„Neue Mitte“ in Röthenbach

Gutachter nimmt Platz unter die Lupe

Alles fertig für die Einweihung morgen: der Hubert-Munkert-Platz an der Rückersdorfer Straße in Röthenbach, im Vordergrund der bodengleiche Brunnen. | Foto: Sichelstiel2020/07/neue-mitte-rothenbach-brunnen-ruckersdorfer-strasse-hubert-munke.jpg

RÖTHENBACH — Morgen wird die „Neue Mitte“, der Hubert-Munkert-Platz in Röthenbach, eingeweiht. Der bodengleiche Brunnen auf dem rund 1200 Quadratmeter großen Platz sprudelt schon. Doch über das Resultat der Bauarbeiten wird heftig debattiert: Wölbt sich das Pflaster zu stark, ist der Hubert-Munkert-Platz gar ein Hubert-Munkert-Berg, wie böse Zungen behaupten?

Die Stadt hat nun einen Gutachter eingeschaltet. Er wird klären, ob das Gefälle zu stark ist oder wirklich nur die 2,5 bis knapp 3 Prozent beträgt, die nötig sind, damit das Wasser abfließt. „Der Architekt sagt, dass der Platz okay ist“, so Bürgermeister Klaus Hacker. „Aber nachdem das keiner glaubt, lassen wir es überprüfen.“ Der Rathauschef bezieht sich auf Kritik, die vor allem aus der CSU-Fraktion kommt. Man könne nicht einmal eine Bierbank aufstellen, so schief sei die Fläche, heißt es etwa. Der Haimendorfer Stadtrat Helmut Schmidt erklärte zuletzt gar, der Platz sei offensichtlich „Schrott“.

Den Vorwurf, dass Rollstuhlfahrer nur schwer mit dem Gefälle zurechtkämen, kontert der Bürgermeister mit dem Verweis auf eine Besichtigung durch seine FW-Kollegin im Kreistag, Angelika Feisthammel, die Behindertenbeauftragte des Landkreises Nürnberger Land. Sie, selbst Rollstuhlfahrerin, habe keine Einwände erhoben.

Die letzte Lücke

Laut Michael Lechner, dem Leiter des Röthenbacher Tiefbauamts, ergibt sich die Neigung hin zum Schultheiß-Gebäude im Westen, aber auch zur Bebauung im Osten durch die jeweils vorgegebenen Geländehöhen. Der neue Platz war die letzte Lücke, die an der Rückers­dorfer Straße geschlossen wurde. Im Süden grenzt der Luitpoldplatz mit seinem Baumbestand an und bildet eine Achse mit dem neuen Areal.

Die Städtebauförderung trägt einen Großteil der geplanten rund 1,4 Millionen Euro Gesamtkosten, auf die Kommune entfallen noch 675.000 Euro. Der Brunnen kostet etwa 205.000 Euro, das Kunstobjekt auf der anderen Platzseite, das morgen enthüllt werden soll, 25.000 Euro. 15.000 Euro davon werden ebenfalls gefördert. Der drei Meter hohe „Graphitkristall“ stammt von der Künstlerin Lena Policzka aus München. Ihr Entwurf setzte sich in einem Wettbewerb im Sommer 2018 durch. Die Skulptur aus pulverbeschichtetem Edelstahl soll an die Elektrodenherstellung der Firma Conradty erinnern.

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