Graffiti auf Zügen

Jährlich 34 Millionen Schaden

In Altdorf beschmierten S-Bahn-Sprayer vor anderthalb Jahren einen kompletten Zug und richteten enormen Schaden an. | Foto: Gassenhauer2017/04/S-Bahn-Graffiti.jpg

FEUCHT – Das ausgefallene Hobby einzelner selbsternannter Graffiti-Künstler kostet die Deutsche Bahn jährlich über 34 Millionen Euro. In Feucht hat die Polizei nach einer kurzen Verfolgung einen jungen Mann gestellt, der zuvor dabei beobachtet wurde, wie er sich an einem S-Bahn-Zug in der Nähe des Feuchter Bahnhofs zu schaffen machte.

S-Bahnen besprühen steht bei einigen jungen Leuten ganz hoch im Kurs. Die Bahn muss dann die verunzierten Wagen aufwändig neu lackieren. Erwischt die Polizei einen Täter, dann wird es für den Sprayer richtig teuer, weil die Bahn ihn für die entstandenen Schäden haftbar macht.

Weil der 20-Jährige, der in Feucht gefasst wurde, von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch macht, muss die Bundespolizei den Tathergang rekonstruieren und hat auch noch keine Anhaltspunkte zur Identität der beiden Komplizen, denen am Dienstagvormittag die Flucht gelang.

Zeuge alarmierte die Polizei

Ein Zeuge hatte die Polizei alarmiert, als er kurz vor 10 Uhr am Dienstag ein Trio dabei beobachtete, wie es an einer S-Bahn in Höhe der Nürnberger Straße Graffitis aufsprühte. Ob die drei jungen Männer bemerkt haben, dass sie beobachtet wurden, steht nicht fest. Sie verließen jedenfalls fluchtartig den Tatort und liefen zur Nürnberger Straße, wo bereits ein Streifenwagen der Verkehrspolizei Feucht vorfuhr. Daraufhin versteckte sich das Trio hinter geparkten Fahrzeugen auf dem Mitarbeiterparkplatz des Boten. Ihr Pech dabei: Ein Zeuge machte die Polizeibeamten auf das Versteck aufmerksam, so dass die drei Hals über Kopf Reißaus nahmen. Während zwei Täter über das Betriebsgelände des Boten entkamen, nahm die Streife den dritten Mann fest, einen 20-Jährigen aus Nürnberg, der nun jede Aussage verweigert.

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Vorfall in Altdorf

Vor anderthalb Jahren haben Graffiti-Sprayer in Altdorf zweimal zugeschlagen, komplette S-Bahn-Züge besprüht und immensen Schaden angerichtet (wir berichteten).

Die Entfernung von Graffiti erfordert einen hohen Aufwand, Umweltbelastung und Kosten sind enorm. Um die aufgesprühte Farbe vom Lack der Züge zu entfernen, werden stark reizende Chemikalien eingesetzt. Für die Reinigung eines Nahverkehrs-Triebwagens benötigen zwei bis drei Fachkräfte einen ganzen Arbeitstag. Die Kosten variieren je nach Größe und Schichtdicke des Graffitis. Die Neulackierung eines kompletten Triebwagens kostet bis zu 20.000 Euro und dauert rund sieben Tage.

Konzertierte Einsätze der Polizei an Schwerpunkten und eine verstärkte Beobachtung von Abstellanlagen haben die Zahl der auf frischer Tat gestellten Täter im vergangenen Jahr weiter erhöht. Bundesweit haben DB-Mitarbeiter 2016 mehr als 300 Graffiti-Sprayer stellen können.

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