Kunstinitiative sucht neue Räume

Kulturellen Faden weiterspinnen

Wollen alle an einem Strang ziehen (v.l.): CSU-Marktgemeinderat Horst Käppner, Grünen-Fraktionschefin Rita Bogner, Ernst Klier, Herbert Sturm (vorne), FDP-Rat und Vertreter der Kleinen, Manfred Dauphin, Hans Joachim Strauß und SPD-Gemeinderat Lothar Trapp. | Foto: privat2020/08/Feucht-Fortbestand-Themenkunstverein-1-scaled.jpg

Feucht. Der Themenkunstverein sucht noch immer Räumlichkeiten, die in zwei Jahren die Galerie im Bernstein ersetzen können und mehr Kapazitäten für Ausstellungen haben. Die Marktgemeinde soll helfen. Demnächst wird man mit Bürgermeister und Gemeinderäten Standorte besichtigen.

Der Themenkunstverein sucht dringend nach Ausstellungsmöglichkeiten, der Markt Feucht hat leer stehende Immobilien. Das müsste doch zusammengehen, sollte man meinen, so die Gemeinde ein Interesse daran hat, die Kulturinitiative, die nun fast 20 Jahre besteht, zu unterstützen. Doch das Anliegen gibt es schon länger, und obwohl man mehrfach im Rathaus aufschlug, hat sich noch nichts Konkretes getan.

Zeit drängt


Nun drängt langsam die Zeit, finden die Vorsitzenden Ernst Klier und Gründervater Hans Joachim Strauß, und tatsächlich scheint ein erneuter Vorstoß in Rathaus und Marktgemeinderat die Kulturbeflissenen ein Stück voranzubringen: Bei einer Zusammenkunft Ende Juli bekundeten Vertreter aller Fraktionen, dass sie sich dafür einsetzen wollen, dass der Themenkunstverein nicht in absehbarer Zeit auf der Straße steht. Auch Bürgermeister Jörg Kotzur sagte seine Unterstützung zu. Ende September, Anfang Oktober sollen mögliche Beheimatungen angesehen werden.

Rückblick


2001 gründet sich die Initiative von Kunst-Liebhabern, -Schaffenden und -Förderern und findet ein Zuhause in den privaten Räumen von Hans Joachim Strauß in der Fischbacher Straße. Die Zahl der beteiligten Künstler wächst schnell, neben Kunstschauen gibt es Musikveranstaltungen, Lesungen, Bühnen-Events. Doch schon lange ist die Kapazitätsgrenze erreicht, der Saal ist eigentlich zu klein für all die Vorhaben, interessierte Künstler müssen vertröstet werden, obwohl die kulturelle Aufweitung der Marktgemeinde ja genau das ist, was man anstrebt. Also schrieb man vor eineinhalb Jahren einen deutlichen Brandbrief an den damaligen Bürgermeister Konrad Rupprecht und die Fraktionsvorsitzenden, die man nun in der Verantwortung sieht.

Enttäuschendes Feedback


Vom Feedback auf ihr Anliegen sind die Vereinsmitglieder allerdings enttäuscht. Auch über ein Jahr später hat sich nichts Greifbares ergeben. Erfreut war man deshalb, dass sich der neue Bürgermeister Jörg Kotzur noch in Wahlkampfzeiten für den Verein interessierte.
Der erste Vorsitzende Ernst Klier, gleichzeitig SPD-Marktgemeinderat, und zweiter Vorsitzender Hans Joachim Strauß legen Wert darauf, dass eine nachhaltige Lösung gefunden wird. Dem stimmt auch Beiratsmitglied Herbert Sturm zu. Für ihn ist auch wichtig, dass das Konzept mit Café fortbesteht.

Gewisser Zeitdruck


Nachdem sich in den vergangenen Jahren nicht viel getan hat, wissen Vorstand und Beirat, dass die verbleibenden zwei Jahre, die man hat, um eine Lösung zu finden, nicht ewig sind. Ein gewisser Zeitdruck ist jetzt schon zu spüren. Hans Joachim Strauß will daher einen Schritt nach dem anderen machen, das heißt, zunächst nach einer Immobilie mit Wänden Ausschau halten, an die Ateliersysteme für Bildhängungen montiert werden können, damit auch nach zwei Jahren weiter ausgestellt werden kann.
Natürlich hat sich der Vereinsvorstand schon ein paar Lieblingsobjekte ausgeguckt. Das Pfinzingschloss, die alte Awo oder die Kegelbahn in der Reichswaldhalle wären geeignet, glauben die Herren. Hier wiegelt der Bürgermeister ab. Die Kegelbahn im Keller hält er für ungeeignet und beim Pfinzingschloss komme es auch sehr darauf an, was der Verein genau dort vorhat. Die alte Awo sei noch am ehesten geeignet.

Auch das Rathaus profitiert


Der Kunstverein indes ist zuversichtlich, dass der Markt Feucht die Bedeutung des kulturellen Lebens in der Zeidlergemeinde richtig einschätzt. Denn im Vergleich zu ähnlich situierten Kommunen bleibe Feucht seit Jahren hinter seinen kulturellen Möglichkeiten zurück. Selbstbewusst könne man sagen, dass die Themenkünstler hier schon mehr als Pionierarbeit geleistet haben. Wieder ausbremsen lassen wolle man sich nicht, versichern Strauß und Klier mit Blick auf Bestrebungen im Marktgemeinderat, die Initiative auf die Zeit nach der Realisierung des Städtebaulichen Konzepts zu vertrösten. Da seien die interessierten Künstler dann längst weg, „die Nachfrage ist sehr groß“, versichert Strauß. Auch das in langen Jahren aufgebaute Netzwerk mit anderen Institutionen sei bei einer Pause gefährdet: „Wir müssen aufpassen, dass der kulturelle Faden nicht abreißt“.

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