Neujahrsempfang der CSU Feucht

„Es wird härter“

Alexander Hommel, Ortsvorsitzender der Feuchter CSU, und Bürgermeisterkandidat Oliver Siegl begrüßten Ministerpräsident Markus Söder im Zeidlerschloss. Rechts hinten der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel. Foto: Alex Blinten2020/02/Feucht-Neujahr-CSU-scaled.jpg

FEUCHT – „Feucht is schäi“, sagt Ministerpräsident Markus Söder beim Neujahrsempfang der Feuchter CSU im Zeidlerschloss und holt sich dafür großen Applaus ab. Ebenso wie bei seinem Plädoyer für ein Miteinander zwischen Kommunen und Freistaat, bei seinem Appell, das Ehrenamt noch mehr zu unterstützen und bei seinem Hinweis auf seinen Einsatz für Franken. Den größten Beifall aber erhält Söder, als er in seiner Rede auf Bürgermeister Konrad Rupprecht zu sprechen kommt.

Für Rupprecht ist das heuer der 24. Neujahrsempfang seiner CSU, dem er als Bürgermeister beiwohnt. Feucht und Rupprecht – das gehört irgendwie zusammen, weiß auch Markus Söder, der sich vor dem Neujahrsempfang ins Goldene Buch der Marktgemeinde eingetragen und Kränze für Feucht geflochten hat: „Du hast Feucht entwickelt“, wendet er sich direkt an Rupprecht, dem er hohe Kompetenz und Empathie bescheinigt. In Konrad Rupprechts Umgebung fühle man sich einfach wohl, stellt der Ministerpräsident fest und sorgt damit für ein Strahlen im Gesicht des Bürgermeisters.

Damit Feucht sich entwickeln konnte, brauchte es freilich bisweilen auch Unterstützung durch den Freistaat, für die Söder seit seiner Amtszeit als Finanzminister, die 2011 begann, verantwortlich zeichnet. Dass die Landesgelder seitdem reichlich in die Kommunen fließen, macht Söder stolz. Noch nie, betont er in Feucht, hätten die Kommunen mehr Geld zur Verfügung gehabt als jetzt. „Es geht uns so gut wie nie.“ Und darauf könne man stolz sein. Klagen aus den Städten und Gemeinden über hohe Lasten für die Kinderbetreuung mag Söder nur in Maßen nachzuvollziehen, weil Gelder, die in die Kinderbetreuung fließen, aus seiner Sicht keine Belastung sind. „Das ist doch eine Freude“, ermutigt er die Bürgermeister und Kommunalpolitiker im Saal.

Eine Freude ist für ihn auch das von linker, liberaler und grüner Seite viel kritisierte Familiengeld. Dessen Gegnern wirft Söder vor, Frauen einen Lebensentwurf vorschreiben zu wollen. Was aus seiner Sicht grundfalsch ist. Vielmehr sei maximale Offenheit für jede Lebensform wichtig, eine Balance zwischen Familie und Beruf müsse möglich sein.

Als Söder im vergangenen Jahr einen Großelterntag in Bayern einführte, musste er sich dafür ätzende Kritik anhören. Mittlerweile sind die Kritiker verstummt. „Weil das ganze super ankommt“, sagt er heute. Das hat sicher auch mit der demographischen Entwicklung zu tun. Alte Menschen sind keine Randgruppe mehr in einer Gesellschaft, in der der Umgangston zunehmend rauer wird, Stichwort: Oma als Umweltsau. Dabei habe sich die Qualität des Streits verändert, es werde immer härter, bedauert Söder, nicht nur härter, sondern manchmal unerträglich.

Was soll man davon halten, wenn der AfD-Abgeordnete Ralf Müller aus Altdorf beim Totengedenken für den erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten im Landtag einfach sitzen bleibt?

Wie soll man damit umgehen, dass die Grünen-Politikerin Renate Kühnast im Netz auf das übelste beleidigt wird? Oder wie soll man reagieren, wenn Juden sich in der Öffentlichkeit nicht mehr sicher fühlen? Schlimme Beleidigungen im Netz gehen nicht, stellt Söder fest. Und als Ministerpräsident sorge er dafür, dass Juden auch mit der Kippa auf die Straße gehen können. Am Ende ist immer das Miteinander das Gebot der Stunde. Dabei ist Söder vor der Zukunft allein deshalb nicht bange, weil in den vergangenen Jahrzehnten aus seiner Perspektive mit guter Politik vieles richtig gemacht wurde. Wie es weitergeht? „Es ist unsere Sache, wie wir die Segel setzen“, sagt Söder.

Oliver Siegl verspricht als Bürgermeisterkandidat eine gute Strategie für Feucht. An Söder hat er die Bitte, die Kommunen bei der Kinderbetreuung zu entlasten. Hier sieht er aber auch den Bund in der Pflicht.

Trinkl: „Schnellere Genehmigungen“

Cornelia Trinkl, Landratskandidatin der CSU, lobt die Unterstützung des Freistaats für den Landkreis: „Wir haben einen Rekordhaushalt von 209 Millionen Euro.“ Das sei auch den hohen Zuschüssen des Landes geschuldet. Für das Nürnberger Land will sie eine starke Regionalmarke etablieren und einen kommunalen Nachhaltigkeitspakt einführen. Außerdem werde sie sich als Landrätin für eine Beschleunigung der Genehmigungsverfahren stark machen, verspricht sie.

Die Begrüßung der Gäste im Zeidlerschloss hatte der CSU-Ortsvorsitzende Alexander Hommel übernommen, der zum Abschluss dem Ministerpräsidenten einen Geschenkkorb mit Feuchter Honig überreichte.

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