Stollenweg bleibt gesperrt

Felssturz Happurg: Das wird was Größeres

Ulrich Lang vom Staatlichen Bauamt erläuterte vor Ort, am Stolleneingang F, die Situation.2016/06/7217767.jpeg

HAPPURG – Der Laie spricht vom Felssturz, der Fachmann dann doch eher von Steinschlag. Tatsache ist aber, dass auch weiterhin der beliebte Wanderweg am Stollenweg oberhalb des Stausees aus Sicherheitsgründen gesperrt bleiben muss.

Im April war bei der Happurger Verwaltungsgemeinschaft die Meldung vom Felssturz eingegangen (HZ berichtete). Zum Schutz der Wanderer und Spaziergänger veranlasste die Gemeinde vorsichtshalber sofort die Absperrung des Wanderweges dort. Auch das Staatliche Bauamt wurde direkt informiert. Zusammen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben Bonn erfolgte dann eine zeitnahe Begehung.
Bei einem Gespräch der HZ mit Diplom-Ingenieur Ulrich Lang vom Staatlichen Bauamt Nürnberg kam heraus, dass die Situation nicht so einfach ist, wie man es sich vorstellen könnte. Eine Sicherung mit den typischen Netzen, wie man sie hier und da bei Felssicherungen sieht, scheidet von vorneherein aus.

Im Bereich der Happurger Stollen und gerade auch im Bereich des Steinsturzes besteht der Fels aus ziemlich mürbem Sandstein. Das macht die Befestigung von Fangnetzen nahezu unmöglich. Jede Bohrung zur Befestigung könnte eine neue Gefahrenquelle bedeuten. Eine klassische Felssicherung ist in diesem Bereich weder zielführend noch wirtschaftlich. Klar ist jedoch, dass Sicherungsmaßnahmen eingeleitet werden müssen. Auch von dem Hohlraum der Stollen geht eine Gefahr aus. Die Sicherung eines Hohlraumes fällt in den Zuständigkeitsbereich des Bundes. Dieser hat nun mittlerweile Maßnahmen genehmigt. Nun geht die Detailplanung für dieses Gebiet weiter. Die kritische und zu sichernde Stelle befindet sich zudem noch im geschützten Flora-Fauna-Habitat-Gebiet.

Auch mehrere Fledermausarten fühlen sich dort oben heimisch, nicht zuletzt gilt es auch, dem Denkmalschutz Rechnung zu tragen. Es gibt bei der Planung etliche Faktoren zu berücksichtigen.

Umsiedlung für Tiere
Aktuell werden bereits naturschutzfachliche Vormaßnahmen durchgeführt. Erhebungen zum Thema Fledermäuse laufen. Hier wurden Experten vom Staatlichen Bauamt hinzugezogen. Es wird eine behutsame Umsiedlungen für die Tierchen geben. Wenn die Planungen für die Maßnahme insgesamt detaillierter und ausgereifter sind, wird zunächst der Happurger Gemeinderat informiert.

Anschließend, wahrscheinlich im September, werden die Planungen den interessierten Bürgern in einer öffentlichen Veranstaltung vorgestellt. Die Gemeinde und auch Ulrich Lang vom Staatlichen Bauamt Nürnberg bitten die Bevölkerung um Verständnis, dass der Weg auch weiterhin gesperrt bleiben muss. Die Wanderer haben zwar schon einen „Trampelpfad“ geschaffen, dessen Benutzung jedoch lebensgefährlich ist. Darauf weist die Gemeinde hin.

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