Schreiben an die Fraktionen nach Ablehnung der Rathauszusammenführung

Museen fordern Signal von Kommunalpolitik

In der jetzigen Situation haben weder Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum, noch Bücherei und Zeidelmuseum Erweiterungsmöglichkeiten. Die Trägervereinsvorsitzenden der Museen fordern nun in einem Schreiben an die Fraktionen im Marktrat einen „ernsthaften Dialog und belastbare Planungsperspektiven zur Lösung ihrer Platzprobleme“. | Foto: Märtl2015/12/db-museumsmeile.jpg

FEUCHT – Die beiden Feuchter Museen fordern in einem Schreiben an die Vorsitzenden der Fraktionen im Marktgemeinderat einen ernsthaften Dialog und belastbare Planungsperspektiven zur Lösung ihrer Platzprobleme.

Nachdem sich der Marktgemeinderat in seiner Oktobersitzung gegen eine Zusammenführung der Verwaltung in der Hauptstraße entschieden hat (wir berichteten), sei ein wesentlicher Eckpfeiler eines von beiden Museen gemeinsam entwickelten Zukunftskonzeptes vorläufig entfallen, kritisieren der Trägervereinsvorsitzende des Zeidel-Museums Ralph Reiwe und Karlheinz Rohrwild, Direktor des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museums.

Kulturareal Feucht

Zeidel-Museum und Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum (HORM) hatten bereits 2012 unter dem Arbeitstitel „Kulturareal Feucht“ gemeinsam einen Vorschlag an den Markt Feucht erarbeitet und vorgestellt, der mittel- bis langfristig die eklatante Raumnot aller drei Kultureinrichtungen in der Pfinzingstraße beheben würde.

Zwischen beiden Museen liegt das Gebäude der Gemeindebücherei, die dort ebenfalls keinerlei Entwicklungsmöglichkeiten mehr hat.

Kern des Vorschlages der Museen ist daher die Erweiterung des Zeidel-Museums in das jetzige Büchereigebäude.

Um dies zu ermöglichen, wäre ein Neubau für die Bücherei notwendig, der nach dem Konzept auf einem Grundstück direkt hinter dem Pfinzingschloss entstehen könnte.

Dieses neue Büchereigebäude müsste so dimensioniert werden, dass dort auch die Archiv- und Literaturbestände der beiden Museen, sowie das Marktarchiv untergebracht werden könnten.

Das betreffende Grundstück befindet sich im Eigentum des HORM-Vereins, der es dem Markt Feucht für diesen Zweck ohne Kosten überlassen würde, unter der Voraussetzung, dass sich das Raumfahrtmuseum im Gegenzug in das Pfinzingschloss erweitern kann.

Genau dieser Ringtausch ist nach der Entscheidung des Marktgemeinderats gegen den Umzug von Kämmerei und Bauamt aus dem Pfinzingschloss in das so genannte „Metz-Haus“ in der Hauptstraße nun so nicht mehr möglich.

Reiwe und Rohrwild kritisieren in ihrem Schreiben daher, dass diese Entscheidung getroffen wurde, „ohne dass über diese Konsequenz auch nur ein einziges Mal ernsthaft mit den Beteiligten diskutiert worden wäre“.

Die Museen bräuchten wegen der extrem beengten Raumsituation aber in jedem Fall eine belastbare Planungsperspektive.

Um diese zu erhalten, fordern sie die Kommunalpolitik auf, „endlich in einen ernsthaften Dialog einzutreten und eine belastbare Aussage darüber zu treffen, wie sie grundsätzlich die langfristige Bedeutung unserer Häuser für den Standort Feucht einschätzt, welche Zukunftsperspektiven sich daraus konkret ergeben und gemeinsam weiterverfolgt werden können.“

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