Happurg: Gutachter sieht Chance für Schupfer Quellen

Kanal ist überlastet

In Happurg ist der Kanal zum Teil restlos überstrapaziert. In der Siedlungsstraße sind deshalb schon die Bagger im Einsatz. Foto: M. Münster2013/10/5_2_1_2_20131015_KANAL.jpg

HAPPURG – Die umkämpften Schupfer Quellen und der Generalentwässerungsplan standen auf der Hauptagenda des Happurger Gemeinderates. Insbesondere das überlastete Kanalnetz bereitet dem Gremium Sorgen.

Zu den Schupfer Quellen referierte dieses Mal ein Fachmann: Diplom-Geologe Johannes Holbig von CDM Smith in Nürnberg. Er erläuterte noch einmal die Besonderheiten der Quellen und der existierenden Kalktuffablagerungen, unterstrich deren Wichtigkeit und versprach dem Gremium, für dieses ökologisch interessante Projekt ein bebildertes und transparentes Konzept zu erstellen. Er sehe bei den Quellen kein Nachhaltigkeitsproblem, das Wasser biete sich förmlich zur Nutzung an, so Holbig.

Das Hydrogeologische Gutachten sei bis zirka Februar 2014 in Planung, die FFH-Verträglichkeitsprüfung (Pflanzen- und Tierwelt) solle zwischen März und August nächsten Jahres erfolgen und die Ingenieur-Planungen im Zeitraum September und Oktober 2014.

Auf die Frage des Bürgermeisters nach der möglichen Wasserentnahme-Menge, berichtete Holbig, dass auch bei extremen Schwankungen der Schüttungen (Sommer/Winter) keinerlei Schäden an den Kalktuffquellen aufgetreten seien. Also könnten auch bei zukünftiger Erhöhung der Entnahme trotzdem die Kalktuffquellen noch mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Gemeinderat Weidinger fragte nach der nötigen Vorprüfung. Holbig antwortete, dass zuerst festgestellt werden müsse, welche Wassermengen tatsächlich entnommen werden können, danach werde das weitere Vorgehen festgelegt.

Manfred Raum vom Planungsbüro Reeder & Raum, stellte anschließend den lange erwarteten Generalentwässerungsplan vor. Es ging um das Kanalnetz und die Mischwasserbehandlung in Förrenbach, Kainsbach und Happurg. Schupf solle zeitnah auch angeschlossen werden, für Thalheim gäbe es noch eine Option, so Raum. In Happurg sei in weiten Bereichen das Kanalnetz restlos ausgereizt, so der Sachstand laut Manfred Raum. Mit dieser Information erzählte er dem Gremium nichts Neues. Sehr oft könne das die Bevölkerung in Happurg nach einem Platzregen feststellen.

Die größten Probleme gäbe es in Happurg; in Förrenbach und Thalheim seien nur kleinere Maßnahmen nötig, so der Planer. In Förrenbach sei eine Planung zur Verbesserung der Situation im Bereich Brücke/Kirche in Arbeit. Bei zukünftigen Baumaßnahmen müsse die Situation in Happurg im Bereich der Sparkasse verbessert werden, erklärte Raum. In der Siedlungstraße werden derzeit die Planungen schon zum Teil umgesetzt. Danach wird es im Bereich Hersbrucker Straße und Hohenstädter Straße Baumaßnahmen geben.

Auch der Verbesserungsbedarf im Bereich Pommelsbrunner Weg wird als dringend angesehen. Wichtig ist es laut Manfred Raum, das Fremdwasser in Happurg und Förrenbach zu reduzieren. Von Bernd Bogner und Kurt Schwemmer kamen Fragen nach der zwingenden Kanalgröße beziehungsweise nach der Vermeidung von Geruchsbelästigungen aus dem Kanal.

Weitere Themen waren noch die Erneuerung der Kindergarten-Fenster in Förrenbach, diverse Straßenschäden und deren Beseitigung, die Erhaltungsmaßnahmen für die Linde am Happurger Marktplatz sowie die Baumaßnahmen am Förrenbacher Friedhof. Bürgermeister Brückner teilte mit, dass das Planfeststellungsverfahren für die Sanierung des Happurger Oberbeckens nun öffentlich ausliegt.

N-Land Marita Münster
Marita Münster