Theaterworkshop

Kreative Kinder auf Schloss Henfenfeld

Antonia Reitinger mimte die „Diva“, der ihr Diamantencollier gestohlen wurde. | Foto: privat2020/08/uAUKd-2w.jpeg

HENFENFELD – Seit 2008 findet jedes Jahr in der ersten Sommerferienwoche ein Theaterworkshop für Kinder und Jugendliche an der Opernakademie Schloss Henfenfeld statt. Dieses Mal war ein „Dieb“ auf dem Schloss unterwegs.

Der Wettergott hatte es gut gemeint: Kein Tropfen Regen war die ganze Woche zu spüren und so konnten die gesamten Proben der Kinder im Schlosshof und Schlossgarten stattfinden. Das war natürlich unter den gegebenen Corona-Schutzmaßnahmen ideal. Es konnte mit genügend Abstand und teilweise mit Maske geprobt und gesungen werden.
Neun der 22 Kinder hatten bereits in den vergangenen Jahren am Kinderworkshop teilgenommen. Für die anderen war sowohl der Workshop als auch das Schloss neu. Bei einigen war die Aufregung gut zu spüren.

Spannung am Anfang

Denette Whitter, Leiterin der Opernakademie und gleichzeitig musikalische Leiterin, sowie die Theaterpädagogen Karin B. Friedli und Dieter Doetsch, begrüßten die Kinder. Gestartet wurde mit einem Aufwärmtraining, das auch dazu diente, sich besser kennenzulernen. Die Kinder waren sehr gespannt auf die Detektivgeschichte, die in der Ausschreibung angekündigt war: „Der Dieb von Schloss Henfenfeld – Ein Fall für Emma, Peter und ihre Freunde“.

Friedli und Doetsch stellten die Rahmengeschichte vor. Die Details und die Entwicklung der einzelnen Szenen entstanden gemeinsam mit den Kindern im Laufe der Woche. Die Kinder hatten unglaublich viele Ideen für die Geschichte und die jeweiligen Rollen. Von den 22 möglichen Rollen konnten sie drei Wunschrollen angeben. Im Grunde gab es keinen Hauptakteur, sondern viele gleichberechtigte Rollen, die die Kinder ausgestalten konnten. Nach der Verteilung war klar: Es gibt keinen Peter, sondern eine Petra, und nun waren es insgesamt acht „Detektivinnen“ statt der geplanten sechs.

Danach konnten alle die Lieder, die teilweise passend zur Geschichte umgeschrieben waren, erlernen. „Das Nachtgespenst“, „So ein Tag, so wunderschön wie heute“, sowie ein tolles „Jazz-Canon“ waren mit dabei. Die Gruppe hatte viel Spaß und so ging der erste Tag bereits zu Ende. Die nächsten Tage wurde intensiv geprobt, entwickelt und gesungen. Alle Kinder waren immer mit großer Freude dabei. Natürlich waren auch Pausen wichtig. Es wurde gespielt, gelacht und mittags hungrig das von Denette Whitter gekochte Mittagessen verdrückt. Bei der Schlossführung war selbstverständlich das Verlies für die Kinder von besonderem Interesse. Auch die Schafe im Burggraben bekamen ganz viel Aufmerksamkeit sowie Karotten und Äpfel.

Von Kostüm bis Probe

Der erste Durchlauf des Stücks fand bereits am Mittwoch statt. Die meisten Kinder konnten die Liedtexte schon auswendig und die Szenen verdichteten sich immer mehr. Die letzten Ergänzungen und Ideen wurden am Donnerstag, dem letzten Tag vor der Aufführung, zusammengefügt. Kostüme wurden besprochen und Requisiten ausprobiert. Ein Bühnenbild gab es kaum – denn da die Geschichte auf Schloss Henfenfeld spielte, war das Schloss die beste Kulisse, die man sich vorstellen konnte.

Nach der Generalprobe am Freitagmorgen gingen die Kinder nach Hause, um sich vor der Vorführung noch etwas auszuruhen. Um 18.30 Uhr war es so weit und die Uraufführung von „Der Dieb von Schloss Henfenfeld“ konnte endlich starten. Die durch Corona begrenzten Plätze im Schlosshof waren mit Eltern und Familie voll besetzt.

Die Geschichte selbst spielte sich folgendermaßen ab: Schloss Henfenfeld erwartet die Ankunft der berühmten Gesangsdiva Maria Diaz, die dort ihr Konzert geben soll. Eröffnet wird das Stück allerdings von einem Schaf, einer Klappmaulpuppe (gespielt von Nico Schuster). Danach stürmen die Paparazzi die Bühne (Pauline Utz/Sabin Bowen), um einige Fotos des Publikums zu erhaschen. Der Moderator (Clemens Miller – à la Sherlock Homes) begrüßt das Publikum und führt durch das gesamte Stück. Die Gärtnerin (Marlena Dölle), der Postbote (Bennett Körner) und die Bürgermeisterin (Patricia Oerther) diskutieren über die Ankunft der Diva – sie muss wohl sehr reich sein, denn ihr Diamantencollier soll ja „zwei Millionen“ wert sein.

Die Diva (Antonia Reitinger) erscheint mit ihrem Gefolge: zwei Bodyguards (Luis Kirschke/Berthold Buchwald) und eigener Kostümdesignerin Gerlinde (Lisa Wirthmüller). Nach ersten hohen Einsingtönen geht die Diva gestresst ab.

Wer ist der Dieb?

In der Zwischenzeit erscheint eine Schulklasse mit Emma (Maria Bartz), Petra (Louisa Gatterer), Thea (Carlotta Bigaj), Charlie (Carlotta Knabe), Sofia (Johanna Kasten), Kunigunde (Marlene Paulus), Elli (Lea Günsche), Marie (Ella Braun) und ihrem Lehrer (Ewart Bowen). Sie haben von einem Geist gehört und möchten herausfinden, ob es diesen wirklich gibt. Währenddessen wollen die Paparazzi ein Interview mit der Diva führen. Dabei bemerkt die Diva mit Entsetzen, dass ihr wertvolles Collier gestohlen wurde… Doch wer ist der Dieb?

Zwei Polizisten sollen den Fall aufklären (Franz Kirschke, Lysander Bowen). War es ein menschlicher Dieb oder der Geist von Schloss Henfenfeld, der das Collier gestohlen hat? Zufällig kommen die Detektivinnen der Wahrheit auf die Spur: Ein Foto der Paparazzi zeigt, dass ein Schaf vom Schloss das Collier um den Hals trägt. Es gelangte durch einen Geheimgang vom Burggraben in das Zimmer der Diva. Dadurch finden die Freundinnen heraus, dass eigentlich nur die Diva selbst das Collier verschwinden lassen konnte. Sie informieren die Polizei, die Diva wird während ihres Auftritts verhaftet. Und ihre Bediensteten sind glücklich, dass sie nun nicht mehr für sie arbeiten müssen.

Zum Schluss gab es für die wunderbaren Schauspieler minutenlangen, großen Applaus. Die Kinder hatten sichtlich Freude und großen Spaß bei der Aufführung. Der Ehrengast, Bürgermeister Markus Gleißenberg, gratulierte den jungen Talenten. Sie erhielten neben der Teilnahmeurkunde 
eine Blume und ein paar Süßigkeiten.

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