Starke Schwankungen müssen blitzschnell ausgeglichen werden

Sonnenfinsternis: Solaranlagen gehen vom Netz

Wenn es von strahlendem Sonnenschein plötzlich zur Dämmerung wechelt, schalten die Solaranlagen automatisch ab, auch die Anlagen der Feuchter Gemeindewerke (links im Bild), der Marktgemeinde (auf dem kleinen Gebäude in der Mitte ) und die Bürgerenergieanlage (auf den Gebäuden rechts). Foto: Blinten2015/03/solar.jpg

FEUCHT/ALTDORF – Bleibt die Küche kalt, wenn sich die Sonne verfinstert? Die Energieversorger in Deutschland rechnen mit starken Schwankungen im Stromnetz, da der Anteil des Sonnenstroms an der Gesamtstrommenge inzwischen erheblich ist. Tatsächlich geht man davon aus, dass mit einem Schlag nur noch ganz geringe Mengen Solarstrom produziert werden. Wenn die Versorger dann nicht schnell reagieren, könnte im schlimmsten Fall das Netz zusammenbrechen.

Auch im Bereich der Feuchter Gemeindewerke oder der Gemeindewerke Schwarzenbruck? Geschäftsführer Raimund Vollbrecht beruhigt: „Wir erwarten trotz des Ausfalls von Solarstrom keine gravierenden Auswirkungen.“ Aus zwei Gründen: Zum einen werde sich die Abschattung wohl in Grenzen halten, zum anderen könne der Ausfall von den Netzbetreibern kompensiert werden. Über die Übertragungsnetze muss sofort zusätzlicher Strom auch ins Feuchter Netz eingespeist werden, wenn der Anteil des Sonnenstroms ausfällt.

Lastschwankung

Dann entsteht eine sogenannte Lastschwankung, die ausgeglichen werden muss. Ideal sind hierfür Gaskraftwerke, die sich schnell herauffahren lassen, wie etwa das bayerische Kraftwerk Irsching. Ausgerechnet für diese Anlage beantragte der Betreiber Eon kürzlich die Stilllegung, weil sie sich wegen des großen Angebots von Sonnen- und Windstrom wirtschaftlich nicht mehr betreiben lässt.

„Wir sind auch nicht im Kernschatten der Sonnenfinsternis“, betont Volbrecht und bleibt auch deshalb gelassen. Komplett dunkel wird es für einige Minuten in einem etwa 400 Kilometer breiten Streifen im Nordatlantik.

Hier entsteht der Kernschatten, wenn der Mond die Sonne komplett verdeckt. Die großen Netzbetreiber haben sich auf die Sonnenfinsternis mit einer Kaskadenübung vorbereitet. Daran teilgenommen haben auch die Hersbrucker Stadtwerke. Netzbetreiber Tennet hat die Abschattung simuliert und dann getestet, wie die Kommunikationswege zwischen den Versorgern funktionieren und ob das Zuschalten von Ersatzquellen klappt. Am Übungstag forderte Tennet die Hersbrucker Stadtwerke auf, 0,5 Megawatt abzuschalten, was dem Anteil der Photovoltaikanlagen im Hersbrucker Netz entspricht.

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Der Ausgleich gelang dann problemlos. Die Übung habe gezeigt, dass auch beim Ausfall von Stromquellen die ganze Kette sehr gut funktioniert, so Harald Kiesl, Geschäftsführer der Hersbrucker Werke. Dass alles gut funktionieren wird, steht auch für Walter Geißler fest. Der Geschäftsführer der Stadtwerke Altdorf weiß zwar, dass der Anteil des Solarstroms im Altdorfer Netz noch weitaus höher ist als der im Hersbrucker Bereich und deshalb mit Beginn der Sonnenfinsternis eine entsprechende Lücke entsteht:

„Fehlender Strom wird aber automatisch sofort zugeschaltet.“

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