Lohnsteuerhilfe Bayern informiert

Grundsteuererklärung ist heuer Pflicht

Schon heuer kommt auf Grundbesitzer Arbeit zu. | Foto: Beboys/stock.adobe.com2022/02/AdobeStock_86489438-scaled.jpeg

NÜRNBERGER LAND – Die Grundsteuerreform, die 2025 in Kraft tritt, wird die Bürger schon dieses Jahr fordern. 2022 müssen Grundbesitzer nämlich wegen einer Gesetzesänderung eine Grundsteuererklärung abgeben. Darauf weißt die Lohnsteuerhilfe Bayern hin und informiert gleich, was es zu beachten gilt.

Die Einheitswerte der Grundsteuer von 1935 in Ost- und 1964 in Westdeutschland gehören bis 2025 der Vergangenheit an. Bis dahin hätten die Finanzämter einen riesigen Verwaltungsakt zu stemmen, heißt es in der Pressemitteilung der Lohnsteuerhilfe. Bereits heuer werden erste Informationen gesammelt. Dafür sind alle Grundbesitzer 2022 dazu verpflichtet eine Grundsteuererklärung abzugeben – und zwar zwischen Juli und Oktober.

Die Finanzbehörden müssten rund 36 Millionen Datensätze erneuern, um jedes einzelne Grundstück neu bewerten zu können. Für alle Grund- und Immobilienbesitzer bedeute das in Kürze einen zusätzlichen Aufwand. Sie müssen zwischen 1. Juli und 31. Oktober 2022 eine extra Grundsteuererklärung beim Finanzamt einreichen!

Wer zahlt Grundsteuer?

Die Grundsteuer ist eine der ältesten Steuern überhaupt. Sie wird auf das Eigentum an Grundstücken und Gebäuden erhoben. In Deutschland verschafft sie den Gemeinden – und nicht den Ländern oder dem Bund – Steuereinnahmen von rund 15 Milliarden Euro jährlich. Originär entrichten müssen sie die Eigentümer eines unbebauten Grundstücks, Wohnhauses oder einer Wohnung. Weil Vermieter die Grundsteuer umlegen dürfen, sind auch Mieter nicht davor gefeit (Nebenkostenabrechnung).

Daten werden 2022 ermittelt

Ende 2019 hat der Gesetzgeber ein Gesetzespaket zur Reform des Grundsteuer- und Bewertungsrechts verabschiedet. Wegen des riesigen Umstellungsaufwands wird die alte Regelung aber noch Ende 2024 angewendet. Um die neue Grundsteuer abschließend zu ermitteln, müssen zunächst alle dafür notwendigen Daten von den Eigentümern erhoben werden. Dies wird in diesem Jahr vollzogen.

Was ist anders?

Mittels der Angaben aus der Grundsteuererklärung wird von den Finanzämtern im zweiten Schritt ein Grundsteuerwert berechnet. Neu ist, dass der Wert des Grundstücks jetzt anders ermittelt wird. Ihm wird künftig der Bodenrichtwert und eine statistisch ermittelte Nettokaltmiete anstatt des Einheitswertes zugrunde gelegt. Im dritten Schritt wird diese Kennzahl mit einer gesetzlich festgeschriebenen Steuermesszahl multipliziert, um den Grundsteuermessbetrag zu erhalten.

Erhalten die Grundbesitzer vom Finanzamt einen Bescheid über den Grundsteuerwert oder den Grundsteuermessbetrag, ist erstmal noch nichts zu zahlen, so die Lohnsteuerhilfe. Diese Mitteilungen dienten rein der Information der Steuerpflichtigen. Letztere Kennzahl wird von den Finanzämtern auch an die Gemeinden weitergereicht – und die Kommunen wenden im vierten Schritt ihren individuellen Hebesatz an und berechnen die Grundsteuer.

Mehrkosten oder Ersparnis

Immobilienbesitzer stellen sich derzeit die Frage, was sich für sie ändert. „Es wird für den einen oder anderen zu Verschiebungen kommen. Manche werden mehr als zuvor berappen müssen, manche dafür weniger. Für die Gemeinden besteht jedoch die Vorgabe, dass die Einnahmen durch die Neuregelung insgesamt auf dem gleichen Niveau bleiben sollen“, so die Lohnsteuerhilfe.

Obwohl die Reform erst 2025 rechtskräftig wird, sind alle Grundbesitzer dazu verpflichtet, zwischen Juli und Oktober 2022 ihre Grundsteuererklärung einzureichen. Sie müssen den Finanzbehörden zuarbeiten, damit diese das neue Gesetz fristgerecht umsetzen können.

Im März dürfte per Brief zur Abgabe der „Erklärung zur Feststellung des Grundsteuerwerts“ aufgefordert werden. Diese ist zwingend elektronisch per „Elster“ abzugeben. Wer sich noch nicht bei der Online-Steuersoftware registriert hat, sollte Zeit dafür einplanen. Abgefragt werden Angaben zur Lage des Grundstücks (einschließlich Gemarkung und Flurstück), Grundstücksfläche, Bodenrichtwert, Wohnfläche, gegebenenfalls Grundstücks- oder Gebäudeart sowie das Baujahr.

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