Kreisausschuss bewilligt Zuschuss an Tierheim

„Rettung“ in letzter Sekunde

Veterinärin Dr. Elke Spengler-Weber, Martina Höng vom Tierheim Hersbruck und Bürgermeister Robert Ilg beim Spatenstich für die neue Außenanlage. Foto: D. Heinz2015/03/5_2_1_2_20150320_TIER.jpg

HERSBRUCK (doh/kp) — „Das kam in allerletzter Minute, wir sind wahnsinnig froh über diese Unterstützung“, sagt Martina Höng vom Hersbrucker Tierheim. „Ohne das Geld vom Landkreis würde es keinen Spatenstich für die neue Außenanlage geben.“ Grund für die Freude sind 5000 Euro, die der Kreisausschuss dem Tierheim zusprach.

Hilfe ist auch bitter nötig: „Wenn die Anlage bis zum Sommer nicht fertig wäre, würden wir unsere Lizenz verlieren“, sagte Höng in der Sitzung des Kreisausschusses. Diese „Kleintierbetriebserlaubnis“ gestattet es dem Hersbrucker Heim, nicht nur Katzen und Hunde aufzunehmen, sondern auch Hamster, Ratten oder Kaninchen.

Kurz vor den Haushaltsberatungen des Kreistages im Januar (wir berichteten) hatte Höng den Zuschuss von 5000 Euro beantragt – die Summe wurde im Etat dann auch vorläufig bereitgestellt, allerdings ohne eine Entscheidung darüber zu treffen, ob und in welcher Höhe sie ausbezahlt werden soll.

Die Verwaltung schlug nun im Kreisausschuss vor, das Hersbrucker Tierheim lediglich mit 1000 Euro zu unterstützen – um so die angestrebte Gleichbehandlung mit dem Feuchter Tierheim zu gewährleisten. Dort schießt der Kreis zum Bau der rund 250.000 Euro teuren Quarantänestation 20.000 Euro zu, also nicht einmal zehn Prozent.

„Wir haben für den Antrag des Tierheims Hersbruck im Haushalt 5000 Euro bereitgestellt, dann sollten wir sie jetzt auch auszahlen“, schlug Reichenschwands Bürgermeister Bruno Schmidt (SPD) ganz pragmatisch vor. Unterstützung kam von Dr. Ulrike Eyrich (Grüne), die die „vorbildliche Kleintierhaltung“ in Hersbruck lobte und um Auszahlung der ganzen beantragten Summe bat. Zumal Kreiskämmerer Werner Rapp einräumte, dass die beiden Bauvorhaben ohnehin nicht eins zu eins zu vergleichen seien.

„Die Anlage ist unbedingt notwendig, um auch den anderen ‚Bewohnern ein Zuhause zu geben“, sagte Bürgermeister Robert Ilg nun beim ersten Spatenstich. Für ihn war es denn auch eine Selbstverständlichkeit, im Kreistag für die Förderung zu stimmen. „Wir in Hersbruck wissen, was wir an unserem Tierheim haben. Wenn es das nicht gäbe, müsste die Stadt diese Aufgaben übernehmen.“

Dieser Meinung schlossen sich die Mitglieder des Kreisausschusses mit 10:4 Stimmen mehrheitlich an – und schon am nächsten Tag lud Martina Höng zum offiziellen Spatenstich ein.

Aber nicht nur dem Tierheim allein ist mit dem Zuschuss des Landkreises geholfen. „Es geht auch darum, dass das Veterinäramt handlungsfähig bleibt“, sagt Dr. Elke Spengler-Wieber, Veterinäroberrätin des Landratsamtes. „Wir haben hier einen großen Rückhalt, weil wir Tag und Nacht anrufen können und jederzeit jemand bereit steht.“ Die neue Anlage biete auch die Möglichkeit, Exoten unterzubringen. Bisher war das nicht möglich.

Insgesamt fallen für das 25 Quadratmeter große Areal über 20.000 Euro an. Martina Höng: „Weil wir hier in einem Sumpfgebiet sind, können wir nur bestimmte Materialien verwenden.“ Die seien sehr teuer. „Vor allem Handwerksbetriebe unterstützen uns, indem sie Kosten für Baustoffe oder Arbeitszeit nicht oder nur teilweise berechnen.“ Den Rest deckten Spenden sowie finanzielle Unterstützung des Deutschen Tierschutzbundes und nun des Landkreises ab. „Jetzt haben wir zum Glück das ganze Geld zusammen und können mit den Bauarbeiten beginnen.“

Das Tierheim Hersbruck freut sich auch weiterhin über Spenden. Informationen unter 09151/6095923 oder [email protected]

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