Planungsausschuss segnete „Moserbrücke“ ab

FEUCHT – Zum dritten Mal beschäftigte sich der Planungsausschuss des Planungsverbandes Industrieregion Mittelfranken mit dem geplanten Gewerbegebiet „Moserbrücke“ des Marktes Feucht. Nachdem eine Entscheidung zwei Mal vertagt worden war, befürwortete das Gremium jetzt die Aufstellung des Bebauungsplans.
Der Geschäftsführer des Planungsverbandes, Thomas Maurer, wies in der Sitzung darauf hin, dass der Markt Feucht im Regionalplan als Siedlungsschwerpunkt ausgewiesen ist. Man müsse der Kommune daher ein entsprechendes Maß an Entwicklungsmöglichkeiten im gewerblichen Bereich zubilligen. Laut einer Markt- und Standortanalyse der GfK Geomarketing besitzt Feucht derzeit rund 18,5 bis 21,0 Hektar ausgewiesene und bebaubare Gewerbeflächen. Wird auf dem ehemaligen Gelände der Fella-Werke wie vorgesehen das Wohngebiet „Am Reichswald“ ausgewiesen, so bleiben laut dieser Studie lediglich 5,8 Hektar übrig.

Die drei ehemals militärischen Inseln FASA, Nato-Site 23 und POL sind im aktuellen Flächennutzungsplan als Gewerbeflächen ausgewiesen. Sie sollen als Ausgleichsflächen für den sechsspurigen Ausbau der A6 herangezogen werden. Im Tausch möchte der Markt Feucht dafür im Anschluss an den Gewerbepark Nürnberg-Feucht-Wendelstein (GNF) ein geschlossenes Gewerbegebiet ausweisen, Größe etwa 15,8 Hektar.

In der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses wies Feuchts 1. Bürgermeister Konrad Rupprecht auf den gültigen Flächennutzungsplan und die fehlenden Ausdehnungsmöglichkeiten seiner Gemeinde hin. Daher brauche man den Bebauungsplan „Moserbrücke“, um mittel- und langfristig noch Gewerbeflächen zu haben.

Alten Fehler nicht bestätigen

Großer Kritiker dieses Projekts ist der Bund Naturschutz. Dessen Regionalbeauftragter Tom Konopka bezeichnete es als Fehler, dass man in den 90er Jahren die drei militärischen Inseln im Flächennutzungsplan als Gewerbeflächen ausgewiesen hatte. Sie sind zum Teil stark mit Altlasten konterminiert und somit kaum nutzbar, argumentierte der BN-Vertreter. Er wies außerdem darauf hin, dass derzeit so viele Eingriffe wie nie zuvor im Bannwald vorgenommen oder aktuell geplant werden. Dabei habe der Reichswald eine große Bedeutung unter anderem als Erholungsgebiet. Es bestehe zudem für den Markt Feucht auch kein Recht auf Vorratshaltung von Gewerbeflächen. Selbst der Bürgermeister habe wiederholt eingeräumt, dass aktuell kein Bedarf an einem weiteren Gewerbegebiet bestünde, so Konopka.

Der Planungsverband erhob allerdings keine planungsrechtlichen Einwände gegen den Bebauungsplan „Moserbrücke“. Allerdings müsse der Markt Feucht Ausgleichsmaßnahmen im direkten Anschluss an bestehenden Bannwald ergreifen. Dies ist im bisherigen Aufstellungsverfahren bereits vorgesehen (wir berichteten). Außerdem empfahl das Gremium, im Sinne der interkommunalen Zusammenarbeit die Planung eng mit dem GNF abzustimmen. Da das Gebiet „Moserbrücke“ direkt an den bestehenden Gewerbepark anschließt und auch die Zufahrtsstraße durch ihn verläuft, ergäben sich sicherlich Fragestellungen von gemeinsamer Bedeutung, begründete Geschäftsführer Thomas Maurer diese Anregung.

Bürgermeister Konrad Rupprecht zeigte sich gegenüber unserer Redaktion erleichtert über die einstimmige Entscheidung des Planungsverbandes. Er sieht sie als „großen Schritt“ hin zur Aufstellung des Bebauungsplans für das Gewerbegebiet.
Für den Feuchter BN-Ortsvorsitzenden Eckhard Schulz war der Planungsausschuss dagegen nur „eine Zwischenstation“. Man werde bei der Regierung von Mittelfranken weiter nachbohren und die bisherigen Bedenken deutlich machen.

Zudem prüfe man weitere Schritte, um das Gewerbegebiet zu verhindern.
Enttäuscht zeigte sich Schulz über die Zustimmung von Landrat Armin Kroder im Planungsausschuss. Bei einem Ortstermin am vergangenen Donnerstag hatte der BN ihm die drei ehemals militärischen Inseln gezeigt und darauf hingewiesen, dass vor allem Nato Site 23 nicht als Gewerbegebiet in Frage gekommen wäre. Auch ein Vertreter der Regierung von Mittelfranken nahm an der Besichtigung teil. Kroder ließ sich von den Argumenten der Naturschützer aber nicht überzeugen und unterstützte gestern das Vorhaben des Marktes Feucht.

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