Grundschule Happurg

Live dabei bei einer „Klasse2000“-Stunde

Beim Atemtraining waren die Mädchen und Jungs mit Feuereifer dabei. | Foto: A. Pitsch2018/03/IMG_2729.jpg

HAPPURG – „Klaro, wach auf“, rufen die Grundschüler der Klasse 1/2c erst noch zögerlich. Kein Wunder, es ist früh am Morgen und die Person da vor der Tafel zwar sympathisch, aber noch fremd. Die jungen Happurger haben ihre erste Klasse2000-Stunde – und sind sofort mit Begeisterung dabei.

Doch nach wem haben die Schützlinge von Lehrerin Monika Zenker denn eigentlich gerufen? Nach „Klaro“, der Forscherpuppe und Maskottchen des Projekts, die die Klasse2000-Beauftragte Claudia Gerke aus ihren vielen Taschen und Kisten gezogen hat.

Mit ihr ist das Eis gebrochen. „Die hat ja grüne Haare“, stellt ein Schüler erstaunt fest. Dank „Klaro“ sprudeln plötzlich die Sätze aus den Kindern nur so hervor. Viele, die Geschwister haben, die das Programm bereits durchlaufen haben, erzählen von eigenen Püppchen mit gehäkelten Klamotten oder im Schlafanzug. „Dürfen wir auch einen ,Klaro’ basteln?“ Die Frage brennt nicht nur einem der Grundschüler unter den Nägeln.

Mit der kleinen Figur gelingt Gerke spielerisch, ja fast schon szenisch, der Einstieg ins Thema der Auftaktstunde – die Atmung. „Klaro will, dass es euch gut geht“, sagt sie mit sanfter, aber klarer Stimme. Wie das am besten geht, sollen die Mädchen und Jungs der Jahrgangsgemischten Klasse selbst herausfinden. Daher gibt es erst einmal ein Bewegungsspiel, das den kleinen Forschern dabei helfen soll, zu erfahren, wie das Atmen funktioniert.

Großes Schnaufen
Also machen sich die Kinder zu Musik groß wie Giraffen und hüpfen wild wie die Hampelmänner umher. Sie klatschen und lachen. Kaum ist das Lied aus, ist der Raum erfüllt von großem, hörbarem Schnaufen. Was nun passiert sei, will Gerke wissen. „Wir atmen schneller“, kommt es prompt – und zwar weil man in Bewegung mehr Luft für mehr Muskelarbeit braucht, erklärt die Expertin.

Wie der Weg der Luft im Körper verläuft, erläutert Gerke anschaulich an Hand einer Zeichnung, die unter anderem zwei Lungenflügel und die Luftröhre, eine Art „Gartenschlauch“, zeigt. „Wenn wir durch die Nase einatmen, wird die Luft bis zur Lunge wärmer“, rät sie den Kindern. Und warum muss man ausatmen? Gerke bläst dabei einen Luftballon auf. „Weil man sonst platzt“, weiß einer.

Die Fragen hören nicht auf: Was braucht man aus der Luft? Wo gibt es den besten Sauerstoff? Wie kommt der im Körper zu den Muskeln? Immer schnellen Finger nach oben, die Kinder sind aufmerksam, teils mucksmäuschenstill. „Im Weltall gibt es keine Luft und ohne Raumanzug stirbt man“, ergänzt ein Mädchen. Alle Schüler wissen, dass der Sauerstoff von den Bäumen kommt und draußen beim Rennen und Spielen am besten ist.

Tanz in der Luft
Bevor die kleinen Forscher unruhig werden vom vielen Mitdenken, hat Gerke wieder etwas spannende Praxis parat. Sie zaubert ein gelbes Pusteröhrchen mit kleinem weißen Ball hervor, den „Klaro-Atemtrainer“. Ziel ist es, das Bällchen möglichst lange beim Ausatmen hoch zu halten. Die Kinder lernen so, ihre Atmung zu kontrollieren.
Aber bei der ersten Probe fliegen die Kügelchen durch den Raum und tanzen in der Luft. Alle stürmen von ihren Plätzen nach vorne zu Gerke. „Guck mal“, schallt es von allen Seiten. Sie wollen ihr unbedingt ihr Können demonstrieren.

Als wieder Ruhe einkehrt, erfahren die Schüler, dass Hustenschleim die Bronchien verklebt und Platz in der Lunge wegnimmt. „Dann bekommt ihr weniger Sauerstoff und Sport fällt euch schwer“, erzählt Gerke. Dass der Sauerstoff übers Blut, über Venen und Adern transportiert wird, muss sie den Mädchen und Jungs nicht sagen. „Ihr seid ja ganz viele kleine Professoren“, schwärmt Gerke über die schlaue Klasse.

Die durfte sich an diesem Tag sogar einmal nach hinten umdrehen. Der Grund war der Besuch von Thomas Endres und Wolfgang Salewski vom Lions Club Hersbruck, der das Projekt sponsert. Mit offenem Mund sitzen die Kinder ehrfürchtig vor den beiden Präsidenten. „Wir wollen, dass aus euch gesunde junge Leute werden“, begründet Endres das Engagement des Clubs. Ein Anfang ist mit der ersten Klasse2000-Stunde gemacht.

Mehr Infos zum Projekt hier.

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N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch