Hersbrucker Realschule verabschiedet 129 Absolventen

Alle Träume erreichbar

Die acht besten Realschüler des Abschlussjahrgangs, unter anderem mit Lukas Ott (links) und Luisa Anselstetter (4. v. links). Mit auf dem Bild: Klaus Rosteck (2. v. links), Andrea Nüßlein (3. v. links) und Rektor Herbert Hieke (hinten, 5. v. links). Foto: M. Scholz2016/07/DSC_2749.jpg

HERSBRUCK (mz) – 129 junge Frauen und Männer, zwei Mal der Notenschnitt von 1,18, drei Mal von 1,25 – es war in mehrfacher Hinsicht ein starker Jahrgang, den die Johannes-Scharrer-Realschule (JSR) in diesem Jahr verabschiedete. Die Absolventen haben aber noch mehr begriffen als den reinen Lernstoff, wie Bürgermeister Robert Ilg anmerkte. Das zeigte auch das selbst gewählte Motto der Schüler, das in großen Lettern über der Bühne in der Geru-Halle prangte: „The distance between dreams and reality is called action“.

Zu Deutsch: „Unsere Träume sind alle erreichbar, wenn wir uns aktiv darauf zu bewegen und nicht darauf warten, dass sie von selbst wahr werden.“ So übersetzten die Schülersprecherinnen Stina Naumann und Kerstin Deser in ihrer Rede das bekannte Zitat, dessen Urheber aber unbekannt ist. In der prall gefüllten Halle im Kinderkompetenzzentrum war das Banner ein begehrtes Fotomotiv für die Eltern.

Natürlich aber erst an zweiter Stelle nach den schick gekleideten eigenen Kindern, als die schließlich über den roten Teppich zur Zeugnisvergabe schritten. Für sie war es in der gestauten Sommerhitze des Veranstaltungsraums ein ganz besonderer Tag, den viele „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ erlebten, wie Rektor Herbert Hieke sagte. Einerseits seien die Schüler froh, „nach sechs, manchmal sieben, ganz selten acht Jahren“, die Schule gemeistert zu haben. Andererseits hätten sich „die meisten bei uns sehr wohl gefühlt“.

Fördervereins-Vorsitzende Christine Braun meinte, viele könnten sich heute kaum vorstellen, dass sie diesen „sehr wichtigen Lebensabschnitt“ später einmal idealisieren könnten, wie viele Erwachsene es später täten. Elternbeiratsvorsitzende Andrea Nüßlein fragte als Mutter in den Saal: „Geht es Ihnen heute auch so wie mir? Ich bin stolz.“ Stolz auf die Leistung des eigenen Kindes. Zeit zum Ausruhen bleibe aber nicht, nun gelte es, rasch auf die eigenen Füße zu kommen und erfolgreich zu sein. Ihr Rezept dazu passte ideal zum Schüler-Motto: „t-u-n“, frei nach einem Goethe-Zitat.

Einige Absolventen hatten dies besonders gut hinbekommen. Die fünf Besten erhielten Geldpreise von der Raiffeisenbank: Luisa Anselstetter und Lukas Ott (beide Notenschnitt von 1,18) sowie Julia Oberleiter, Armin Sollfrank und Tim Steger (alle 1,25). Klaus Ros-
teck stellte als Bankvertreter fest, dass er selten so viele so gute Ergebnisse belohnt habe. Und Rektor Hieke meinte zu Tamara Loos, bisher habe ihr Schnitt von 1,33 zum Jahrgangsbesten gereicht. Der Schulleiter würdigte alle Leistungen über 1,5, also auch die von Fabienne Luburic (1,42) und Paula Scharrer (1,46).

Hieke bat dann in seiner Rede Lukas Ott noch einmal auf die Bühne, dazu den ehemaligen JSR-Konrektor Josef Lobenhofer, der in seiner Zeit als Ministerialbeauftragter den mittelfränkischen Realschulpreis ins Leben rief. Lobenhofer durfte schon einmal verkünden, dass Ott nicht nur einer von zwei Jahrgangsbesten ist, sondern im November auch den Realschulpreis im Bereich Multimedia verliehen bekommt. Er hatte ein – noch nicht veröffentlichtes – Interview mit dem KZ-Überlebenden Vittore Bocchetta geführt, zu dem die Realschule eine besondere Verbindung hat.

Und dann war Zeit für die Schulfamilie. Herbert Hieke hatte sich von den Klassleitern die Charakteristika der fünf Abschlussklassen sagen lassen. Die 10a von Kerstin Scharwies sei sehr aktiv und diskussionsfreudig gewesen; die 10b von Martina Hezel sei sehr gut in Englisch und habe sich sehr für das Schulleben engagiert; die 10c von Petra Kohl sei ruhig, gemütlich und bei der Klassenfahrt sehr angenehm gewesen; die 10d habe den besonderen Schwerpunkt Mathe und Französisch bewältigt und eine gute Klassengemeinschaft gebildet; die 10e habe auffällig das gemeinsame Essen zelebriert, etwa beim Frühstück, und habe trotz zwischenzeitlicher eigener Zweifel am Ende „recht tolle“ Abschlussergebnisse erzielt.

Wichtige Impulsgeber für die Schulfamilie an der JSR sind Elternbeirat und Förderverein. Beide demonstrierten dies. So machten die Eltern mit „voXXclubs“ umgetexteten „Rock mi“ mit Quetschn-Begleitung Stimmung. Bei ihnen hieß es dann „Auf geht‘s, heut ist es so weit, auf geht‘s, das Ziel ist erreicht, auf geht‘s ihr Schulabgänger, wir feiern heut noch länger. Rock mer‘s heut Nacht“. Und Hans Domaischel vom Förderverein warb mit einem eindrücklichen Soloauftritt für Spenden.

Bürgermeister Ilg lobte in seiner Rede auch Schulleitung und Lehrer: „Es wird viel vermittelt. Sie haben wirklich viel auf den Weg gebracht.“ Er freute sich besonders, dass die Realschule im vergangenen Jahr stark im Stadtjugendrat vertreten war. Für Musik sorgte der Schulchor unter der Leitung von Jürgen Kratochvil und Josef Schöberl.

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz