Auszeichnungen für Ruth Thurner und Horst Günter Lott

Große Ehre für zwei prominente Schwaiger

Bürgermeister Thomas Wittmann, Horst Günter Lott, Altbürgermeisterin Ruth Thurner und Landrat Armin Kroder (von links) bei der Feierstunde im Behringersdorfer Bürgersaal, der „coronagerecht“ bestuhlt war. | Foto: Buchner-Freiberger2020/10/bundesverdienstkreuz-lott-altburgermeisterin-thurner1.jpg

SCHWAIG – Doppelter Grund zum Feiern: Horst Günter Lott, langjähriger Leiter der Chorgemeinschaft Schwaig, wurde am Dienstagabend mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt, Ruth Thurner erhielt die Auszeichnung „Altbürgermeisterin“.

Auch wenn der „ganz große Bahnhof“ den beiden Geehrten coronabedingt verwehrt blieb, so war es doch eine würdevolle Veranstaltung vor Gemeinderäten, engen Familienangehörigen und einigen Weggefährten im Behringersdorfer Bürgersaal. Den Auftakt gestaltete – noch im Freien – die Chorgemeinschaft Schwaig mit zwei Liedern.

Denn eben diesen Chor hat Horst Günter Lott 1974 gegründet und bis 2010 geleitet. Doch das allein würde für eine Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz noch nicht ausreichen, der 81-Jährige hat sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagiert, wie Landrat Kroder in seiner Laudatio ausführte. Bereits ab 1963 war er musikalischer Leiter verschiedener Chöre, seit 1971 bis heute ist er Organist in seiner Heimatpfarrei Sankt Paul.

Chor und Kultur

Von 1977 bis 2005 war Horst Günter Lott Initiator und Leiter der Schwaiger Chortage, die Eingang in die Schwaiger Kulturtage fanden. Diese werden alle zwei Jahre von der Gemeinde und der Chorgemeinschaft Schwaig durchgeführt. 1984 übernahm der ehemalige, fachliche Leiter des Schulamts Nürnberger Land außerdem die Leitung des Fürther Kammerorchesters, das regelmäßig in Schwaig probt und hier auch auftritt.

Konzertreisen führten Lott und seine Ensembles nach ganz Europa, unter anderem durfte er mit der Chorgemeinschaft als erster deutscher Chor in der Kirche des französischen Ortes Oradour-sur-Glane auftreten, in dem die Nazis 1944 ein Massaker angerichtet hatten.

„Sie haben in höchstem Maße den europäischen Gedanken sowie den Ruf der Bundesrepublik Deutschland im Ausland gefördert“, würdigte Armin Kroder die Verdienste Lotts. „Wir sind stolz, Sie in unserem Landkreis zu haben.“ Er überreichte Lott Medaille und Anstecknadel, und dazu – Ordnung müsse in Deutschland sein – eine Liste mit „Hinweisen zum richtigen Tragen“, wie der Landrat schmunzelnd anmerkte.

Immer ein tolles Gefühl

Horst Günter Lott, der bereits Träger der silbernen und der goldenen Verdienstmedaille der Gemeinde ist, dankte seiner Familie, die seine Liebe zur Musik immer geteilt habe, der Gemeinde Schwaig für die Unterstützung sowie „seiner“ Chorgemeinschaft. Es sei für ihn immer ein tolles Gefühl gewesen, 50 Musiker zusammenzubringen und nach einem Konzert in die glücklichen Gesichter der Zuhörer zu schauen. Besonders freue er sich, dass seine Auszeichnung mit der Ehrung von Ruth Thurner zusammen falle.

Denn Thurner, die Ende April nach 14 Jahren als Schwaiger Rathauschefin in den Ruhestand gegangen war, wurde am Dienstag der Titel „Altbürgermeisterin“ verliehen. Ihr Nachfolger Thomas Wittmann sagte, sie sei immer ansprechbar und offen gewesen, sie habe den Part des unermüdlichen Motors und Antreibers übernommen, ihre kommunalpolitischen Erfolge seien in Schwaig für alle sichtbar.

Anhand eines eigens für Ruth Thurner gestalteten Fotoalbums mit Bildern und Zeitungsausschnitten aus 14 Jahren blickte Wittmann auf ihre wichtigsten Projekte zurück, zu denen vor allem unzählige Bauvorhaben im Bereich der Kinderbetreuung zählten.

Nicht gleich umgefallen

Landrat Kroder freute sich, dass seine Parteikollegin Ruth Thurner als Kreisrätin der Kommunalpolitik auch weiterhin erhalten bleibt. Sie habe in vielen schwierigen Situationen Haltung gezeigt und sei nicht „beim ersten Gegenwind umgefallen“.

Die frisch gebackene Altbürgermeisterin bedankte sich für die Auszeichnung und meinte augenzwinkernd, wenn sie sich an die Bezeichnung „ALT“ gewöhnt habe, werde sie sich auch darüber freuen. Der Abend und das Lob seien außerdem ein Ausgleich dafür, dass sie sich coronabedingt nicht angemessen von ihren Weggefährten verabschieden habe können. „Das war bitter.“ Sie blicke auf eine spannende, erfolgreiche Zeit zurück. Sie bedankte sich bei ihrer Familie, speziell bei ihrem Mann, sowie allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern für die Unterstützung

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