Kita kostet 8,76 Millionen Euro

So präsentiert sich die neue Kindertagesstätte von der Altdorfer Straße gesehen. | Foto: Lemke Architektur2020/08/Feucht-Fassade_Eingang-scaled.jpg

FEUCHT – Die Marktgemeinde baut an der Altdorfer Straße eine Kindertagesstätte für 175 Kinder. Die Trägerschaft der neuen Einrichtung übernimmt der Evangelische Gemeindeverein Feucht.

Dass in der Altdorfer Straße eine neue Kindertagesstätte gebaut werden soll, hat der Maktgemeinderat schon im Juli 2018 beschlossen. Weil es in Feucht aber immer mehr Kinder gibt, waren Neuplanungen erforderlich. Das Architekturbüro Lemke aus Schwabach hat nun eine Kita geplant, die Platz für 175 Kinder bietet. Vor zwei Jahren war man noch von einem Kindergarten für 111 Kinder ausgegangen.

Nachdem eine Mehrheit in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats beschlossen hatte, die Pläne für den neuen Kindergarten noch einmal vorzuberaten (wir berichteten), hat der Feuchter Hauptausschuss nun einstimmig grünes Licht für Lemkes Konzept gegeben.

Das Dach der Kindertagesstätte soll als Terrasse und Spielplatz genutzt werden. Grafik: Lemke Architektur2020/08/Feucht-Dachterrasse_KiGa-2.jpg

Jessica Graf, Mitarbeiterin im Hauptamt, erläuterte im Ausschuss die aktuelle Situation der Kinderbetreuung in der Marktgemeinde. Alle bestehenden Einrichtungen sind voll belegt, auch das Provisorium Kleiner Jakob mit seinen Raummodulen an den Sporthallen. Die hier betreuten zwölf Krippen-, 30 Kindergarten- und 36 Hortkinder sollen ebenso wie die 40 Krippenkinder aus der Kinderkrippe St. Jakob im neuen Kindergarten an der Altdorfer Straße untergebracht werden.

Feucht braucht 1140 Betreuungsplätze

Im kommenden Kindergartenjahr sieht es gut aus: Für alle 1140 zu betreuenden Kinder gibt es Plätze in Feucht. Weil die sanierungsbedürftige Krippe St. Jakob aber ebenso schließen muss wie die mobilen Raummodule des Kleinen Jakobs und die Zahl der Kinder in Feucht weiter steigt, gibt es Handlungsbedarf. Für den evangelischen Gemeindeverein als Träger der neuen Einrichtung ergab sich folgerichtig, Architekt Lemke mit der Umplanung für einen jetzt 8,5-gruppigen Kindergarten zu beauftragen.

Weil die Neuplanung teurer wurde, als noch im Dezember vergangenen Jahres vorgestellt, hakte Herbert Bauer (CSU) im Hauptausschuss nach. Im Dezember vergangenen Jahres hatte Lemke aber nur einen Teil der Baukosten genannt, damals hatte er im Bauausschuss von Kosten in Höhe von sechs bis sieben Millionen Euro gesprochen. „Jetzt liegen die Gesamtkosten vor“, betonte der Schwabacher Architekt. Die betragen abzüglich der Grundstückskosten rund 7,7 Millionen Euro.

Bauer spricht von „Geniestreich“

Lemke gelang mit seiner Neuplanung ein „Geniestreich“, wie es Bauer im Ausschuss nannte. In dem von ihm umgeplanten Kindergarten werden 18 Prozent mehr Kinder unterkommen, als in der ursprünglichen Planung von 2018 vorgesehen, dafür hat der Architekt aber nur 4,5 Prozent mehr Raum geplant. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die Kosten und vor allem auf die Förderung durch die Regierung.

Wie das gelingen konnte? „Wir sind kompakter geworden“, sagt Lemke. In Absprache mit der Fachberaterin Evelyn Kittel-Kleigrewe hat der Schwabacher Architekt Räume multifunktional geplant. In den nächsten Wochen wird die Marktgemeinde den Förderantrag für den Kindergarten stellen, im Rathaus rechnet man mit bis zu 65 Prozent.

Ruder ist die Kita zu teuer

Alles andere als ein Geniestreich ist aus Sicht von Birgit Ruder (Freie Wähler) das an der Altdorfer Straße geplante Objekt. Zu teuer sei das ganze. „Man hätte auch quadratisch, praktisch, gut planen können“, stellte sie kurz und bündig fest und erinnerte daran, dass die finanzielle Situation der Marktgemeinde in den kommenden Jahren schwierig werde.

Quadratisch, praktisch, gut ist aus Sicht von Rita Bogner (Grüne) nicht gut. Sie spricht von einem Gewinn für das Ortsbild mit dem von Lemke geplanten Rundbau. Einen besonderen Dank richtete Petra Fischer (SPD) an den Evangelischen Gemeindeverein, der die Trägerschaft übernimmt. „Weil er das Problem Kindergartenplätze angeht.“

Einstimmig hat dann der Ausschuss auch den Vertrag zwischen Marktgemeinde und Evangelischem Gemeindeverein über den Betrieb der neuen Kindertagesstätte befürwortet. Bereits in der kommenden Woche kann der Marktgemeinderat das Projekt nun endgültig auf den Weg bringen.

Tobias Lemke hat auch das Ernestine-Melzer-Haus in Feucht geplant. In den über fünf Jahren seit Fertigstellung sind die Baukosten um mehr als 20 Prozent gestiegen. Dementsprechend hat er in seiner Kostenberechnung für den neuen Kindergarten in der Altdorfer Straße rund 489 000 Euro für die Kostensteigerung kalkuliert. Die Gesamtkosten, zuzüglich der rund 900 000 Euro für das Grundstück, betragen damit 8,763 Millionen Euro. Der Baugrund ist im Eigentum des Gemeindevereins, der das Grundstück für die Kita zur Verfügung stellt.

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