Bundesgesundheitsminister kommt zu Gesprächsabend

Hermann Gröhe kennt Hersbruck

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. | Foto: BMG/J. Zick2016/07/7301970.jpg

HERSBRUCK – Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe kommt nach Hersbruck. Wieder. Nach mehr als 30 Jahren. Damals war er hier, weil er verwandtschaftliche Beziehungen hatte. Inzwischen hat er politisch Karriere gemacht. Aber wie hält er es dabei mit seinem christlichen Hintergrund? Wem dient er? Darum soll es am Donnerstag, 4. August, um 19 Uhr in der Spitalkirche gehen. Alle Interessierten sind willkommen. Über den Hintergrund der Veranstaltung schreiben hier Dekan Werner Thiessen und Pfarrer Gerhard Knodt.

Die alten Dias sind verwackelt und zeigen einen jungen Mann, der bei der Renovierung des Altensittenbacher Gemeindehauses hilft. Er trägt lange Haare und Jeans. Erst wenn man ein Pressefoto von heute daneben stellt, fallen Ähnlichkeiten auf. Damals konnte niemand wissen, dass er einmal Vorsitzender der JU Deutschland, Staatsminister im Bundeskanzleramt, CDU-Generalsekretär und schließlich Bundesgesundheitsminister werden würde. Damals diente er in der Jugendarbeit. Heute dient er im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Apropos Dienen: Die Bundeswehr wirbt mit dem Slogan: „Wir. Dienen. Deutschland.“ Das klingt klar und vielleicht ist es das auch. Wem dienen unsere Minister? Immerhin heißt Minister auf Deutsch „Diener“. Auch der Bundesminister für Gesundheit, Hermann Gröhe dient. Sein Ministerium ist für die Leistungsfähigkeit der Krankenversicherung sowie der Pflegeversicherung verantwortlich. Das Bundesgesundheitsministerium soll die Qualität unseres Gesundheitssystems weiterentwickeln. Dazu müssen Gesetze und Verordnungen erarbeitet werden.

Viele wichtige Gesellschaftsfragen werden in diesem Ministerium bearbeitet und gebündelt. Davor werden sie lange schon im Land diskutiert. Der vorläufige Höhepunkt war das Ringen um ein neues Gesetz zum Lebensschutz beziehungsweise zur Sterbehilfe. Eine Sternstunde des Bundestages. Dafür wurden die üblichen Fraktionsgrenzen aufgelöst. Parlamentarier schlossen sich überparteilich zu Arbeitsgruppen zusammen.
Hier galt und generell gilt: Abgeordnete sind zuerst ihrem Gewissen gegenüber verantwortlich. Hier kann ein Minister nichts verordnen oder erzwingen. Bei der Frage der Sterbehilfe konnte er nur dem Leben dienen und allgemein dem Gewissen, nicht nur Deutschland oder seiner Kanzlerin.

Am Donnerstag, 4. August, um 19.30 Uhr kommt Bundesgesundheitsminister Gröhe nach mehr als 30 Jahren wieder nach Hersbruck. Diesmal in die Spitalkirche. Er hat aus seiner Jugendzeit Beziehungen ins Hersbrucker Land. Seine Tante war Leiterin der Eschenbacher Schwesternschaft „St. Johannis Konvent vom gemeinsamen Leben“ Und er hat diese Zeit in bester Erinnerung.

Gröhe wird sich interviewen und befragen lassen zu seinen ethischen Standpunkten, zu seinen Gründen, in die Politik zu gehen und zum christlichen Glauben der ihn motiviert. Der Abend im Spital steht unter dem Motto: „Als Christ in der Politik – Wem dienen Sie, Herr Minister?“ Die evangelische Kirchengemeinde der Stadtkirche Hersbruck lädt zu diesem Abend ein.

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