Julia Klöckner sah sich im Weltladen um

Stippvisite beim Fairen Jakob

Begeistert vom Angebot und der Idee hinter dem Weltladen mit seinem fairen Sortiment zeigten sich Julia Klöckner (3.v.r.) und Marlene Mortler (Mitte) zusammen mit den Geschäftsführern Claudia Friedrich (3.v.l.) und Helmut Schleif (2.v.r.) sowie CSU-Chef Alexander Hommel (rechts). Mit auf dem Foto auch die Jakob-Mitarbeiterinnen Ursula Schleif (links), Gertraud Schulze-Moebius (2.v.l.) und Pfarrer Jörg Petschat (4.v.l.) mit Diakon Norbert Stark (4.v.r.). | Foto: Gisa Spandler2016/11/kloeckner2.jpg

FEUCHT – Mit großem Interesse informierte sich Julia Klöckner, die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende und Fraktionschefin im Landtag, im „Fairen Jakob“ über den Weltladen in der Hauptstraße. Im Vorfeld ihres Auftritts bei der Frauen Union des Bezirks Mittelfranken in der Reichswaldhalle (wir werden darüber noch berichten) stattete sie zusammen mit MdB Marlene Mortler (CSU) einen Besuch in dem kleinen Laden ab und ließ sich über die Hintergründe und Prinzipien des fairen Handels von den Geschäftsführern Claudia Friedrich und Helmut Schleif aufklären.

Der Betrieb sei nur mit Ehrenamtlichen im Schichtdienst aufrechtzuerhalten, berichtete Schleif der interessierten Besucherin, da die Gewinnspanne zu gering sei, um eine weitere fest angestellte Kraft zu beschäftigen. Froh sei man allerdings, dass das Geschäft unter den Fittichen der evangelischen Kirchengemeinde angesiedelt ist, weswegen auch Pfarrer Jörg Petschat und Diakon Norbert Stark zum Ortstermin erschienen. Anhand des ausgestellten Schmuck-Angebots erklärte Claudia Friedrich, dass das Sortiment hauptsächlich aus Asien, Afrika und Südamerika kommt und die herstellenden Familien einen ordentlichen Preis für ihre Produkte erhalten. Helmut Schleif nutzte die Anwesenheit der Politikerinnen, einen lang gehegten Wunsch vorzutragen: „Wir steigern die Umsätze, die Arbeit wird mehr, wir hätten gern einen Bufdi“, erklärte der Geschäftsführer, wies aber darauf hin, dass das finanziell nicht geleistet werden kann, schließlich habe man ja Miete, Strom und Wasser wie alle anderen Geschäftsleute zu zahlen und die Verkaufsmargen seien gering. Bei Mortler und Klöckner stieß er dabei auf offene Ohren, sie versprachen sich des Anliegens anzunehmen und sich zu informieren, in welcher Form gegebenenfalls im Rahmen des Bundesfreiwilligendiensts Unterstützung möglich ist.

Angesprochen wurde auch die Bestrebung Feuchts, das Prädikat „Fairtrade town“ zu erhalten. CSU-Ortsvorsitzender Alexander Hommel meinte in diesem Zusammenhang, dass man hier auf einem guten Weg sei und sich in der Bevölkerung ein geistiger Wandel vollziehe, „die Zeit ist reif“. Dem stimmten zwar Pfarrer Petschat und Diakon Stark zu, allerdings stellten sie fest, dass noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müsse.

„Abgestimmt wird an der Kasse“

„Abgestimmt wird an der Kasse“, urteilte auch Julia Klöckner. Erstaunlich sei, dass zwar schon Schüler einsehen, dass fair gehandelte Produkte einfach mehr kosten müssen, so Jörg Petschat, wenn es dann aber an den Kauf ginge, so wunderten sich doch viele über die hohen Preise. Dies sei genauso auf den Rest der Käufer übertragbar, stellten Alexander Hommel und Helmut Schleif fest.

Man war sich von allen Seiten darüber im Klaren, dass hier nur Aufklärung helfen könne. Auch die weiteren politischen Zusammenhänge sollten thematisiert werden, fand die CDU-Chefin aus Rheinland-Pfalz, mit Vorschriften sei hier nichts zu erreichen. Doch wer einsieht, dass gerechte Bezahlung gleichzeitig ein Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen sei, könne Tragweite und Bedeutung des fairen Handels ermessen und auch die Wichtigkeit dieses Gedanken mittragen.

Ein weiteres Thema war die gelegentliche Verwirrung der Begrifflichkeiten fair und bio in der Öffentlichkeit sowie die Tatsache, dass mit dem fairtrade-Siegel ausgezeichnete Produkte, die etwa in Discountern zu erhalten sind, nicht automatisch aus hundertprozentig fair gehandelten Zutaten bestehen müssen. Anders verhalte sich das bei den bekannten fairen Handelsorganisationen. „Sie tragen bei zur Bewusstseinsbildung“, stellte Julia Klöckner abschließend fest, lobte das Engagement der Mitarbeiter sowie die attraktive Präsentation und Dekoration in dem kleinen Ladengeschäft und trug anschließend zusammen mit Marlene Mortler kräftig zur Umsatzsteigerung des Fairen Jakob an diesem Montag bei.

 

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler