Thomas Lösel startete am 30. April

Finanzamt hat einen neuen Chef

Die perfekte Umgebung: Thomas Lösel, der neue Leiter des Hersbrucker Finanzamts, auf der Dachterrasse – mit Blick auf den vom ihm als Gartenfreund sehr geschätzten Innenhof. | Foto: K. Porta2020/06/DSC-4200-scaled.jpg

HERSBRUCK – Der erste Eindruck von seiner neuen Wirkungsstätte ist „sehr positiv“, sagt Thomas Lösel: Seit 30. April ist der Leitende Regierungsdirektor neuer Chef im Hersbrucker Finanzamt und tritt damit die Nachfolge des nach Ingolstadt abgewanderten Wolfgang Löwe an.

Für Thomas Lösel, Jahrgang 1961, ist die Cittaslow keine Unbekannte. In Nürnberg aufgewachsen, ist ihm die Gegend um Hersbruck seit Kindesbeinen vertraut. Schließlich stand die Lieblingskneipe seiner Eltern in Engelthal und die Hersbrucker Schweiz war ihr bevorzugtes Wanderrevier. „Mein Bruder und ich durften da immer mit“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Lieber in Erinnerung blieben ihm die Kanufahrten auf der Pegnitz bei Vorra. Oder auch das Strudelbad, inklusive die von seinem Vater – einem passionierten Schwimmer beim SB Bayern 07 Nürnberg – eingeforderte „Pflicht“, das Pegnitz-U zu durchkraueln: „Trotz des gewöhnlich eiskalten Wassers.“

„Wohltuende“ Altstadt

Bei einem kleinen Spaziergang mit seinem Stellvertreter Bernd Linder durch die Altstadt empfand er diese als „schön und wohltuend“, vor allem wegen der verkehrsberuhigten Innenstadt. Das sei etwas, das es in Feucht, wo er seit 2000 mit seiner Frau Sonja und den beiden Töchtern lebt, nicht gibt. Vor seinem Wechsel vom Finanzamt Hilpoltstein las er auch über das dunkelste Kapitel in der Geschichte Hersbrucks, über das Außenlager des KZ Flossenbürg, auf dessen ehemaligem Areal seine neue Arbeitsstätte liegt.

1991 begann Lösel seine Beamtenlaufbahn in der Bayerischen Finanzverwaltung beim Finanzamt Nürnberg-Nord. Als Sachgebietsleiter wechselte er über das Finanzamt Nürnberg-Süd zum Zentralfinanzamt Nürnberg und dann 2013 weiter als Amtsleiter nach Hilpoltstein. Jetzt hat er die Verantwortung für die gut 150 Beschäftigten im knallig-grünen Gebäude an der Amberger Straße und für die Steuerverwaltung des gesamten Landkreises Nürnberger Land.

Sofort wohl gefühlt

Trotz „einer größeren Anzahl an Mitarbeitern, anderer Abläufe und Gepflogenheiten“ fühlte er sich hier auf Anhieb in seinem von der Belegschaft gerne „Panoramazimmer“ genannten Eckbüro im zweiten Stock pudelwohl. Noch ist er dabei, alle 38 Azubis und insgesamt rund 150 Mitarbeiter im Finanzamt kennenzulernen. Er habe aber schnell gespürt, dass hier „alle mit Begeisterung einen guten Job machen“.

Als das Servicecenter Anfang der vergangenen Woche nach längerer Corona-Auszeit wieder aufmachen durfte, hätten alle mitgezogen. Und das, obwohl die Kollegen dort trotz allen getroffenen Schutzmaßnahmen im direkten Kontakt natürlich ein höheres Infektionsrisiko haben als die Kollegen im Home-Office.

Lob an die Belegschaft

Überhaupt verteilt er an Belegschaft und Bevölkerung ein großes Kompliment, wie gut sie die Corona-Krise bislang gemeistert haben: „Es gab meines Wissens keine Beschwerden, weil wir in den vergangenen Wochen geschlossen hatten oder weil ein Steuerbescheid einmal etwas länger gedauert hat, weil der Bearbeiter im Home-Office war.“

Diese gute Zusammenarbeit zwischen seinem Amt und den Steuerzahlern wünscht er sich auch für die Zukunft. „Wenn wir ein Problem kennen, können wir auch darauf reagieren“, sagt er. Wem ein falscher Steuerbescheid zugehe, der könne dagegen Beschwerde einlegen. Dann werde noch einmal genau geprüft, wo der Fehler passiert ist: Ob trotz aller Sorgfalt der Mitarbeiter im Finanzamt oder vielleicht, weil der Steuerzahler selbst einen Beleg übersehen oder nicht eingereicht hat, so Lösel.

An seiner Arbeit schätzt er vor allem den Umgang mit Menschen, aber nicht weniger das Organisieren, die Personalführung, das Treffen von Entscheidungen und die Gespräche, die dahin führen, sagt Lösel. Die Corona-Pandemie habe ihm noch einmal einen großen Vorzug seiner Tätigkeit vor Augen geführt: „Bei uns geht es nicht um Leben und Tod, hier ist alles wieder reparabel.“ Ähnlich entspannt antwortet er auf die Frage, wann denn seine offizielle Amtseinführung stattfinde: „Später, vielleicht auch gar nicht“, sagt er. Für ihn im Moment ein „Nice-to-have“, also zwar schön, aber in Corona-Zeiten nicht die allererste Priorität.

Spätberufener Golfspieler

Und was macht Thomas Lösel, wenn er gerade keine Steuerbescheide und Finanzakten studiert? Dann spielt er leidenschaftlich gerne beim GC am Habsberg, wenn ihm als „Spätberufenem“ – er fing diesen technisch anspruchsvollen Sport erst mit 47 an – die Bälle auch nicht immer so gehorchen, wie er es gerne hätte. „Das erste, was man beim Golf lernt, ist Demut“, sagt er mit einem breiten Lächeln, „aber es macht einfach Spaß“. Daneben unternimmt er gerne eine Tour mit seinem Trekkingrad, lebt als früherer Schlagzeuger in einer Band sein Faible für die Musik der 70er-Jahre auf der Gitarre aus oder kümmert sich mit seiner Frau liebevoll um ihren an den asiatischen Stil angelehnten Garten. „Auch wenn wir da schon ab und an Lehrgeld bezahlen mussten“, sagt er.

Nichts Neues verpassen! - Newsletter abonnieren