Mittagessen in der Mensa

Keine Corona-Bonbons

Hauptspeise, Salat, Obst: Für 3,50 Euro können Schüler in der Feuchter Mensa zu Mittag essen. | Foto: Gerhard Seybert/stock.adobe.com2020/08/Feucht-Mensa-Mittagessen-Fotolia-scaled.jpg

FEUCHT – Das Mittagessen in der Schulmensa wird teurer. Um 20 Cent ab dem kommenden Schuljahr. Für Eltern, die sich das nicht leisten können, gibt es mehrere Anlaufstellen. Die Marktgemeinde gehört nicht dazu.

Zum ersten Mal seit 2016 steigt der Preis für das Mittagessen in der Feuchter Schulmensa: um 20 Cent auf nun 3,50 Euro. Als Grund nennt die Gemeindeverwaltung Personal- und Sachkosten. Da der Vertrag zwischen Gemeinde und Seraphischem Liebeswerk im kommenden Jahr ohnehin ausläuft, hat Grünen-Fraktionssprecherin Rita Bogner im Marktgemeinderat beantragt, den Eltern die Erhöhung zu erlassen. Sie sieht darin eine Art Corona-Zuschuss für die Feuchter Eltern, die in Zeiten der Pandemie mit zahlreichen Sorgen zu kämpfen hätten.

Im Rat kam der Vorstoß jedoch alles andere als gut an. Ines Stelzer (SPD) empfand es als „nicht gerecht gegenüber Eltern, die ihre Kinder in anderen Betreuungseinrichtungen untergebracht haben“. Und Herbert Bauer (CSU) sprach vom Gießkannenprinzip, nach dem das Geld hier verteilt werde. Schließlich bekämen alle Eltern die 20 Cent pro Tag erstattet – unabhängig davon, ob sie finanziell bedürftig sind oder nicht. Bogners Antrag fiel schließlich mit 1:18 Stimmen durch. Damit kostet ein Mittagessen in der Mensa ab der kommenden Woche 3,50 Euro.

Hilfe steht Eltern per Gesetz zu

Eltern, die sich das nicht leisten können, erhalten unter anderem Hilfe von Sozial- und Jugendamt. „Darauf haben die Eltern einen gesetzlichen Anspruch“, erklärt Wolfgang Röhrl, Sozialamtsleiter am Landratsamt. An welche Dienststelle sich Bedürftige wenden können, hängt davon ab, ob sie Sozialleistungen beziehen, also Hartz IV, Wohngeld, Sozialhilfe, Kinderzuschlag oder Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. In diesen Fällen ist Röhrls Sozialamt zuständig.

Sind Eltern auf keine dieser Hilfen angewiesen, haben aber ein sehr geringes Einkommen, dann kümmern sich die Mitarbeiter des Jugendamts um die Förderung. Einen Eigenanteil müssen Eltern übrigens nicht mehr zahlen. Sind die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt, wird das Mittagessen komplett übernommen. Wie vielen Kindern die Ämter derzeit eine warme Mahlzeit in betreuter Umgebung ermöglichen, kann Röhrl nicht sagen. Im ersten Halbjahr 2020 unterstützte sein Amt zwar 4122 Kinder. Die Statistik zeigt aber nicht, ob diese finanzielle Hilfe für Mittagessen, Nachhilfe oder beispielsweise die Mitgliedschaft im Sportverein erhalten haben.

Alternativ hilft die Schülertafel

Neben den kommunalen Anlaufstellen unterstützt im Nürnberger Land die Schülertafel bei vorübergehenden Notlagen ebenso wie länger währenden Engpässen und übernimmt – je nach Fall – einen Teil oder den ganzen Preis des Mittagessens. Damit Schüler wie Eltern anonym bleiben, müssen sich Interessierte nicht direkt an die Schülertafel, sondern an die Schulleitung oder den Elternbeirat wenden, erläutert stellvertretender Tafel-Vorsitzender Wolfram Bauer.

Und Ursula Eggert, die für die Schülertafel zuständig ist, ergänzt: „Wenn die Schule auf uns zukommt, dann helfen wir unbürokratisch und sofort.“ Wie vielen Kindern die Schülertafel derzeit beim Mitttagstisch etwas dazulegt, weiß auch Eggert nicht, vermutet aber, dass die Zahl der Anfragen aufgrund der Pandemie im neuen Schuljahr steigen wird. Sollte es so kommen, sei die Schülertafel entsprechend aufgestellt.

Kontakte für bedürftige Eltern: Die zuständigen Mitarbeiter des Jugendamts sind erreichbar unter Telefon 09123/950-6446 und -6717, die des Sozialamts unter den Durchwahlen -6435 und -6436.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren