Bürgermeister spricht in Moosbach

Letzte Bürgerversammlung für Rupprecht

Bürgermeister Knorad Rupprecht spricht zu den Bürgern . | Foto: Daniel Frasch2020/02/Feucht-Buergermeister-Konrad-Rupprecht-scaled.jpg

Moosbach. Bei der Bürgerversammlung in Moosbach zieht Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht ein positives Fazit.
Diskussionsbedarf besteht hingegen beim Thema Josef-Schlosser-Wäldchen und bei der Situation der Offenen Ganztagsschüler.

Bekanntlich wird Rupprecht sein Amt niederlegen und bei der Kommunalwahl am 15. März nicht mehr kandidieren. Nach 24 Jahren an der Spitze ist Schluss, ein bisschen Wehmut war bei der Bürgerversammlung  schon zu spüren.
Rupprecht startete mit einem rund 60-minütigen Monolog und blickte zurück auf das Jahr 2019. Die Senioreneinrichtung Gottfried Seiler mit ihrer jüngst öffentlich gewordenen Kostenxplosion  war ebenso Thema wie die Situation rund um die Kindertagesstätten.  Thema waren außerdem die in Moosbach geplanten geförderten Wohnungen sowie der Dorfladen.

Söder sagt Unterstützung zu

Die geplante Stiftung für das Hermann-Oberth-Raumfahrtmuseum hat mit Ministerpräsident Markus Söder einen promienten Unterstützer. Söder habe „mündlich seine Unterstützung fest zugesagt“, wie Rupprecht betont. Wie hoch die Finanzspritze ausfallen soll, ist nach derzeitigem Stand jedoch unklar. Gut voran komme auch die Renaturierung des Gauchsbaches: Die Arbeiten sollen im März abgeschlossen sein. Weiterer Aspekt auf Rupprechts Agenda war die abgeschlossene, rund 380 000 Euro teure Erneuerung der Schaltanlage der Kläranlage. Als entspannt lässt sich die Situation der Asylsuchenden beurteilen. In zwei Unterkünften leben aktuell 62 Personen (17 Kinder), die vor allem aus Äthiopien, dem Iran, Irak sowie Syrien kommen. Sie können auf die Unterstützung eines „rührigen Helferkreises“ zählen, der ehrenamtlich Hilfestellung in allen bereichen anbiete.

Problematische Finanzen

Probleme bereitete im vergangenen Jahr hingegen der Finanzbereich. Wegen nicht mehr vorhandener Rücklagen griff der Markt des Öfteren auf Kassenkredite zurück, um die Kassenliquidität zu gewährleisten. Mehreinnahmen erzielte die Gemeinde unter anderem in den Schlüsselzuweisungen (860 000 Euro), weniger Einnahmen verzeichnete sie bei der Gewerbesteuer (8,3 Millionen Euro). Nichtsdestotrotz konnte der Haushalt 2019 augeglichen werden. Rupprecht beendete seinen Vortrag mit der Bitte an die Bürger, sich auch weiterhin aktiv am Gemeindegeschehen zu beteiligen.

Stromtrassen und Schülertransport

„Wie ist der aktuelle Stand bei den geplanten Stromtrassen?“ Drei Varianten stehen bislang zur Diskussion. Ob die von der Gemeinde favorisierte Nord-Variante kommen wird, hänge jedoch in erster Linie an der Entscheidung des Netzbetreibers Tennet, sagte Rupprecht.

Die Angst der Eltern ist groß

Diskussionsstoff lieferte außerdem die Situation der Kinder der Offenen Ganztagsschule. Nach wie vor zeigen sich Eltern erbost und kritisieren, ihre Erstklässer alleine mit der S-Bahn in die Schule schicken zu müssen. „Kinder, die weder einen Fahrplan lesen, noch vernünftig mit Informationen zu ausgefallene Zugverbindungen umgehen können“, dürften nicht alleine an S-Bahngleisen stehen, so der Vorwurf von Andrea Irmscher. Rupprecht verwies darauf, dass die rechtliche Grundlage hierfür jedoch einwandfrei sei und andere Städte dieses Verfahren ebenso anwendeten.

Josef-Schlosser-Wäldchen

Elli Feuchtmeier von der Bürgerinitiative Pro Grün prangerte den geplanten Kauf des Josef-Schlosser-Wäldchens an. Zwar seien die Kosten über den Haushalt abgedeckt, wie Rupprecht versichert, trotzdem müsse man erst noch den Flächennutzungsplan abwarten.

Nach rund zwei Stunden war die Veranstaltung zu Ende. Lächelnd verließ Konrad Rupprecht zum letzten Mal die Bühne des Moosbacher Bürgersaals. Zumindest als Bürgermeister des Marktes Feucht.

N-Land Daniel Fischer
Daniel Fischer