Umstrittene Eingemeindung

Gewerbegebiet: ABL will expandieren

Um diese Fläche geht es, sie soll eingemeindet werden. Bebaut wird aber nicht der ganze Wald. | Foto: Geobasisdaten/Bayerische Vermessungsverwaltung2021/05/luftbild-letten-autobahn-lauf-sud.jpg

LAUF — Das Laufer Unternehmen ABL Sursum will die Fläche zwischen Autobahnausfahrt und Letten bebauen, die eingemeindet werden soll. Das Vorhaben, aus dem Waldstück ein Gewerbegebiet zu machen, stößt allerdings auf Widerstand.

Bei einer Pressekonferenz ABL am Mittwochvormittag gab ABL seine Expansionspläne bekannt. Man wolle sich verdoppeln, so Stefan Schlutius von der Geschäftsführung des Familienunternehmens. Für die neue Firmenzentrale gebe es aber keine geeigneten Flächen im Landkreis – außer dem Waldstück an der Straße zwischen Lauf und Diepersdorf.

ABL hat sich zuletzt neu aufgestellt und setzt immer stärker auf E-Mobilität. Unter anderem werden in Lauf sogenannte Wallboxen produziert, mit denen Elektrofahrzeuge geladen werden. Der Boom der neuen Antriebsformen ist auch ein Grund für die geplante Erweiterung. Schlutius rechnet damit, dass sich die Zahl der Arbeitsplätze am Standort ebenfalls mindestens verdoppeln wird. Aktuell hat ABL 450 Mitarbeiter.

Kreis stimmt zu

Bereits am Montag hat der Kreisausschuss des Landkreises die Eingemeindung des zehn Hektar großen Waldstücks, um das es geht, mit zwölf zu drei Stimmen durchgewunken. Die drei Ausschussmitglieder der Grünen wehrten sich gegen das Vorhaben, wurden aber überstimmt.

Landrat Armin Kroder hatte betont, es werde nicht über eine spätere Nutzung der Fläche – geplant ist ein Gewerbegebiet, wir berichteten in der Wochenendausgabe – abgestimmt, sondern lediglich darüber, ob das gemeindefreie Gebiet an die Stadt Lauf fallen soll.

Vor der Stadtratssitzung in der Bertleinschule fand am Dienstagabend eine Demonstration statt. | Foto: Kirchmayer2021/05/Demo-gegen-Flachenfrass-Lauf-A9-Bertleinschule-kir-scaled.jpg

Gabriele Drechsler (Grüne) störte sich daran, dass in der Beschlussvorlage die Aspekte des Umweltschutzes nicht konkret benannt wurden, schließlich handle es sich um Bannwald, also ein als schützenswert erachtetes Waldgebiet. Wo würde wieder aufgeforstet werden, wenn die Fläche gerodet würde, wollte Drechsler wissen. Landrat Kroder erwiderte, solche Fragestellungen seien Thema des Laufer Stadtrats, nicht des Kreis­ausschusses. Man bewege sich „im hypothetischen Bereich“, da sich die Frage der Nutzung noch nicht stelle.

Am Dienstagabend fand eine nichtöffentliche Sitzung des Laufer Stadtrats statt, vor deren Beginn gegen Pläne für ein Gewerbegebiet demonstriert wurde. Dazu hatten die Grünen aufgerufen. Außerdem gibt es inzwischen eine Online-Petition.

Mehr zu dem Thema in der morgigen Ausgabe der Pegnitz-Zeitung.

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