Rauchen am Steuer: Mortler will Eltern wachrütteln

Fürsorge statt Verbot

Wer im Auto raucht, schadet seinen Kindern besonders, sagt die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler2015/09/106464_mortlerrauchen-thinkstocksestovic_New_1441209364.jpg

DEHNBERG/BERLIN — Steht Rauchen im Auto bald unter Strafe, wenn Minderjährige mit an Bord sind? Im Interview mit der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ regte Bundes-drogenbeauftragte Marlene Mortler eine Gesetzesprüfung an. Die PZ hat bei der Dehnbergerin nachgehakt.

Frau Mortler, nach einem Interview mit der WAZ schreiben viele Zeitungen schon, Sie würden ein Rauchverbot in Autos mit Minderjährigen fordern.

Mortler: Dieses Verbot gibt es ab Oktober in Großbritannien und ich bin gefragt worden, was ich davon halte. Wenn Kinder und Jugendliche im Auto sitzen, darf niemand zur Zigarette greifen. Im Auto ist die Schadstoffkonzentration auch bei geöffneten Fenstern um ein Vielfaches höher als im Freien. Mein Ziel ist, das Bewusstsein in die Köpfe zu bringen, dass das nicht geht.

Sie haben früher selbst geraucht. Auch im Auto, wenn Ihre Kinder mit an Bord waren?

Mortler: Es ist mit Sicherheit passiert. Seitdem hat Gott sei Dank ein Umdenkprozess eingesetzt. Heute ist es eine Selbstverständlichkeit, dass zum Beispiel nicht mehr in Gaststätten geraucht wird. Im Auto mit Kindern muss das genauso sein.

Haben Sie schon konkrete Schritte im Sinn?

Mortler: In einer Umfrage haben 59 Prozent der Befragten gesagt, dass sie ein Gesetz begrüßen würden. Ich will aber nichts übers Knie brechen. Wir bieten vielfältige Präventionsaktivitäten an, die hoffentlich alle Raucher erreichen. Daneben versuche ich erst einmal, gefestigte Zahlen, zum Beispiel vom Statistischen Bundesamt zu bekommen, wie viele Kinder tatsächlich betroffen sind. Ich kann mir dann aber vorstellen, dass das im Bereich des Kinder- und Jugendschutzes geregelt wird.

Interview:

N-Land Andreas Kirchmayer
Andreas Kirchmayer