SC-Coach Schlicker vor Spiel gegen Lichtenfels

„Wir müssen geduldig bleiben“

Eine Mannschaft, ein Ziel: „Wir wollen unseren Weg weitergehen“, erklärt SC-Coach Florian Schlicker vor dem Spiel gegen Lichtenfels. Und wohin dieser Weg am Ende führen soll, ist klar: zurück in die Bayernliga. | Foto: Zink2018/09/20180914_grossschwlohe_feucht_wozi_0015.jpg

FEUCHT – 1:4 gegen Neudrossenfeld, 1:4 gegen Schwabach und 0:3 gegen Tabellenführer FC Eintracht Bamberg– so eindeutig liest sich bislang die Bilanz des FC Lichtenfels gegen die Spitzenteams der Landesliga Nord Ost. Am Freitag (19 Uhr) wartet nun im Waldstadion mit dem Rangdritten SC Feucht die letzte Mannschaft aus dem Führungsquartett auf die Oberfranken. Und die meisten SC-Anhänger gehen davon aus, dass auch die Zeidler die Gäste wohl nicht verschonen werden.

 „Das setzt uns jetzt natürlich schon ein wenig unter Druck“, findet SC-Coach Florian Schlicker angesichts der klaren Siege der Konkurrenz gegen die Lichtenfelser. Allerdings sagt er dies mit einem deutlichen Augenzwinkern. Denn wenn man ihm und seinen Schützlingen eines nicht nachsagen kann, dann eben das, dass sie sich unnötig unter Druck setzen lassen. Dafür ist die Mannschaft viel zu erfahren und hat in dieser Saison bereits zu viel erlebt, um sich durch so eine Favoritenstellung aus dem Konzept bringen zu lassen. Vielmehr sind es die Feuchter von Beginn an gewohnt, die Gejagten zu sein.

Lazarett hat sich gelichtet

Nach den Wochen der heftigen personellen Turbulenzen – zeitweise war die Not so groß, dass selbst der Trainer mit geschnürten Kickstiefeln an der Seitenlinie stehen musste – ist beim Sportclub zuletzt wieder etwas Ruhe eingekehrt. Das Lazarett hat sich gelichtet. Aktuell muss Schlicker nur auf den immer noch gesperrten Stürmer Szymon Pasko verzichten. Womöglich auch auf Lino D‘Adamo, bei dem das Knie ein wenig zwickt. Sonst kann Schlicker aber wie schon in den letzten Wochen aus dem Vollen schöpfen, was sich mittlerweile auch in den Ergebnissen widerspiegelt.

Drei Siege am Stück hat der SC aktuell vorzuweisen, während die Lichtenfelser nach zuvor vier Niederlagen in Folge erst am vergangenen Spieltag mit dem 2:0 gegen Großschwarzenlohe wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt sind.

„Defensive Taktik ist legitim“

Die Rollen sind klar verteilt, ein Offensivfeuerwerk der Gäste ist demnach auch an diesem Freitag nicht zu erwarten. Aber auch darauf haben sich die Feuchter mittlerweile eingestellt. In den letzten Partien gelang es der Schlicker-Elf zwar stets, erst spät den Sack zuzumachen. Für Feuchts Chefanweiser ist das jedoch kein Problem, solange am Ende das Ergebnis stimmt: „Es ist mittlerweile ganz normal, dass sich unser Gegner zurückzieht. Da müssen wir einfach geduldig bleiben“, fordert Schlicker von seiner Mannschaft.

Als Vorwurf an die Gegner will er das aber nicht verstanden wissen. Natürlich würden sich er und seine Spieler lieber einen offenen Schlagabtausch wünschen, aber „wenn nicht, müssen wir damit auch zurechtkommen. Eine eher defensive Taktik ist völlig legitim und kann ja auch erfolgreich sein, wie man bei der WM gesehen hat“, erklärt Schlicker.

Geballte Offensivpower

Dem gegnerischen Destruktivismus will der SC-Coach die geballte Feuchter Offensivpower entgegensetzen. Zumindest deutet sich vorab eine Rückkehr zum System mit zwei Spitzen an. Denn Nico Wessner hatte sich zuletzt mit starken Leistungen empfohlen und mit dem wiedergenesenen Stephan König steht Schlicker nun einen weiterer Angreifer für die vorderste Reihe zur Verfügung. Ob dies ausreicht, um die Lichtenfelser Wagenburg zu knacken, wird sich dann am Freitagabend zeigen.

So könnte der SC Feucht spielen: Sponsel – Schäf, Leikam, Mbetssi, Kaya – Eckert, Klose, Ivic, Spielbühler – Wessner, König

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann