Pilzbefall

Gemeinde Happurg muss kranke Bäume fällen

Dürre Astspitzen in der Baumkrone weisen auf einen Pilzbefall hin.
Dürre Astspitzen in der Baumkrone weisen auf einen Pilzbefall hin. | Foto: privat2020/06/gemeinde_happurg_muss_kranke_baeume_faellen.jpg

HAPPURG – Im Gemeindewald Happurg am Fuße des „Bocksberg“ zwingt ein Pilz mit dem hübschen Namen „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ die Gemeinde zu einer außerplanmäßigen Maßnahme. Dieser Pilz verursacht das seit 2008 in Bayern verbreitete Eschentriebsterben. In Kürze müssen daher entlang des Waldrandes am Höhenweg in Happurg Bäume gefällt werden. Das teilt die Gemeinde in einer Pressemeldung mit.

Zu erkennen sei der Befall auch für den Laien: Die Baumkronen der erkrankten Eschen weisen am Rand dürre Astspitzen auf. Die Bäume bilden als Reaktion sogenannte Nottriebe in Astgabeln. Dort treiben Blattbüschel aus. Ist ein Baum aber einmal erkrankt, dann bestehe kaum Aussicht auf Genesung.

Nach heutigem Wissensstand sei es nur eine Frage der Zeit, bis geschwächte Bäume endgültig absterben. Erkrankte Bäume wiesen eine Wurzelfäule auf, die auch starke Eschen völlig unvermittelt umstürzen ließen.

Keine Alternative

Laut der Pressemeldung der Gemeinde stehe nach einer gemeinsamen Besichtigung der Waldfläche durch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth/Außenstelle Hersbruck und der Gemeinde Happurg fest:
 Zahlreiche absterbende oder bereits abgestorbene Eschen 
würden die angrenzende Bebauung, Parkplätze sowie einen stark frequentierten Wanderweg gefährden.

Weil die erkrankten Eschen plötzlich umfallen könnten, gebe es keine Alternative zur sofortigen Entnahme. Weiter heißt es, Revierförster Patrick Goeder beteuere, dass man sehr am Erhalt jedes einzelnen Baumes interessiert sei. So gebe es im Wald keine Pflicht zum Einschlag erkrankter Bäume. In der Nähe von Straßen und einer Bebauung aber müsse in der Regel der ganze Baum entfernt werden, um die Verkehrssicherheit gewährleisten zu können.

Straßen werden gesperrt

Glücklicherweise wachsen auf der betroffenen Gemeindewaldfläche nicht nur Eschen, sondern eine Vielfalt anderer Baumarten. So stünden Ahorne, Linden und Kirschen bereits in den Startlöchern, um die entstehenden Lücken zu füllen.

Die Maßnahme, die noch im Juni stattfinden müsse, bringe – vor allen Dingen für die unmittelbaren Anwohner – Einschränkungen durch eine zeitweilige Straßensperrung mit sich. Die Gemeinde Happurg und das Forstrevier Albachtal bitten bei allen Maßnahmen um Verständnis. Das beauftragte Unternehmen beginnt mit den Fällarbeiten voraussichtlich am kommenden Montag.

Infos vom Revierleiter

Wer selbst vom Eschentriebsterben befallene Waldflächen besitzt, kann sich an Revierleiter Patrick Goeder wenden. Die Beratung vor Ort erfolgt kostenlos und unverbindlich. Kontakt: Forstrevier Albachtal, Amberger Straße 54, 91217 Hersbruck, Tel. 09151/72767.

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