Sanierung für 20,5 Millionen Euro

Großprojekt Bertleinschule startet

So soll die Bertleinaula nach der Sanierung aussehen. Die zentrale Treppe in der Mitte wird durch zwei seitliche Treppen ersetzt. Für die Bühne gibt es bewegliche Module, die auch zum Lernen und Spielen genutzt werden können. | Foto: Visualisierung: Stadt Lauf2019/05/n-bertleinschule-umbau-sanierung-aula.jpg

LAUF. Die Generalsanierung der Bertleinschule: ein 20,5-Millionen-Euro-Großprojekt, das die Stadt Lauf mindestens die nächsten vier Jahre beschäftigen wird und das nun mit dem Aufbau der Container, in die Schüler und Lehrer in den Sommerferien einziehen, gestartet ist.

Bis Frühjahr 2023 werden nacheinander der Neu- und der Altbau saniert. „Wir machen die komplette Gebäudesubstanz fit für die nächsten Jahrzehnte“, sagt Bauamtsleiterin Annette Nürnberger. Die Haustechnik wird erneuert und die Schule wird energetisch auf den neuesten Stand gebracht, unter anderem mit einer Pelletheizung und einem Gas-Blockheizkraftwerk. Um die bestmögliche Barrierefreiheit zu erreichen, werden ein Aufzug und eine Anlage zum „induktiven Hören“ eingebaut.

Das Dach wird ein Stück angehoben, so gewinnt man mehr Raum.
Vor allem aber wird die Bertleinschule fit gemacht für das Lernen der Zukunft. Klassenzimmer werden durch Gruppenräume verbunden, auf den Galerien werden „Marktplätze“ und kleine Inseln geschaffen, auf denen sich die aktuell 270 Grund- und 250 Mittelschüler begegnen und auch klassenübergreifend lernen können. Aus Brandschutzgründen durften diese Ebenen bisher nicht genutzt werden. Durch Fenster haben die Lehrer von den Klassenzimmern aus die Schüler auf den Gängen im Blick. Verschwinden wird die zentrale Treppe in der Aula, sie wird durch zwei seitliche Treppen ersetzt.

Container werden aufgestellt

Vergangenen Donnerstag wurden die Eltern bei einem Infoabend über den genauen Ablauf der Sanierung in Kenntnis gesetzt. „Uns war es extrem wichtig, den Schulbetrieb und die Baumaßnahmen komplett zu trennen“, betont Annette Nürnberger. Derzeit entstehen an der Südseite die Interimsgebäude, ein zweistöckiges Containerareal in Hufeisenform. 30 Klassen sowie Verwaltung, Lehrerzimmer und ein Mehrzweckraum werden hier in den Sommerferien einziehen. Die Module wurden extra für Lauf gefertigt und verfügen in Sachen Wärmedämmung und Akustik laut Annette Nürnberger über einen „sehr guten Standard“. Während der Bauzeit sind die Freisportanlagen, die Pausenhalle sowie Schwimm- und Turnhalle weiterhin nutzbar.

„Wir sind froh, dass sich der Stadtrat für eine Sanierung entschieden hat“, sagt die Bauamtsleiterin, denn man bekomme „mehr Schule fürs gleiche Geld“ als bei einem Neubau. Nürnberger ist mit dem bisherigen Ablauf sehr zufrieden (federführend betreut wird das Projekt durch Johannes Fürst). Dank der frühzeitigen Ausschreibung habe man genügend Angebote erhalten, die auch im Kostenrahmen liegen – aufgrund der aktuellen Konjunktur keine Selbstverständlichkeit. „Wir haben vor dieser Maßnahme durchaus Respekt, aber es stehen alle voll dahinter.“

Diese Meinung vertritt auch Martina Brix, Rektorin der Grundschule. Sie schwärmt geradezu von der tollen Kooperation – mit den Eltern, vor allem aber mit dem Bauamt. „Die Fachleute haben sich voll und ganz auf unsere Wünsche eingelassen, es wurde für alles eine Lösung gefunden.“ Gemeinsam mit ihrem Mann Roger, der die Mittelschule leitet, hat Brix ein pädagogisches Konzept entwickelt, das dem Umbau zugrunde liegt und auf dem letztlich auch die Förderung fußt. Darin floss beispielsweise der neue Lehrplan ein, der auf mehr „Übungsplanarbeit“ setzt. Unter anderem hatte sich das Ehepaar Brix bei Besuchen in Schulen in Südtirol Anregungen geholt.

Die Präsentation, die am Elternabend gezeigt wurde, sowie ein „Baustellentagebuch“ sind auf der Website der Stadt unter www.lauf.de einsehbar.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger