Dämpfer im Aufstiegskampf

Feuchter stolpern über Aufsteiger Coburg

Stark ersatzgeschwächt und dann auch noch auf Kunstrasen: Für die Feuchter um Nicolae Oltean (links), der im Mittelfeld aushalf, entwickelte sich die Partie in Coburg zu einem Dämpfer im Aufstiegsrennen. | Foto: privat2018/11/fcc-erste-fabian-carl-10_1.jpg

COBURG/FEUCHT – In einer hoch dramatischen, temporeichen und technisch auf anspruchsvollem Niveau stehenden Auseinandersetzung trotzte der FC Coburg dem keineswegs enttäuschenden Titelaspiranten der Landesliga Nordost SC Feucht, ein verdientes 0:0-Unentschieden ab.

Für die Hausherren, die in der Schlussphase nach zwei überzogenen Gelb-Roten Karten für Eric Heinze und Sertan Sener mit zwei Mann in Unterzahl einen bravourösen und disziplinierten Fight ablieferten, fühlte sich das Remis wie ein Sieg an. Für die Zeidler dagegen wie eine herbe Niederlage, denn Boden gut machen auf das Führungsduo Bamberg und Neudrossenfeld konnten sie nicht.

SC-Coach Florian Schlicker brachte den Tanz auf der Rasierklinge der Hausherren, die ihre bislang beste Saisonleistung ablieferten, treffend zum Ausdruck: „Am Ende können wir mit dem einen Punkt gegen neun Coburger Spieler noch zufrieden sein. Unser Keeper Andreas Sponsel bewahrte uns bei Kontern vor einer Niederlage“, betonte er. „Ich bin stolz auf unsere Truppe. Es war geil, wie wir uns aus der Affäre gezogen haben“, freute sich Heimtrainer Lars Scheler.

Seine Akteure präsentierten sich diesmal über die gesamte Distanz einschließlich sechs Minuten Nachspielzeit inklusive der Einwechselspieler als Einheit ohne Fehl und Tadel und ließen sich auch durch einige zweifelhafte Entscheidungen von Schiedsrichter Markus Hertlein zu ihren Ungunsten nicht aus dem Konzept bringen. Dass die Begegnung torlos endete, war in erster Linie der Verdienst der beiden glänzend aufgelegten Torhüter.

Starke Torhüter

Für die ersten Aufreger sorgte der FCC, der mit starkem Pressing und guter Ballbewegung dem Ex-Regionalisten anfangs den Schneid abkaufte. Ein Flatterball von Lukas Mosert strich über die Querlatte. Daniel Kimmel (30.) verfehlte freistehend nach einer Flanke von Daniel Sam mit einem Kopfball sein Ziel denkbar knapp.

In der stärksten Phase der Gäste kurz vor dem Seitenwechsel bewahrte Oleksandr Churilov im Tor der Vestestädter mit zwei super Reflexen gegen den allein auf ihn zusteuernden Stephan König und nach dem anschließenden Eckball gegen Nico Wessner vor einem Rückstand. Einmal musste Kimmel auf der Torlinie retten.

Die Anfangsphase nach dem Seitenwechsel gehörte eindeutig den Scheler-Schützlingen. Eine Führung lag mehrfach in der Luft. Nach sehenswerten Flügelwechseln vornehmlich von Sertan Sener ausgehend und gut getimten Anspielen ins Zentrum von Fabian Carl und Daniel Sam, brannte es einige Male lichterloh im Strafraum der Mittelfranken. Tevin McCullough und Mosert besaßen aber im Abschluss kein Fortune.

Nach dem Ausscheiden von Heinze entfachte der Sportclub mächtig Druck, aber Churilov und Abwehrchef Jannik Schmidt behielten den Überblick und ließen nichts anbrennen. Als es Sertan Sener erwischte, setzte Coburg Kräfte ungeahnte frei. Eine maßgerechte Flanke von Rene Knie schlenzte McCullough an den Innenposten, bevor Sponsel einen Einschlag verhinderte. Bei einem Schrägschuss von Sam aus kurzer Distanz bewahrte der Coburger Schlussmann seine Farben erneut vor Unheil.

Schlicker lobt den Gegner

„Wir haben richtig gut gespielt und mannschaftlich Qualität gezeigt. Darauf lässt sich aufbauen“, lautete das Fazit von Lars Scheler, der seine Truppe taktisch hervorragend eingestellt hatte. Sein Gegenüber Florian Schlicker bekräftigte dies. „Die Gastgeber haben uns das Leben richtig schwer gemacht. In der ersten Halbzeit hatten wir insgesamt die besseren Chancen. Danach verdiente das gegnerische Aufbäumen Lob.“

An den verbleibenden zwei Spieltagen bis zur Winterpause kommen auf beide Seiten richtungsweisende Aufgaben zu. Der FC Coburg könnte sich mit Dreierpacks beim Vorletzten SpVgg Selbitz und gegen den ebenfalls hinter ihm rangierenden Baiersdorfer SC ein großes Stück aus der Schusslinie bringen. Dem SC Feucht steht bereits am kommenden Freitag gegen den mit sechs Zählern vor ihm platzierten Tabellenführer TSV Neudrossenfeld eine Stunde der Wahrheit bevor. db

FC Coburg: Churilov – Alles, Schmidt, Kimmel, Heinze, Knie, Sener, McCullough (ab 93. Hajian), Carl (ab 87. Teuchert), Mosert (ab 83. Sener), Sam.

SC Feucht: Sponsel – Leikam (ab 81. Nikopoulos), Mbetssi, Schäf, Oltean, Ahmed, Boynügrioglu (ab 65. D’Adamo), Eckert, Ivic, Wessner, König.

Schiedsrichter: Markus Hertlein (Dürrwangen).

Zuschauer: 100.

Gelb-Rote Karten: Heinze (70.), Sener (87.).

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