Brutplätze im Pferdestall

Rauchschwalben sind in Feucht willkommen

Rauchschwalben in Feucht
Auf dem Gebiet der Marktgemeinde Feucht brüten laut Bund Naturschutz Rauchschwalben nur noch in den Stallungen des Pferdehofs. In den landwirtschaftlichen Betrieben im Landkreis allerdings gibt es zahlreiche Schwalbennester. | Foto: Adobe Stock2019/07/Feucht-Schwalben.jpg

FEUCHT – „Hier sind Schwalben herzlich willkommen!“ – mit dieser Plakette des Bundes Naturschutz haben Sophie Wurm und Sebastian Haas von der BN-Ortsgruppe Feucht den Betreibern der Reitanlage für ihren Beitrag zum Schutz der Rauchschwalben gedankt.

Eweline Schmidt nahm die Auszeichnung entgegen. Die Plakette wird künftig einen Platz am Eingang der Reitanlage erhalten und die Gäste und Besucher über die schwalbenfreundliche Betriebsweise informieren. Rauchschwalben gehörten einst in jedes Dorf.

Eweline Schmidt nimmt die Plakette „Schwalben herzlich willkommen“ von Sebastian Haas entgegen. Foto: privat2019/07/Feucht-Ueberreichung-der-Plakette.jpg

Die Zahlen brütender Rauchschwalben sind in den vergangenen Jahren überall stark zurückgegangen. Auf dem Gebiet der Marktgemeinde Feucht nisten Rauchschwalben nur noch in den Pferdestallungen der Reitanlage von Eweline Schmidt.

Um die Population dieser Glücksbringer besser kennenzulernen und ihre Dynamik zu verstehen, werden die Jungschwalben von Sebastian Haas mit Ringen der Vogelwarte Radolfzell ausgestattet. So kann ermittelt werden, wie groß der Bruterfolg der ersten, zweiten und manchmal dritten Brut der Schwalben in Zeiten von Insektenrückgang und Klimawandel ist. In den nächsten Jahren kann zudem verfolgt werden, ob sich Rauchschwalben aus Feucht andernorts ansiedeln und wie die Überlebensrate ist.

Künstliche Nester für Rauchschwalben

Fünf künstliche Schwalbennester aus Holzbeton wurden an Stellen montiert, an denen in den vergangenen Jahren Naturnester abgebrochen waren. Da die Rauchschwalben für den Nestbau kaum noch tragfähigen Lehm finden, bieten die Kunstnester auch für größere Gelege eine dauerhafte Alternative.

Die Vogelfreunde hoffen, mit diesen Maßnahmen die Rauchschwalben nicht nur besser zu erforschen, sondern auch dauerhaft an der Reitanlage Feucht erhalten zu können.

Exzellente Flieger

Zum Brüten und für die Aufzucht der Jungen baut die Rauchschwalbe offene, schalenförmige Nester aus Schlammklümpchen und Stroh auf einen Mauervorsprung oder Balken an der Wand in Ställen oder Scheunen und anderen offenen Innenräumen.

In früheren Jahrhunderten flogen sie vielfach durch die Öffnungen im Giebel ein und aus, durch die auch der Rauch des Herdfeuers abzog. So erhielten sie den Namen Rauchschwalben.

Da sie exzellente Flieger sind, reicht ihnen zum Verlassen des Gebäudes ein Fenster in KippstelIung.

Nester  dürfen nicht beschädigt werden

Die Nester werden immer wieder benutzt. Dort legt das Weibchen zwei- bis dreimal im Jahr vier bis fünf weiße, braunrot gefleckte Eier, die es 14 bis 17 Tage bebrütet.

Beide Eltern füttern nach dem Schlüpfen noch 20 bis 22 Tage und die Jungen verlassen in diesem Alter auch erstmals das Nest. Die älteren Jungen helfen den Elterntieren beim Füttern der zweiten Brut. Seit 2015 ist die Rauchschwalbe in der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands als gefährdet eingestuft.

Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt weist darauf hin, dass Renovierungen von Hausfassaden, an denen Mauersegler oder Schwalben leben, während der Brutzeit vom 1. März bis 30. September nicht durchgeführt werden dürfen. Außerhalb der Brutzeiten darf renoviert werden.

Die Nester dürfen dabei aber weder beschädigt noch zerstört werden. Bei illegaler Beseitigung der Nester droht ein Ordnungswidrigkeitenverfahren mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro. Ausnahmegenehmigungen müssen bei der Regierung von Mittelfranken beantragt werden.

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