100 Jahre Posaunenchor Förrenbach

Gottesdienst statt großer Festakt

Der Jubiläumschor beim Freiluft-Gottesdienst mit Dirigent Samuel Weiher. | Foto: Friedrich Stucke2021/07/DSC0452-scaled.jpg

FÖRRENBACH – Geplant war alles ganz anders. Der Förrenbacher Posaunenchor wollte sein 100-jähriges Jubiläum feierlich begehen. Vorgesehen waren Kommersabend, Bezirksposaunentag mit 200 bis 300 Bläserinnen und Bläsern sowie ein anschließendes geselliges Beisammensein, die Ausrichtung des Albachtaler Pfingstgottesdienstes sowie ein Weihnachtskonzert. Corona machte jedoch einen dicken Strich durch alle Planungen, das war bereits im vorigen Jahr absehbar.

Petrus hatte aber ein Einsehen und schickte wenigstens zu dem Freiluft-Gottesdienst, der zu Ehren des Posaunenchores auf der Plan-Wiese in Förrenbach gefeiert wurde, strahlenden Sonnenschein und einen blauen Himmel. Nicht viele Förrenbacher ließen sich diesen Gottesdienst im Freien entgehen.

Horst Übler als Obmann sprach in seiner Begrüßungsrede von den bescheidenen Anfängen im Jahr 1921 mit neun Bläsern, nur Männer, unter der Leitung von Konrad Dorn. In den 70er und 80er Jahren wuchs der Chor auf 30 aktive Spieler an. Natürlich gab es in den 100 Jahren auch einige Problemchen zu lösen. Da wurde zum Beispiel dringend ein geeigneter Probenraum gesucht. Verschiedene Stationen wurden durchlaufen, bis sich ab 1980 das neu gebaute Gemeindehaus als idealer Probenraum anbot.

Verschiedene Chorleiter

Gewürdigt wurden von Übler auch die vielen engagierten Chorleiter, die sich in den 100 Jahren um die Ausbildung der Bläser und um die Weiterentwicklung des Chores verdient gemacht hatten und haben. Von 2002 bis 2011 übernahm Norbert Weinecke die musikalische Leitung und veränderte damit auch die musikalische Ausrichtung. Natürlich blieben die Choräle in dem Repertoire erhalten, aber die Spieler setzten sich auch mit neuen Musikrichtungen wie Swing oder Tango auseinander.

Nach der Ära Weinecke gab es einen häufigen Wechsel von Chorleitern. Zwischendrin übernahm interimsweise Judith Reichelt, die Frau des damaligen Pfarrers, die Leitung der Probenstunden. Ab September 2018 konnte der Chor Samuel Weiher als Leiter gewinnen. Bei Verhinderung wird er von Nicola Weiher unterstützt. Samuel Weiher studiert in Würzburg Musik. Der Posaunenchor sei stolz darauf, einen solchen „Könner“ aus Förrenbach in seinen Reihen zu haben. Übler verwies noch mal auf die im vergangenen Jahr vorgenommene Ehrung von Erwin Brückner für 75 Jahre Aktivität im Posaunenchor.

Viele Bläsereinsätze

Das war auch ein Punkt in der Rede von Bürgermeister Bernd Bogner. Er hob die Kontinuität hervor. Ein Spieler im Posaunenchor verpflichte sich zu vielen Einsätzen im Jahr, zu noch mehr gemeinsamen Proben und mit Sicherheit auch zu Proben in den heimischen Räumen. „Zuverlässigkeit, Freude an der Musik und freundschaftliche Verbundenheit sind die besten Voraussetzungen für einen intakten und gut aufspielenden Posaunenchor“, wusste er.

Diese Eigenschaften bescheinigte er dem Förrenbacher Posaunenchor mit seinen aktuell 17 Spielern und einem guten Frauenanteil. „Gott loben, das ist unser Amt“, so heißt das Motto eines evangelischen Posaunenchores.

Die Posaune in der Bibel

Pfarrerin Lydia Kossatz hatte sich in der Vorbereitung für die Predigt intensiv mit dem Thema Posaune beschäftigt. In der biblischen Geschichte sind viele Begebenheiten aufgeführt, wo die Posaune eine herausragende Rolle spielte. Darüber sprach sie. In diesem Gottesdienst erwarb so mancher Zuhörer bestimmt ganz neue Erkenntnisse über dieses Instrument und seine Historie. „Die Musik eines Posaunenchores verstärkt den Ruf Gottes an uns Menschen“, so empfand es die Pfarrerin. Sie ging auf die vielfältigen Einsätze des Posaunenchores im kirchlichen Leben ein. Auch in der Zeit der Pandemie habe der Posaunenchor durch „Ständchen“ vom Balkon, Fenster oder aus dem eigenen Garten den Menschen Hoffnung gegeben.

Natürlich war bei diesem Freiluft-Gottesdienst auch der Posaunenchor öfters im Einsatz. Besonders wichtig war der Vortrag des Liedes „Jesu geh voran“, denn das war seinerzeit das erste Stück, das der Posaunenchor, drei Monate nach der Gründung, spielen konnte.

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