Theaterstück in Happurg

Clowns entern die Kirche

Alles vorbereitet, aber wo bleiben nur die Gäste? Die Kirchenclowns aus Sachsen-Anhalt begeisterten mit ihrem Spiel die Besucher in der Happurger Kirche. | Foto: M. Münster2019/10/P1080213.1.jpeg

HAPPURG – Mit ihrem Theaterstück „Köstlich, oder: Kommt, es ist alles bereit!“ haben fünf Kirchenclowns und eine Pianistin ihre kleinen und großen Zuschauer in der St. Georgskirche in den Bann gezogen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den „Hausherrn“, Pfarrer Gottfried Kaeppel, startete auch schon das Programm. Das Bühnenbild war im Altarraum aufgebaut. Es zeigte einen Raum mit einem Tisch und zwei Stühlen. Zwei Clowns kamen nacheinander vor die Kulisse. Sie ließen die Zuschauer an ihrem morgendlichen Ritual teilhaben. Da wurden die Vorhänge zurückgezogen, die Morgengymnastik gestartet und auch die Zeitungslektüre gehörte natürlich dazu. Auf Worte wartete man während der ganzen Vorstellung vergebens, hier und da gab es eine passende musikalische Untermalung vom Klavier.

Man hörte Lachen und leise Kommentare der Kinder. Die Handlung wurde fasziniert verfolgt. Auch bei den Erwachsenen lag bei so manchem ein Grinsen auf dem Gesicht.

Große Hektik

Zunächst schmökerten die Clowns gemütlich in der Zeitung, doch plötzlich wurde es hektisch. Sie sprangen wie elektrisiert auf und begannen allerlei Aktivitäten. Der Tisch wurde gedeckt, alles ordentlich hergerichtet und auf eine bessere Kleidung legten sie ebenfalls Wert.

Nur durch Mimik und Gestik erklärten die Clowns den Zuschauern in der Kirche, dass es ein Feiertag war und sie eigentlich Gäste eingeladen hatten, das hatten sie total vergessen. Ja, nun war alles hergerichtet, die Gäste könnten kommen. Hier wurde dann die Parallele zur biblischen Geschichte aus Lukas, wo es um das Gleichnis vom Festmahl geht, so richtig deutlich.

Die beiden Clowns saßen gelangweilt auf ihren Stühlen und warteten, Niemand kam. Nach einer gefühlten „Ewigkeit“ kam ein weiterer Clown hinzu. Auch er konnte nicht wirklich weiterhelfen. Mit Slapsticks und allerlei Zauberkünsten unterhielt er zwar die Gastgeber und die Zuschauer, aber das war es dann auch. Das Bühnenbild wurde gedreht, es erschien ein Gartenzaun.

Fremde am Tisch

Auch hier die Parallele zum biblischen Gleichnis, es wurden Fremde und völlig unbekannte Personen eingeladen. Die kamen gerne und das Fest begann. Die Gastgeber und Gäste hatten sichtlich Spaß. Zum Ende der Veranstaltung holten sich die Clowns einige Kinder, Pfarrer und Zuschauer und tanzten voller Freude und ausgelassen in den Gängen der Kirche.

Die Kirchenclowns Christophorus, Florentine, Leo, Amanda und Pauline mit der Pianistin Almuth Schulz treten seit vier Jahren in dieser Konstellation auf. Sie kommen aus Sachsen-Anhalt, Württemberg, dem Sauerland und Mittelfranken. Aber nicht nur die Herkunftsbundesländer sind verschieden, sie kommen auch aus unterschiedlichen Konfessionen. Immer im Oktober eines Jahres sind sie für eine Woche unterwegs.

Zwischen sechs und neun Auftritte stehen dann auf ihrem Programm.
Mit ihren Aufführungen möchten sie die Menschen dazu aufrufen, sich an einen Tisch zu setzen. Sie sollen miteinander reden, füreinander handeln und auch gemeinsam feiern, ungeachtet ihrer Herkunft und Stellung in der Gesellschaft. Außerdem werden natürlich auch mal ganz andere Leute mit dem Clowntheater angesprochen. Sie erreichen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die sonst vielleicht nicht so oft den Weg in die Kirchen finden. Diese Gedanken machten die Kirchenclowns im Interview deutlich.

N-Land Marita Münster
Marita Münster