Cora Rieppel testete den neuen HWK-Service

Karriere-Tipps per WhatsApp

Die Schwarzenbruckerin Cora Rieppel, Auszubildende zur Friseurin in Feucht, testete die neue WhatsApp-Hotline der Handwerkskammer Bayern. | Foto: Hornung2017/03/Feucht-Friseurin-Caro.jpg

FEUCHT – 130 Ausbildungsberufe gibt es – allein im Handwerk. Jugendliche haben die Qual der Wahl. Die Handwerkskammern in Bayern helfen jetzt zeitgemäß mit einer WhatsApp-Hotline, sich im Dschungel der Berufe zurechtzufinden. Wer in einer Ausbildung steckt, kann dort Antworten auf drängende Fragen bekommen. Cora Rieppel, Auszubildende zur Friseurin in Feucht, hat das Angebot ausprobiert. Ausgerechnet dieser Test verlief nicht ganz so, wie er sollte.

Cora Rieppel hat großen Spaß daran, sich selbst und andere Menschen zu verändern. Der große Traum der 17-Jährigen aus Schwarzenbruck ist es, später als Make-up-Artist oder Maskenbildnerin zu arbeiten – am liebsten beim Film und Fernsehen. „Dazu ist es gut, wenn man auch professionell Haare machen kann“, sagt sie. Und deswegen habe sie sich dafür entschieden, zunächst ganz bodenständig eine Ausbildung zur Friseurin zu machen.

Ehrgeizig und zielstrebig ist die junge Frau – und mit ihrem Ausbildungsbetrieb „Haare Olaf Krebs Intercoiffure“ in Feucht hat sie offenbar großes Glück, wie sie selbst sagt: „Wir werden wirklich sehr gefördert – und ich habe sogar schon meine ersten eigenen Kunden zum Schneiden.

Das ist durchaus außergewöhnlich für eine Auszubildende im ersten Lehrjahr, wie sie aus Gesprächen mit Kolleginnen aus anderen Betrieben weiß. „Manche dürfen nur einen Farbansatz machen. Aber bei meinem Betrieb gibt es für alle Azubis alle zwei Wochen einen Übungsabend mit dem Chef, an dem wir an Puppenköpfen Schnitte ausprobieren.“

Weil sie zwar schon heute konkrete Vorstellungen hat, wie es nach der Ausbildung weitergehen könnte, aber auch anderen Karrieremöglichkeiten gegenüber aufgeschlossen ist, hat sie folgende Frage an die neue WhatsApp-Hotline gestellt, die unter 0175-2297222 erreichbar ist – und für die die Handwerkskammer für München und Oberbayern verantwortlich ist: „Hallo. Ich bin im ersten Lehrjahr im Beruf Friseurin und wollte fragen, was man nach der Ausbildung machen kann und wie man erfolgreich werden kann.

Und die Antwort?

Weil WhatsApp ein soziales Medium ist – und soziale Medien auf Schnelligkeit setzen, verspricht die HWK, dass Anfragen innerhalb von 24 Stunden beantwortet werden – außer es liegt ein Wochenende dazwischen. Es antwortet entweder ein Ausbildungsberater – bei sachlichen Fragen, wo es auf inhaltlich korrekte Antworten ankommt. Wenn es um persönliche Anliegen und Tipps geht, antwortet ein erfahrener Azubi, der im gleichen Beruf tätig ist.

So ist es eigentlich geregelt bei dem Angebot, das seit Anfang Februar regulär angeboten wird, und bei dem sich alle HWKS in Bayern abwechseln sollen. 2016 gab es zwei Testläufe. Seit Februar gab es 30 Anfragen, wie Pressesprecher Rudolf Baier der Nürnberger Zeitung (NZ) sagte. Und da sei alles glatt gegangen. Ausgerechnet beim NZ-Test war der Wurm drin. Denn bereits am 22. Februar hat Cora Rieppel die Anfrage abgeschickt. Bis 10. März tat sich – nichts.

Dann fragte sie nochmal nach, und prompt antwortete jemand, dass sich noch am gleichen Tag jemand meldet. Doch offenbar ging die Anfrage im Stress der zu dieser Zeit auf Hochtouren laufenden internationalen Handwerksmesse in München unter – was den Betreibern der Hotline natürlich unglaublich peinlich ist. „Wir haben das verpeilt. Da gibt es nichts zu entschuldigen. Das darf nie mehr passieren“, sagt Rudolf Baier. Und verspricht, dass dies ein Einzelfall bleibt.

Dein Macher-Team

Cora Rieppel bekam diesen Dienstag ihre Antwort, mit persönlicher Entschuldigung, ausführlich und an passender Stelle mit Smileys versehen:

„Hallo, es tut mir wirklich sehr leid, deine Anfrage ist uns leider total durchgerutscht. Lieber spät als nie, hier kommt dann doch deine Antwort: Nach deiner Ausbildung stehen dir wirklich alle Türen offen. Du kannst deinen Meister machen und danach einen eigenen Betrieb eröffnen oder als Betriebsleiterin in einem Friseursalon arbeiten. Oder du kannst mit dem Meisterbrief in der Tasche jedes Studium deiner Wahl anfangen. Einen allgemeinen Leitfaden zum Erfolg haben wir leider nicht. Solange du aber mit Spaß und viel Engagement an deinen Zielen festhältst, kann dich nichts aufhalten. Ich hoffe, wir konnten dir soweit weiterhelfen! Liebe Grüße, dein Macher-Team.“

Hat sich das Warten gelohnt? Auch wenn sie über das Warten ein wenig enttäuscht war – Cora Rieppel fühlt sich durch die Antwort bestärkt in ihrer Berufswahl. „Ich bin zufrieden mit der Antwort“, sagt sie. Ihren Weg im gewählten Handwerksberuf will sie weitergehen und hofft auf eine steile Karriere.

Stephanie Rupp

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren