Sanierung altengerechter Wohnungen

Günstig wohnen – vier Millionen

Hier wird sich einiges ändern: Das Paul-Morath-Haus im Heinrich-Schoberth-Weg bekommt ein neues Dach und barrierefreie Wohnungen. | Foto: Christian Geist2019/12/Feucht-Paul-Morath-Haus-altengerechte-Wohnungen-Senioren-Rollator-1-scaled.jpg

FEUCHT – Das Paul-Morath-Haus muss saniert werden. Der Entwurf sieht einen neuen Dachstuhl und barrierefreie Wohnungen vor. Der Umbau dürfte die Marktgemeinde teuer zu stehen kommen.

Günstiger Wohnraum ist Mangelware in der Zeidlergemeinde. Eine große Mehrheit im Marktgemeinderat ist daher auch dafür, am Josef-Schlosser-Weg Sozialwohnungen zu bauen (wir berichteten). Auch die Sanierung beziehungsweise der Ausbau des Dachgeschosses des Paul-Morath-Hauses soll Abhilfe schaffen. Bauamtsleiter Andreas Brandmann hat den Mitgliedern des Bauausschusses in der jüngsten Sitzung ein erstes Konzept vorgelegt.
Die altersgerechten Wohnungen am Heinrich-Schoberth-Weg müssen saniert werden. In ihrem jetzigen Zustand sind sie nicht barrierefrei. Auch das bislang nicht genutzte Dachgeschoss soll ausgebaut und bewohnbar gemacht werden. „Wir möchten versuchen, so viel wie möglich zu erhalten, aber manche Sachen müssen wir radikal verändern“, sagte Brandmann im Bauausschuss. Im Erdgeschoss und ersten Stock halten sich die Eingriffe im Rahmen. Hier müssten lediglich einige Wände versetzt werden, um Barrierefreiheit zu gewährleisten und sich damit Fördermöglichkeiten offen zu halten.

Hohe Umbaukosten – Bäder umbauen

Besonders die Bäder und Toiletten müssten entsprechend umgebaut werden.  „Einige Räume werden im Zuge der Sanierung lichter, offener und moderner. Etwa die Koch- und Essbereiche“, beschrieb Brandmann das Vorhaben.
Umfangreiche Arbeiten stehen im zweiten Stockwerk an. Wegen vorgeschriebener Brandschutzregelungen muss das Dach auf der Eingangsseite weichen. Am sinnvollsten und wirtschaftlichsten sei es daher, das gesamte Dach abzutragen und einen neuen Dachstuhl aufzusetzen, führte der Bauamtsleiter an. Dadurch bekäme man die Möglichkeit, den Kniestock im zweiten Stockwerk um 1,5 Meter aufzumauern und so ein neues Vollgeschoss zu schaffen. Die Dachhöhe bleibe dabei gleich, nur die Neigung werde flacher. Anstelle der jetzigen tief heruntergezogenen Dachflächen sind in den Obergeschossen Balkone vorgesehen. Die bestehende Fassade werde zudem rundum wärmeisoliert.

Bewohner bleiben drin

„Abgesehen vom Finanziellen ist unsere größte Herausforderung, dass wir das Ganze im bewohnten Zustand durchführen müssen“, sagt Brandmann. Die Wohnungen im zweiten Stock müssten selbstredend leer sein, sie hätten schließlich kein Dach mehr. Die darunter liegenden jedoch nicht.
„Ich habe dabei immer noch ein weinendes Auge“, sagte CSU-Bürgermeisterkandidat Oliver Siegl nach den Ausführungen Brandmanns. „Das ist ein Millionengrab.“ In der Tat rechnet die Marktgemeinde mit mindestens vier Millionen Kosten für die Sanierung und den Ausbau. „Aber da müssen wir jetzt durch“, sagte Siegl weiter. SPD-Gemeinderätin Petra Fischer begrüßte das Vorhaben trotz der hohen Kosten. „Das sind Sozialwohnungen und die gehören in einer Gemeinde einfach dazu“, sagte sie. Der Bauausschuss nahm den Konzeptentwurf einstimmig an.

N-Land Magdalena Gray
Magdalena Gray