Feucht will an Bebauungsplan festhalten

Hotel-Investor springt ab

Egal ob mit Hotel oder anderem Gewerbe: Der Gemeinderat Feucht möchte den Ort um ein klassisches Mischgebiet erweitern. | Foto: Geist2019/04/Feucht-Gewerbegebiet-Rewe.jpg

FEUCHT – An der Gsteinacher Straße in Feucht soll ein Mischgebiet mit Wohnhäusern und gewerblichen Flächen entstehen. Bis vor kurzem war die Idee, dort ein Hotel anzusiedeln. Doch die Investoren haben sich zurückgezogen. An dem Plan, das bestehende Gewerbegebiet umzuwandeln, hält die Marktgemeinde trotzdem fest.

„Wir möchten weiterhin, dass hier ein Mischgebiet entsteht“, sagt Lothar Trapp. „Am liebsten mit hohem Wohnanteil“, wie der Fraktionsvorsitzende der Feuchter SPD betont. Er bedauert, dass die Hotel-Investoren abgesprungen sind. „Ein Hotel wäre schön gewesen“, erklärt Trapp, „besonders weil es bewohnerfreundlich ist und gleichzeitig als Lärmschutz zur Autobahn hin fungiert hätte.“

Als Alternative könnte er sich ein anderes nicht störendes Gewerbe vorstellen. Alles, was in Richtung Bürolandschaft geht, sei wünschenswert. Auch Arztpraxen und andere Dienstleister seien denkbar. „Da gibt es einiges. Ich bin sicher, wir werden jemand geeignetes finden“, sagt Trapp zuversichtlich.

Reines Gewerbegebiet zu unattraktiv

Auch Oliver Siegl von der Feuchter CSU hält die Umwandlung in ein Mischgebiet für alternativlos. Das Gewerbegebiet sei so, wie es derzeit ist, zu unattraktiv. „Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum in Feucht“, sagt Bürgermeisterkandidat Siegl. Auch deswegen möchte er weiter an dem Konzept der Zwischenform aus Wohn- und Industriegebiet festhalten. Aus Lärmschutzgründen komme es leider nicht in Frage, nur Wohnhäuser zu errichten.

Anstelle des ursprünglich geplanten Hotels könnte sich Siegl, ähnlich wie Trapp, jedes Gewerbe vorstellen, das nicht zu lärmintensiv ist. Etwa ein Fitnessstudio oder auch ein anderes Hotel. „Feucht hätte da eigentlich dringend Bedarf“, erläutert der CSU-Gemeinderat. „Man muss aber für alles offen sein.“

Wo jetzt noch ungenutzte Grünfläche ist, könnte in Zukunft günstiger Wohnraum entstehen. Das hofft die Marktgemeinde Feucht. Foto: Google Maps2019/04/Feucht-Rewe-Gewerbegebiet.jpg

Am Dienstag, 16. April, lädt die CSU Bürger daher zur Ortsbegehung an der Gsteinacher Straße ein. Hier geht es um die Bebauung des freien Grundstückes und weitere Themen. Treffpunkt ist um 18.30 Uhr in der Gsteinacher Straße hinter dem Rewe-Markt.

Ortsansässige schützen

Grünen-Fraktionsvorsitzende Rita Bogner unterstützt das zukünftige Mischgebiet ebenfalls weiterhin. Die Förderung von günstigem Wohnraum ist dabei ihr wichtigstes Anliegen. „Deswegen wurde das ganze ja ursprünglich überprüft und ins Rollen gebracht“, sagt Bogner. Sie möchte das Vorhaben daher dringend weiter verfolgen.

Auch sie kann sich jegliches Gewerbe als Teil des Gebiets vorstellen, solange es anwohnerfreundlich ist. „Wichtig wäre auch, dass nichts Ähnliches bereits innerorts in Feucht vorhanden ist“, gibt die Grünenchefin zu bedenken.

Auch Gerd Steuer von der UCS Feucht ist es sehr wichtig, dass potenzielle Investoren den bereits ansässigen Geschäften keine Konkurrenz machen. „Auf keinen Fall möchten wir dort Einzelhandelsgeschäfte ansiedeln“, erklärt der dritte Bürgermeister.

Als Fraktionsvorsitzender der kleinen Parteien im Marktgemeinderat war er ursprünglich dafür, das Gelände als reines Gewerbegebiet zu erhalten.

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock