Abschied Ende Februar

Pfarrer Alexander Reichelt verlässt Förrenbach

Vom Wohnzimmerfenster aus hatte Alexander Reichelt den Förrenbacher Kirchturm stets im Blick. | Foto: A. Pitsch2018/02/8752141.jpg

FÖRRENBACH – „Heimat ist für mich da, wo ich bin, arbeite und mich wohlfühle.“ Die vergangenen zwölf Jahre war das Förrenbach. Im März wird Pfarrer Alexander Reichelt die Stelle im Dorf sowie als theologischer Referent beim evangelischen Forum verlassen und nach Weißenburg wechseln.

Wenn Reichelt zurückblickt, fallen ihm ausschließlich positive Erinnerungen ein: „Wir sind offen und herzlich aufgenommen worden.“ Gerade auch auf privater Ebene haben sich „viele Leute auf die Begegnungen mit uns gefreut“. Als Pfarrer habe er sich von der Gemeinde getragen gefühlt, versucht er die zwischenmenschlichen Töne in seiner ruhigen Art zu beschreiben. Als Beispiel nennt er die Sanierung des Gemeindehauses. Die Kosten waren groß, aber die Arbeitsleistung der Förrenbacher unglaublich: „Ich spürte den enormen Willen, zusammenzustehen.“

Gerade diese „dörfliche Solidarität“ wird Reichelt vermissen, denkt er. In Förrenbach werden Jubelfeiern und auch Beerdigungen von den Einwohnern mitgetragen, erzählt er begeistert: „Der Posaunenchor spielt selbstverständlich bei jeder Beisetzung und die Kirche ist voll – auch wenn ein einsamer alter Mann gestorben ist.“ In der Stadt Weißenburg wird das strukturell anders sein, weiß Reichelt aus Erfahrung. Dabei ist ihm genau dieses Miteinander so wichtig, wie er verrät. Er sei glücklich – „stolz ist das falsche Wort“, meint er bescheiden –, dass sich der Zusammenhalt während seiner Tätigkeit verbessert habe. Viele schöne Dinge, wie die Reformationsveranstaltungen, habe er erlebt, und der liturgische Chor sei eine echte Bereicherung.

Doch neben diesem „Standbein Kirchengemeinde“, wie es der 48-Jährige umschreibt, gab es noch die „Kür“ als theologischer Referent im evangelischen Forum. Denn als Reichelt seine Stelle in Förrenbach antrat, wurde diese „aufgrund der Zahl der Gläubigen“, erklärt er, um die Hälfte gekürzt. Dazu kam eine halbe Stelle im gemeinnützigen Verein, der Mitglied bei der Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Erwachsenenbildung in Bayern ist. Diese Aufteilung soll wohl auch bei Reichelts Nachfolger so bleiben, vermutet er.

Für den Theologen war diese Arbeit die Möglichkeit, „über den Kirchturm hinauszublicken“. Schließlich sind Forum und Bildungsansatz dekanatsweit beziehungsweise noch darüber hinaus angelegt. „Mir hat es viel Freude gemacht, mit Vereinen und Gruppen zu kooperieren.“ Als spannende Veranstaltungen zählt er die mit dem Raum der Stille, dem Bund Naturschutz oder Kirchenmusikdirektor Gerd Kötter auf.

Aber warum dann der Abschied? „Nach zehn Jahren wird man von der Landeskirche ermutigt, nach vorne zu blicken“, sagt Reichelt etwas süffisant. Vielleicht denkt er dabei gerade an seinen Jüngsten: „Er sieht nur einen großen Berg.“ Aber der Umzug berge Chancen – auch für Reichelt selbst. In Weißenburg wird er sich auf eine ganze Stelle als Pfarrer konzentrieren können. „Das ist gut.“

Die Verabschiedung in Förrenbach von Reichelt und Konstanze Heß ist am Sonntag, 25. Februar, um 15 Uhr in der Kirche, anschließend Empfang im Gemeindehaus. Am Dienstag, 6. Februar, um 19.30 Uhr will er gemeinsam mit Gerd Kötter in der Stadtkirche unter dem Titel „Eine Frau zwischen vier Männern – der Kirchenväteraltar in der Hersbrucker Stadtkirche“ die Figuren zum Sprechen bringen.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch