Jusos befragen SPD-Basis

Groko – ja oder nein?

Wäre eine neue Groko richtig oder falsch – eine schwierige Frage auch für die Hersbrucker SPD-Basis.2018/03/jusosinheb.jpg

NÜRNBERGER LAND – An diesem Wochenende veröffentlicht die SPD das Ergebnis ihrer Mitgliederbefragung zu einer neuen Groko. Die Jusos im Nürnberger Land veranstalteten zuvor unter dem Motto „SPD, wir müssen reden!“ im Landkreis drei offene Diskussionsveranstaltungen. In Lauf, Altdorf und Hersbruck diskutierte die Nachwuchsorganisation der Sozialdemokraten über die Große Koalition und darüber, ob ihre Partei nun in eben diese Koalition eintreten soll.

„Eine Partei, die derart lebendig und engagiert über ihre Zukunft und vor allem die des Landes diskutiert, hat lange noch nicht ausgedient. Ganz im Gegenteil, wir haben noch so einiges vor“, resümierte Lukas Ott, Vorsitzender der Jusos im Landkreis, laut Pressemitteilung der Partei am Ende der letzten Veranstaltung der Dialogreihe.

So wurde – auch hier im Landkreis – teils recht emotional über die Thematik debattiert und dennoch seien die Streitgespräche stets durch Respekt und Wertschätzung geprägt gewesen. „Und genau das zeigt doch, wie wichtig solche ehrlichen Diskussionen sind, die deutlich machen, dass wir es uns nicht leicht machen und unserer Verantwortung gerecht werden“, so die einhellige Meinung.

Vor allem sei auch deutlich geworden, dass die Entscheidung für oder gegen die Groko für die meisten SPD-Mitglieder im Landkreis keine leichte ist. „Da spricht auf der einen Seite das sozialdemokratische Herz, das eine Große Koalition prinzipiell ablehnt, und auf der anderen Seite der Verstand, der aus pragmatischen Gründen zustimmen würde“, fasst Andrea Lipka, Direktkandidatin für die Landtagswahl im Nürnberger Land, die Stimmung zusammen. Sie sprach sich am Ende der Diskussion in Lauf aber für eine Groko als kleineres Übel aus. Das Meinungsbild, das die Jusos aus den drei Veranstaltungen mit der SPD-Basis im Nürnberger Land mitnehmen, ist ähnlich gespalten.

Eines steht für die Jusos jedoch fest: „Die Erneuerung der SPD bedeutet so viel mehr als nur für oder gegen die Groko zu sein“, sagt Ott. Da brauche es klare Vorstellungen von der Zukunft – und die seien nicht nur in Berlin zu finden, „da müssen wir schon selbst ran“.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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