Elektroautos für Feucht

Rathaus und Gemeindewerke fahren mit Strom

Präsentation der Fahrzeuge mit umweltfreundlichem Stromantrieb an der Stromladesäule am Kirchweihplatz: Bürgermeister Konrad Rupprecht, 2. Bürgermeisterin Katharina von Kleinsorgen, Kämmerer Peter Friedl, FGW-Geschäftsführer Raimund Vollbrecht und ein Bediensteter der Gemeindewerke. Foto: Lorenz Märtl2015/04/Feucht_E_Autos.jpg

FEUCHT – Energiewende und Klimaschutz sind für die Marktgemeinde und die Gemeindewerke Feucht keine reinen Lippenbekenntnisse. Vielfältig sind die Anstrengungen, zu denen beispielsweise auch die kostenlose Stromladesäule am Kirchweihplatz gehört. Ein weiterer Schritt war nun die Anschaffung von zwei E-Autos: Eines für die Verwaltung im Rathaus und eines für die Gemeindewerke, die nun von Bürgermeister Konrad Rupprecht und Gemeindewerke-Geschäftsführer Raimund Vollbrecht an der Ladesäule vorgestellt wurden.

„Ich fahre mit Ökostrom der FGW – Mobilität der Zukunft, wir machen mit!“ Mit dieser Botschaft will man vorbildlich und umweltfreundlich durch die Gegend fahren: die Verwaltung mit einem VW up!, „LAU MF 131“, und die Gemeindewerke mit einem Smart, „LAU GW 239“.

Bürgermeister Konrad Rupprecht kam zur Vorstellung gleich mit dem neuen Dienstfahrzeug vorgefahren, das er schon mit wachsender Begeisterung innerhalb und außerhalb der Gemeinde genutzt hat.

Ein völlig neues Fahrgefühl, findet er, wenn auch gewöhnungsbedürftig, weil man fast lautlos durch die Gegend gleitet.

Daran müssen sich auch Passanten erst gewöhnen, wenn plötzlich ein fast lautloses Auto auftaucht.

Während das Rathaus-Fahrzeug geleast ist, entschieden sich die Gemeindewerke für den Ankauf.

Sowohl Bürgermeister Konrad Rupprecht als auch FGW-Geschäftsführer Raimund Vollbrecht betonten, dass viele der täglichen Fahrten umweltfreundlich mit dem E-Auto absolviert werden können. Man wolle mit gutem Beispiel vorangehen.

Einige wenige E-Autos gibt es in Feucht auch bereits in privater Hand. Und wem der Weg nicht zu weit ist, der kann an der Ladesäule am Kirchweihplatz die Batterien kostenfrei mit Ökostrom laden, um dann wieder seine Runden zu drehen.

An der Ladestation wurden 2014 rund 140 Ladevorgänge registriert, Tendenz wachsend, berichtete Raimund Vollbrecht beim Ortstermin. Dass dies nicht nur örtliche Nutzer sind, konnte man mit einer interessanten E-Mail eines E-Auto-Besitzers aus der Schweiz dokumentieren, die dieser Tage im Rathaus einging:

„Besuch mit Elektroauto/Feedback: Guten Tag,

mit dieser E-Mail möchte ich Ihnen danken für die ausgezeichnete Ladeinfrastruktur, welche Sie beim Kirchweihplatz für Elektroautos unentgeltlich zur Verfügung stellen. Sie haben uns, einer Schweizer Familie, den Tag gerettet, weil wir noch ein wenig Energie brauchten, um bis nach Satteldorf zu kommen, wo die nächste Schnellladestation ist.

Während der Ladung genossen wir noch einen kurzen Spaziergang durch die Sträßchen von Feucht – wunderschön! Wir werden das weiterempfehlen. Schöne Grüsse aus Murten/Schweiz.“

Und der Absender fügt noch die Kopie seiner Mails an den Nürnberger Tourismus an, mit dem Hinweis: „Die können sich im Bereich der Elektromobiliät bei Feucht noch eine Scheibe abschneiden!“

Diese Kopie nahm man natürlich im Rathaus und bei den Gemeindewerken mit Genugtuung zur Kenntnis:

„Wir, eine Schweizer Familie, durften über Ostern ein paar wunderschöne Tage in Nürnberg verbringen. Die Altstadt mit ihren wunderschönen Bauten und die Kellergänge haben uns super gut gefallen. Ihr macht das richtig gut!

Wir sind umweltfreundlich mit einem Elektroauto angereist und waren hingegen einigermaßen erstaunt, wie wenig ausgeprägt das Ladenetzwerk für Elektroautos in einer modernen Stadt wie Nürnberg noch ist. Nürnberg 2.0 sieht diesbezüglich anders aus! Die wenigen verfügbaren Ladestationen waren zu schwach (nicht 3-phasig), nicht öffentlich zugänglich, defekt oder aber benötigten eine spezielle Ladekarte. Die einzige Ladestation, welche für Touristen einwandfrei und jederzeit funktioniert, ist diejenige in Feucht!

Vielleicht wollen Sie sich die Strategie in diesem Bereicht bei Gelegenheit mal überlegen. Es braucht Ladestationen, welche mittels einem Anruf, SMS oder Kreditkarten freigeschaltet werden können. Dabei muss das Angebot nicht kostenlos sein. Für einen guten und zuverlässigen Service bin ich gerne bereit, etwas zu zahlen.

Idealerweise animieren Sie auch vermehrt Hotels dazu, solche Ladestationen einzurichten und zu publizieren.

Dazu sind keine riesigen Anschaffungen notwendig. Ein simpler CEE Stecker mit 400V und 3 x 16A reicht schon völlig. Noch besser ist eine Ladeinfrastruktur mit Typ2 Standard, welcher seit 2013 europaweit die Norm ist.“

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl