Der Zweijährige hatte sich selbst im Auto eingesperrt

Feuerwehr rettet eingeschlossenen Jungen

Mit Drähten, Metallstangen, Luftkissen und Keilen bearbeiteten die Feuerwehrmänner das Auto, um den Jungen zu befreien. | Foto: Andrea Beck2019/08/Junge-schliesst-sich-in-Auto-ein.jpeg

LAUF — Es gibt Einsätze, nach denen die Laufer Feuerwehrler mit einem guten Gefühl, ganz ohne bedrückende Bilder im Kopf, den Rückweg antreten. Der 200. Einsatz der Laufer Feuerwehr in diesem Jahr war der Hilferuf einer jungen Familie, die am Mittwoch gegen 11.30 Uhr vor dem KiK–Geschäft in der Altdorfer Straße die Polizei rief.

Ihr kleiner Sohn Sam hatte sich eingeschlossen. Während die Mutter in den Laden lief, waren Ehemann und Tochter aus dem Auto gestiegen, das direkt vor dem KiK geparkt war. Der Vater beginnt neben dem Wagen zu telefonieren und lässt dabei den Schlüssel stecken.

Diesen Moment nutzt der zweijährige Sam und klettert nach vorne zum baumelnden Autoschlüssel. Es macht laut „Klack“, als er auf das Kästchen drückt und die Tür ist zu.

Feuerwehr wählt die „sanfte Tour“

Da die Eltern ihrem Sprössling nicht vermitteln können, wieder auf die richtige Taste zu drücken, wählen sie den Notruf. Als nach kurzer Zeit die Laufer Feuerwehr anrückt, hat der kleine Sam bereits die Lust am Alleinsein verloren. Die Eltern versuchen ihren weinenden Sohn von außen zu beruhigen und ihm die richtige Schlüsseltaste zu erklären.

„Er soll den Schlüssel in Ruhe lassen. Am Ende startet er das Auto“, ruft ein Feuerwehrmann der Mutter zu. Aufgrund der nicht zu heißen Temperaturen und der guten Verfassung des Jungen, beschließen die Einsatzkräfte das Auto auf die sanfte Tour zu öffnen. Mit langen Drähten und Luftkissen bearbeiten acht Männer die vorderen Türspalten und das Dachfenster, um in den Wagen zu kommen.

Übung macht den Meister

„Bei neueren Autos als diesem kommt man leichter an die Verriegelung. Hier dauert es etwas länger, aber noch ist es nicht notwendig, das Fenster einzuschlagen“, erklärt Feuerwehrmann Daniel Bösch. „Passenderweise haben wir erst vor drei Monaten neue Geräte zur Öffnung eines verschlossenen Autos bekommen und viel geübt“, sagt Bösch.

„Wir haben den Schlüssel“, ruft plötzlich einer der Männer. Und tatsächlich gelingt es, den Schlüssel mit einer langen Metallstange zum Fenster zu bugsieren. Der Einsatz bringt nach rund 15 Minuten die Erlösung für Eltern und Sohn. Unter dem Applaus der Passanten nimmt die erleichterte Mutter ihren weinenden Sohn in die Arme und der Vater bedankt sich bei den Laufer Feuerwehrmännern.

N-Land Andrea Beck
Andrea Beck