Amtsgericht Hersbruck

60 Tagessätze für geklaute Cola

Mit einem Stein soll der 24-Jährige die Scheibe eines Getränkeautomaten eingeworfen haben. | Foto: Animaflora PicsStock - stock.adobe.com2019/02/AdobeStock_97419481.jpeg

HERSBRUCK (ws) – Wegen schweren Diebstahls musste sich ein junger Mann vor dem Amtsgericht Hersbruck verantworten. Mit Hinblick auf den psychischen Zustand des Angeklagten beließ es Richter Klaus Schuberth bei einer Geldstrafe.

Stark zitternd sitzt der junge Mann vor dem Gericht und lauscht der Anklageschrift. Mitte Februar des vergangenen Jahres soll er am Bahnhof in Neuhaus die Scheibe eines Automaten mit einem Stein eingeworfen und daraus eine Flasche Cola entwendet haben.

Der 24-Jährige, nicht in der Lage, sich selbst zu äußern, lässt über seine Verteidigerin ein umfassendes Geständnis verlesen. Zum Tatzeitpunkt habe er gerade keine Medikamente genommen. Deswegen sei es zu dieser – wie der Angeklagte von sich aus sagt – „blöden Aktion“ gekommen.

Wie jedoch ist jemand zu bestrafen, der an paranoider Schizophrenie leidet? Eigentlich müsste Schuberth nun einen Gutachter hinzuziehen, der die Krankheit für das Gericht attestiert, nur um den Angeklagten dann erneut einzuweisen, obwohl er ohnehin schon in einer psychiatrischen Einrichtung lebt. Da dies mit weiteren Kosten für den 24-Jährigen verbunden wäre, belässt es der Richter bei einer Geldstrafe in Höhe von 60 Tagessätzen zu je zehn Euro.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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