Nach dem SPD-Votum

Gespaltene Genossen

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LAUF – Das Votum der SPD-Mitglieder für das das linke Spektrum vertretende neue Führungsteam Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken war bestimmt nicht für alle Genossen in der Führungsebene „ein Schock“, wie der Spiegel schreibt, eine faustdicke Überraschung war das Ergebnis nichtsdestotrotz für die Anhänger beider Lager. Im Nürnberger Land ist die Meinung dazu so gespalten wie im ganzen Land.

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Martina Baumann, SPD-Vorsitzende Nürnberger Land: Ja, ich war überrascht, aber, ehrlich gesagt, ich finde es gut. Ich traue den beiden einen Neuanfang für die SPD zu. Auch weil beide nicht zu verwachsen mit dem System sind. Sorgen um einen überstürzten Austritt aus der Groko, in der ja tatsächlich viele SPD-Ideen verwirklicht wurden, mache ich mir auch mit diesem Team nicht. Im Gegenteil, vielleicht bringt die SPD so sogar noch mehr Ideen durch. Die beiden bringen die Groko und die SPD voran.

Alexander Horlamus2019/12/SPD-Horlamus-bea.jpg

Alexander Horlamus, Fraktionssprecher in Lauf: Ich hätte mir ein anderes Ergebnis gewünscht, auch wenn ich den Frust vieler SPD-Mitglieder verstehen kann und ich selbst kein echter Scholz-Fan bin. Ich sehe einfach die Gefahr, wenn wir jetzt die Groko verlassen und es zu Neuwahlen kommt, dass vor allem die AfD davon profitiert. Tatsächlich war die SPD nämlich immer erfolgreich, wenn sie auch das bürgerliche Lager bedient hat. Die SPD hatte bisher immer das Wohl des Staates über das der Partei gestellt. Ein wenig Sorge habe ich schon, dass dies gerade etwas anders gesehen wird.

Jan Plobner2019/12/SPD-Plobner-bea.jpg

Jan Plobner, Juso-Mitglied aus Altdorf und Teil des SPD-Spitzenquartetetts für den Kreistag: Ich bin bekennender und begeisterter Juso und freue mich über das Ergebnis. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit den beiden die dringend notwendige Erneuerung der SPD besser hinbekommen als mit dem anderen Team. Und da sollten wir auch nicht an der Groko hängen, in der Opposition brauchen wir keine faulen Kompromisse machen, die Wähler wollen, dass wir zu unseren Werten stehen. Und angesichts der Probleme auf der Welt darf und muss man auch die Systemfrage stellen.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer