Röthenbach bekommt Sicherheitswacht

Helfer für die Polizei

Ansprechpartner für die Bürger sein und bei größeren Schwierigkeiten die Polizei hinzurufen. Das ist kurz gesagt die Aufgabe einer Sicherheitswacht, wie sie nun in Röthenbach kommen soll.
Ansprechpartner für die Bürger sein und bei größeren Schwierigkeiten die Polizei hinzurufen. Das ist kurz gesagt die Aufgabe einer Sicherheitswacht, wie sie nun in Röthenbach kommen soll. | Foto: Buchner-Freiberger2019/03/sicherheitswacht-roth.jpg

RÖTHENBACH — In Röthenbach wird demnächst eine sogenannte Sicherheitswacht unterwegs sein. Das hat der Stadtrat beschlossen. „Hilfs-
sheriffs“ oder gar eine „Bürgerwehr“ sollen die Ehrenamtlichen nicht sein.

Die Bayerische Sicherheitswacht wurde 1994 ins Leben gerufen, seit 2010 kann sie auch in Kommunen mit weniger als 20 .000 Einwohnern eingeführt werden. Insgesamt gibt es in Bayern derzeit 122 Sicherheitswachten, im Landkreis Nürnberger Land zum Beispiel seit Anfang dieses Jahres in Hersbruck.

Die Ehrenamtlichen sollen der Polizei helfen, Vandalismus und Ordnungsstörungen vorzubeugen, besonders auf öffentlichen Straßen und Plätzen sowie in Parks. Selbst eingreifen sollen sie nur im Ausnahmefall, wie Ordnungsamtsleiter Günter Holzammer im Stadtrat erläuterte. Zum Beispiel dann, wenn Menschen akut in Not sind. Ansonsten ist es Aufgabe der Sicherheitswacht, verdächtige Vorkommnisse  sofort an die Polizei weiterzuleiten. Auch ersetzt die Wacht nicht den Sicherheitsdienst auf Festen und Veranstaltungen.

„Alles passiert im Auftrag der Polizei“, sagt Holzammer. Diese wählt auch geeignete Bewerber aus. Der Freistaat  bezahlt eine Entschädigung in Höhe von acht Euro pro Stunde, streng genommen gilt die Sicherheitswacht jedoch als Ehrenamt. Bewerber erhalten von der Polizei eine 40-stündige Ausbildung, Bekleidung, ein Funkgerät und zur Selbstverteidigung ein Reizstoffsprühgerät. Bewaffnet ist das Personal nicht.

„Keine Hilfssheriffs“

Über das Für und Wider wurde in der Stadtratssitzung nicht mehr diskutiert, da das Thema im Ausschuss für Wirtschaft und Finanzen vorberaten worden war. Stadträtin Cornelia Trinkl (CSU) betonte jedoch, dass die Ehrenamtlichen der Sicherheitswacht „keine Hilfssheriffs“ seien. Man wolle durch ihren Einsatz aber das Sicherheitsgefühl der Bürger stärken. Andere Kommunen hätten gute Erfahrungen gemacht.

Die einzige Gegenstimme kam von Ullrike Knoch (SPD). Sie vertrat die Meinung, dass man „hoheitliche Aufgaben“ wie die der Polizei nicht auf ehrenamtliche Helfer übertragen dürfe. Knoch: „Das gibt den Bürgern lediglich eine Scheinsicherheit.“

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger