auf die Steine

Bis alles fertig ist, wird es noch etwas dauern: „Die Lieferung der Sandsteine hat wegen Corona länger gedauert.“ Daher konnte der Steinmetz erst jetzt seine Arbeit beginnen. Er setzt die Abdeckungen neu auf und setzt das neue Portal, das dem alten ähneln soll. „Es ist aber halt von den Steinen her viel geradliniger und nicht abgewittert.“

Der Schmied überarbeite derweil das Tor. Ist der Steinmetz fertig, muss noch alles verputzt werden, so Tessling. Und damit das Bild rund wird, wird auch die Treppe zwischen Kirche und Gemeindehaus neu gemacht. „Die hatte sich durch den Erddruck verschoben.“ Aber dann passt auch die Mauer zur bereits sanierten Thomaskirche.

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