Förrenbacherin baut Krippe

Passionsgeschichte im Kleinformat

Mit viel Liebe zum Detail hat Andrea Czelhan ihre für die HZ ausnahmsweise schon jetzt voll bestückte Passionskrippe gebastelt – um so Besuchern Jesu' Leidensgeschichte nahezubringen. | Foto: M. Münster2021/03/redwebP1100988.1-scaled.jpg

FÖRRENBACH – Werden Kinder nach Weihnachten und dem Sinn der Festtage gefragt, wissen die meisten, dass die Geburt Jesu gefeiert wird. Das Jesus-Kind liegt in der Krippe und die steht, gerade in unserer Region, in vielen Haushalten und Kirchen in der Weihnachtszeit. Fragt man sie nach Ostern und dessen Brauchtum kommen als Antwort meist die bunten Eier, die Schokoladen-Hasen und vielleicht auch noch die geschmückten Brunnen. „Da muss ich etwas ändern“, findet Andrea Czelhan aus Förrenbach – und schritt zur Tat.

Die Förrenbacherin tüftelt und bastelt gerne, daher besuchte sie auch vor Jahren einmal einen Krippenbaukurs in Speikern. Zu Hause ging es danach ans Bauen von Weihnachtskrippen, auch für Freunde und Verwandte.
Eine Reise nach Jerusalem und in die dortige Umgebung regte sie dann dazu an, das Leben Jesu in der Passionszeit darzustellen. Die Idee zu einer Passionskrippe war geboren.

Sie hatte den Anspruch, die Orte möglichst authentisch nachzubauen. Unter anderem sollten die Darstellungen dazu dienen, Kindern den Weg, den Jesu nach biblischen Überlieferungen gegangen sein muss, anschaulich zu verdeutlichen.

Ein kleines Kunstwerk

Mit einigen Recherchen, Reise-Erinnerungen, Weichfaserplatten, Styropor und ganz viel Gips, wie Andrea Czelhan es beschreibt, sei sie an die Arbeit gegangen. Herausgekommen sei dann tatsächlich ein kleines Kunstwerk.

Andrea Czelhan ist seit Jahren auch in der evangelischen Kirche in der Kinder-Gottesdienstarbeit aktiv. So war die Brücke geschlagen zum Standort vor der Förrenbacher St. Johanneskirche. Hier können sich die Kinder in Ruhe die verschiedenen Szenen in der Krippe anschauen.

Ablauf dargestellt

Ihr Ehemann erklärte sich bereit, einen großen Schaukasten zu bauen, damit die große Krippe vor Wind und Wetter geschützt ist. Viele Wochen und Monate Arbeit stecken in diesem Werk. Stilecht und anschaulich, mit vielen liebevollen Details ausgestattet, können hier die Besucher die verschiedenen Stationen Jesu nachverfolgen. Ganz deutlich wird dabei der zeitliche Ablauf des Passionsgeschehens.

Andrea Czelhan komplettiert nämlich die Krippe, passend zu jedem Feiertag, bis hin zum Ostersonntag. Damit knüpft sie auch an die Tradition des früheren Förrenbacher Pfarrers Reinhold Fritzsch an, der die Leidensgeschichte Jesu in den 1990er Jahren an einem Modell des Golgathahügels im Inneren der Kirche „nachspielte“. Der Beginn damals wie heute ist der Einzug nach Jerusalem am Palmsonntag. Mit dem Abendmahl am Gründonnerstag geht es weiter. Die Szene im Garten Gethsemane, der Kreuzweg und die Kreuzigung am Karfreitag werden dargestellt und am Ostersonntag natürlich die Auferstehung.

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Andrea Czelhan | Foto: M. Münster2021/03/redwebP1100991.1-scaled.jpg

Nur für das Foto für diesen HZ-Bericht hat sie bereits vor Palmsonntag alles aufgebaut. Allein für die Bestückung dieser Szenen brauchte sie fast eine Stunde. Zufällig vorbeikommende Kinder aus dem Ort nahmen gleich nach dem Aufbau die Krippe in Augenschein.

Ein neunjähriger „Fachmann“ war auch darunter. Er bekundete, dass er auch gerade eine Krippe baue, diese aber nicht seine erste sei. Andrea Czelhan wusste zu berichten, dass schon die Großmutter des kleinen Künstlers etliche Krippen gebaut habe – Förrenbach ist wohl wirklich ein Dorf der Krippenbauer.

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