Heilsteine

Sie serviert den Stein zum Essen

Rosemarie Kieback mit den drei Edelsteinen,die ihre Meinung nach mit Kürbissuppe, Schweinelende und Palatschinken harmonieren. | Foto: Jasinta Then2019/10/Feucht-Kieback-Edelsteine.jpg

FEUCHT/MOORENBRUNN – Rosemarie Kieback organisiert einmal im Monat ein Edelstein-Menü. 
Zu jedem Gang serviert sie die – aus ihrer Sicht – passenden Heilsteine. Nicht nur farblich stimmt sie Stein und Speise aufeinander ab, auch die Heilkräfte der Steine müssen laut der 79-jährigen Feuchterin ins kulinarische Konzept passen.

Beim letzten Edelsteinmenü im Moorenbrunner Tenniszentrum gab es als Vorspeise passend zum orangefarbenen Orangencalcit eine Kürbiskernsuppe. Dieser Edelstein soll die sinnlichen Ebenen des Körpers aktivieren und gut für Knochen und Gelenke sein. Als Hauptgericht stand Schweinelendchen mit Blattspinat, Soße, Kartoffeln und Salat auf der Karte. Dazu gab es einen grünen Aventurin: Er soll für Ruhe, Geduld und Ausgeglichenheit sorgen und außerdem Herzprobleme lindern. Als Nachspeise wurde Palatschinken mit Eis und Sahne serviert. Der passende Stein? Ein weißer Bergkristall.

Es zählen Farbe und Wirkung

Die 79-Jährige sucht die Steine hauptsächlich aufgrund ihrer Farbe aus. Aber auch die angeblichen Heileigenschaften spielen eine Rolle. Jeder Gast darf die drei Edelsteine am Ende des Abends behalten. „Die Steine wirken manchmal besser als irgendwelche Tabletten“, ist die Feuchterin überzeugt. Jeder der Steine hat bereits ein Loch, sodass man leicht ein Armband oder eine Kette daraus machen kann.

Mit Edelstein-Menüs und Seminaren über Heilsteine bessert die gelernte Kindergärtnerin ihre Rente auf. Außerdem stellt sie leidenschaftlich gerne Schmuck selbst her. Ketten, Armbänder, Fußkettchen, Lesezeichen, Ohrringe, Ringe und Anhänger bastelt sie in ihrer Wohnung. Diesen Schmuck verkauft sie auf Märkten, an Privatleute oder bietet Ferienprogramme für Kinder an, bei denen die Kleinen selbst ihren Lieblingsschmuck herstellen können.

Oma glaubt fest daran

Angefangen hatte alles mit einer kaputten Kette. Um diese wieder zu reparieren, eignete sich die 79-Jährige mit einem Erklärbuch die Fertigkeiten zur Schmuckherstellung und -reperatur an. Dadurch hat sie sich immer mehr mit den Steinen selbst und ihrer vermeintlichen Heilwirkung auseinandergesetzt.

Kritikern erklärt sie die einzelnen Steine und deren Wirkung. Außerdem weißt sie darauf hin, dass sie nur in der Hand oder Hosentasche des Besitzers ihre Heilkraft ganz entfalten könnten. Bester Beweis: Bei ihrem Enkel hat das bereits funktioniert: Er habe seine Wunsch-Lehrstelle bekommen – mit Omas Heilstein in der Hosentasche.

Jasinta Then

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